Ernährung von Schweinen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Ernährung von Schweinen

Früher wurden Schweine mit allem gefüttert, was in Küche und Keller so übrig blieb. Das ist heute aus Gründen der Tierseuchenvermeidung und Fleischhygiene nicht mehr statthaft und würde den Schweinen tatsächlich auch nicht gerecht.
 
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Schweine haben in ihrem Rüssel mehr Geruchs- und Geschmacksknospen als ein Hund.
Schweine haben in ihrem Rüssel mehr Geruchs- und Geschmacksknospen als ein Hund. Unter natürlichen Bedingungen verbringen sie einen Großteil des Tages mit der Suche nach Futter, durchwühlen den Waldboden nach Wurzeln, Eicheln, Bucheckern, Würmern oder Maden. Zum Nahrungsspektrum der Wildschweine zählen außerdem Gräser und verschiedenste Kräuter, Beeren und Obst, Aas oder auch lebend gefangene Beutetiere wie Mäuse, Junghasen, Rehkitze, junge Vögel, Eier, Frösche, Fische, Schlangen, Eidechsen und zahlreiche Insekten.

Schweine sind Feinschmecker

Ein solch breites Nahrungsangebot wird den Hausschweinen in der Regel nicht zuteil. Industriell hergestelltes, mehliges oder pelletiertes Schweinefutter deckt zwar den Energie- und Nährstoffbedarf der Tiere ab und sorgt für gute und schnelle Masterfolge, vernachlässigt aber die arteigenen Verhaltensansprüche, die mit der Futtersuche und -aufnahme im Zusammenhang stehen. Für eine artgerechte Schweinehaltung empfiehlt sich daher die Zufütterung von strukturiertem Futter wie Grünfutter, Heu und Stroh, Rüben, Karotten, Kartoffeln, Obst und auch Eiern oder Brot. Wird das Zufutter auf dem (sauberen) Boden zerstreut, so können die Schweine danach suchen und wühlen, was gleichzeitig für Beschäftigung sorgt. Über die Gabe von besonderen Leckerbissen direkt aus der Hand des Betreuers kann der tägliche Umgang mit den Tieren erleichtert werden, sie verhalten sich ruhig und friedfertig.

Schweine sind Vieltrinker

Schweine nehmen über den Tag verteilt oft und viel Wasser zu sich. Bewährt haben sich – auch unter Hygienegesichtspunkten – Selbsttränkesysteme mit Nippeln, aus denen die Tiere saugen, oder mit Becken, in die durch Druck auf eine Sperre Wasser nachfließt. Der Wasserbedarf von Sauen mit Ferkeln liegt bei Fütterung mit Trockenfutter zwischen 10 und 30 Litern pro Tag.

Mastschweine mit einem Lebendgewicht von 50 Kilogramm trinken täglich fünf bis zehn Liter Wasser. Dies wird über den Tag verteilt und vor allem nach der Fütterung in 10 bis 25 Trinkvorgängen aufgenommen. Sogar Ferkel trinken bereits ab der ersten Lebenswoche und lernen das Trinken aus den Selbsttränken innerhalb weniger Stunden. Eimer- oder Wannentränken werden von den Tieren leicht umgeworfen oder verschmutzt und stellen auch für Ferkel eine zu große Gefahrenquelle dar. (Autor: Heike Pankatz)
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