Steckbrief: Leineschaf (alter und neuer Typ)

Erfahren Sie hier alles über Herkunft, Aussehen und Nutzung des Leineschafes.
 
© H. Sambraus
So sieht ein Leineschaf aus.

Steckbrief

  • Herkunft: Niedersachsen
  • Größe: 80 - 85 cm (Bock) bzw. 70 - 75 cm (Mutter)
  • Gewicht: 100 - 120 kg (Bock) bzw. 60 - 80 kg (Mutter)
  • Farbe: weiß
  • Nutzung: Wolle, Fleisch, Landschaftspflege

Herkunft

Das Leineschaf ist im 19. Jahrhundert im damaligen Königreich Hannover aus einer alten Landschafrasse, dem Rheinischen Schaf, unter Einkreuzung englischer Fleischschafe entstanden. Das Zuchtgebiet lag hauptsächlich im Eichsfeld und entlang des Leinetals. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts besteht ein einheitliches Zuchtziel. Als die Leineschafe vom alten Typ nicht mehr profitabel genug waren, begann man durch Einkreuzungen von Texelschafen, Flamenschafen und Ostfriesischen Milchschafen den Typ erheblich zu verändern. Es entstand das „neue“ Leineschaf mit höherer Fleischausbeute. Beide Typen des Leineschafes gelten als gefährdet. Das alte Leineschaf war in Deutschland praktisch ausgestorben und wird nun langsam in seinem Bestand wieder gefestigt. Es wird aber nach wie vor als extrem gefährdet eingestuft.

Aussehen

Die großrahmigen Leineschafe sind immer weiß und haben keine Pigmentflecken. Am langen, kurz behaarten Kopf, der erst hinter den Ohren bewollt ist, kann sich ein leichter rötlicher Schimmer zeigen. Die gekräuselte Wolle wächst lang herab. Leineschafe sind hornlos.

Nutzung

Leineschafe sind robust und anspruchslos und somit für die Wanderschäferei gut geeignet. In Sachsen werden Leineschafe des alten Typs, die in den 90er-Jahren zum Wiederaufbau einer Zuchtgruppe aus Polen in den Erfurter Zoo geholt wurden, zur Beweidung extensiver Flächen eingesetzt. Der Naturschutzbund, Landesverband Sachsen, prüft und beobachtet ihre Eignung zum Einsatz in der Landschaftspflege. Die frühreifen und fruchtbaren Leineschafe des neuen Typs werden bereits mit sieben bis acht Monaten zur ersten Belegung zugelassen. Das Ablammergebnis liegt bei 150 bis 200 Prozent. Die Tiere erbringen eine gute Fleischleistung und eine jährliche Wollmenge von dreieinhalb bis sechs Kilogramm.

Zuchtverein

Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände e.V.

Hätten Sie´s gewusst?

In den 1950er-Jahren wurden 1.500 Leineschafe des alten Typs als Reparationszahlung an Polen abgegeben. Dort blieb die Rasse von den züchterischen Einflüssen in Deutschland unberührt und somit im ursprünglichen Typ erhalten. In den 90er-Jahren konnten ca. 100 Tiere von Polen nach Sachsen und Thüringen geholt werden, wo die Zucht langsam wieder aufgebaut wird. Die staatliche polnische Zuchtherde des Leineschafes fiel im Jahr 2002 leider komplett einem Stallbrand zum Opfer.
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