Steckbrief: Zackelschaf

Erfahren Sie hier alles über Herkunft, Aussehen und Nutzung des Zackelschafes.
 
© H. Sambraus
So sieht ein Zackelschaf aus.

Steckbrief

  • Herkunft: Ungarn
  • Größe: 70 cm (Bock) bzw. 65 cm (Mutter)
  • Gewicht: 55 - 65 kg (Bock) bzw. 40 - 45 kg (Mutter)
  • Farbe: rötlich-weiß oder schwarzgrau
  • Nutzung: Landschaftspflege, Wolle, Fleisch, Milch

Herkunft

Bis ins 18. Jahrhundert hinein waren Zackelschafe die weitaus häufigste Schafrasse in Ungarn. Es gilt als sicher, dass die Ungarn bei der Besiedelung ihres jetzigen Lebensraumes im neunten Jahrhundert die Tiere bereits mitbrachten. Als im 19. Jahrhundert feinere Wolle gefragt war, verdrängten Merinoschafe die alte Rasse, bis sie Anfang des 20. Jahrhunderts als fast ausgestorben galt. Mittlerweile bemühen sich staatliche und private Einrichtungen um den Erhalt dieser wertvollen Rasse mit dem einzigartigen, typischen Gehörn.

Aussehen

Herausragendes Kennzeichen der Zackelschafe ist das V-förmige, korkenzieherartig gedrehte Gehörn, das bei beiden Geschlechtern vorkommt. Bei älteren Böcken erreichen die Hörner eine stattliche Länge von bis zu 50 Zentimetern, bei den Muttern bleiben die Hörner etwas kürzer. Die zierlichen Schafe kommen in zwei typischen Farbvarianten vor: Bei dem häufigeren weißen Farbschlag ist die Wolle weiß bis cremefarben, Kopf und Beine sind rötlichbraun. Die Lämmer werden gelb bis dunkelbraun geboren. Der schwarze Farbschlag hat bei der Geburt ein schwarzes, glänzendes und gekräuseltes Fell, die Alttiere haben graue Wolle, schwarze Beine und einen schwarzen Kopf. Auch die Hörner und Klauen sind bei diesen Tieren schwarz. Das mischwollige Vlies wächst bei beiden Farbvarianten lang und zottelig.

Nutzung

Vorrangiges Ziel der Haltung von Zackelschafen ist der Erhalt der Rasse als wichtige Genreserve. Die robusten und krankheitsresistenten Tiere eignen sich gut für die Haltung auf kargeren, weiten Flächen. In der ungarischen Puszta und im Nationalpark Hortobagy prägen Zackelschafherden wieder das Landschaftsbild. Die lebhaften Schafe zeichnen sich durch gute Fruchtbarkeit und beste Muttereigenschaften aus, die Muttern können sogar gemolken werden. Bis zu 70 Kilogramm Milch sind in einer Laktationsperiode möglich, die sich vor allem zur Käseherstellung eignet. Die recht grobe Wolle wurde früher vor allem zur Herstellung wetterfester Bekleidung für die Hirten verwendet. Der Wollertrag liegt bei zwei bis drei Kilogramm pro Jahr. Das Fleisch der Zackelschafe ist sehr wohlschmeckend und fettarm. 

Zuchtverein

Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände e.V.

Hätten Sie´s gewusst?

Zackelschafe zeigen oft ein wildartiges Verhalten, sie sind sehr wachsam und scheu, wenn sie nicht ständigen Kontakt zu Menschen gewöhnt sind.
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