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Steckbrief: Wollschwein

Die dicht behaarten Wollschweine sind sehr robust und vertragen aufgrund ihrer dichten Behaarung Kälte sehr gut. Erfahren Sie hier alles über Herkunft, Aussehen und Nutzung des Wollschweines.
 
Das Wollschwein © H. Sambraus
So sieht ein Wollschwein aus.

Steckbrief

  • Herkunft: Ungarn
  • Größe: 85 cm (Eber) bzw. 75 cm (Sau)
  • Gewicht: 350 kg (Eber) bzw. 300 kg (Sau)
  • Farbe: blond, rot, „schwalbenbäuchig“
  • Nutzung: Fleisch, Naturschutz


Herkunft

Das Wollschwein oder auch Mangalica, wie es in Ungarn heißt, geht auf Kreuzungen zwischen ungarischen Landschweinen und dem serbischen Sumadiasschwein zurück. Es ist bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts beschrieben und machte zeitweise über 70 Prozent des Schweinebestandes in Ungarn aus. Da es als Speckschwein gezüchtet wurde, konnte es nach dem Zweiten Weltkrieg schließlich die Verbraucherwünsche nach magerem Fleisch nicht mehr befriedigen und ging rapide im Bestand zurück. Hinzu kommt, dass es für die intensiven Schweinehaltungssysteme der Neuzeit nicht geeignet ist und Raum für Bewegung braucht, da  ansonsten die Fruchtbarkeit leidet. Etwa seit den 90er-Jahren erfährt die Rasse aber wieder einen Aufschwung und wird inzwischen zum Teil sogar für naturschützerische Einsätze entdeckt.


Aussehen

Die großrahmigen, dicht behaarten Wollschweine kommen in drei Farbschlägen vor. Zum einen das blonde Mangalica, die häufigste Variante, zum anderen der rote Schlag und schließlich das „schwalbenbäuchige“ mit dunklem Mantel und hell-cremefarbener Unterseite. Die Haut ist schiefergrau. Augenumgebung, Rüsselscheibe, Klauen und After sind schwarz. Die Ohren sind mittelgroß und hängen nach vorne. Der verhältnismäßig kurze Rumpf ruht auf kräftigen Beinen. Mangalica-Ferkel sind bei der Geburt gestreift wie Wildschweinfrischlinge.


Nutzung

Wollschweine sind besonders robust und vertragen aufgrund ihrer dichten Behaarung Kälte sehr gut. Sie eignen sich hervorragend für die ganzjährige Freilandhaltung, benötigen aber im Sommer bei großer Hitze eine ausreichende Suhle. Durch ihre kräftigen Gliedmaßen ist selbst auf stark aufgeweichten Böden keine Gliederdeformation zu befürchten. Da sie sehr genügsam sind, werden sie inzwischen vermehrt auch in der Landschaftspflege und im Naturschutz eingesetzt. So können mit Wollschweinen im Herbst zum Beispiel Kastanien- oder Eichenwälder gepflegt und vor zu dichtem Unterbewuchs geschützt werden. Sogar die Bestellung von Äckern vor der Kartoffelpflanzung und die Urbarmachung von brachliegenden Böden ist mit Wollschweinen möglich. Die mit elf bis 13 Monaten spätreifen Sauen werfen etwa vier bis sechs Ferkel je Wurf.


Zuchtverein

Kein eigener Zuchtverband in Deutschland. Mitbetreut durch die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e.V.


Hätten Sie's gewusst?

Das gut marmorierte, schmackhafte Fleisch eignet sich besonders zum Grillen und wird in Ungarn für die traditionelle Salami verwendet. 


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Fotos: 
H. Sambraus
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