Systematik & Abstammung von Schafen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Systematik & Abstammung von Schafen

Wildschafe waren über weite Teile der nördlichen Erdhalbkugel verbreitet. Heute gilt der Armenische Mufflon als Stammform aller Hausschafe. Die Domestikation erfolgte wahrscheinlich vor allem im vorderen Orient, wenngleich man annimmt, dass unabhängig voneinander in verschiedenen Gegenden Wildschafe zu Haustieren gemacht wurden.
 
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Das Schaf entwickelte sich vom Nutztier zum Haustier.

Systematik

  • Klasse: Säugetiere (Mammalia)
  • Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
  • Unterordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
  • Familie: Hornträger (Bovidae)
  • Unterfamilie: Ziegenartige (Caprinae)
  • Gattung: Schafe (Ovis)
  • Art: Wildschaf (Ovis ammon)
  • Unterart: Hausschaf (Ovis ammon aries)

Die Wildform

Wildschafe waren über weite Teile der nördlichen Halbkugel verbreitet. Heute gilt der Armenische Mufflon als Stammform aller Hausschafe. Die Domestikation erfolgte wahrscheinlich vor allem im vorderen Orient, wenngleich man annimmt, dass unabhängig voneinander in verschiedenen Gegenden Wildschafe zu Haustieren gemacht wurden. Von Kleinasien verbreiteten sich Hausschafe unterschiedlichen Typs nach Europa und Nordafrika.Wilde Mufflons lebten und leben auch heute noch in gebirgigen Gebieten Europas und Asiens. Die robusten Tiere sind sehr genügsam und kommen mit karger Nahrung zurecht. Außerdem sind sie ausgesprochen anpassungsfähig an klimatische Schwankungen, was ihre Haltung als Haustiere begünstigte. Weibliche Tiere und ihre Lämmer bilden Herdenverbände mit bis zu hundert Tieren, während die Böcke einzelgängerisch leben und nur zur Paarungszeit zu den Herden stoßen. Alle Wildschafe haben ein Haarkleid, das im Frühjahr und Herbst gewechselt wird – und nicht wie viele Hausschafrassen ein Wollvlies. Die Wollbildung erfolgte erst nach der Domestikation durch erblich festgelegte Veränderungen (= Mutationen), wahrscheinlich bereits 6000 v. Chr. in der Gegend des heutigen Iran. Neben den Wollschafen gibt es vor allem in heißen, trockenen Gegenden nach wie vor Haarschafrassen, wie zum Beispiel das Kamerunschaf.

Nutzung als Haustier

Zunächst wurden Schafe zur Fleischgewinnung genutzt. Der Mensch entwickelte sich vom herumziehenden Jäger zum sesshaften Siedler, er begann mit der Bestellung des Landes und der Tierhaltung und –zucht. Auch als Opfergabe wurden Schafe bereits früh genutzt. Bald kam dann die Milchgewinnung hinzu, und mit ihr begann schließlich die Produktion von Joghurt, Käse und Kefir. Aus dem Talg von Schafen ließen sich Kerzen und auch Seife herstellen, der Dung wurde sowohl bei der Bestellung der Felder als auch als Brennmaterial verwendet. Und schließlich gelang mit der selektiven Zucht von Tieren mit speziellen Haarkleidveränderungen die Entwicklung des Wollschafes, wodurch die Herstellung von Bekleidung und Stoffen revolutioniert wurde. Vor allem in Spanien bildete sich ein Zentrum der Wollschafzucht: Es entstanden die Merinos, die schon bald auf der ganze Welt zu finden waren. So verdrängten Schafe mit der Ankunft der Spanier in Südamerika die dort als Wolllieferanten gehaltenen Lamas fast bis zur Ausrottung. (Heike Pankatz)
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