Gesundheit von Ziegen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Gesundheit von Ziegen

Ziegen sind Überlebenskünstler: Sie sind nicht empfindlich und nehmen wenig übel. Aber auch sie wollen gut betreut und gehalten werden, um gesund zu bleiben.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Sind Ziegen gesund, so verhalten sie sich lebhaft und aufmerksam.
Ein sauberer Stall, ein kluges Weidemanagement und regelmäßige tierärztliche Vorsorgemaßnahmen wie Wurmkuren und gegebenenfalls Impfungen sind meist Garanten dafür, dass man lange Freude an seiner gesunden Ziege hat. Immerhin liegt die durchschnittliche Lebenserwartung einer Ziege bei 15 Jahren und auch 20-jährige Ziegen sind keine Seltenheit.

Klauenpflege

Bei Ziegen müssen, ähnlich wie bei Schafen, regelmäßig die Klauen gepflegt und alle zwei bis drei Monate beschnitten werden, um Fehlstellungen oder Krankheiten vorzubeugen. Das Klauenhorn wächst kontinuierlich nach, was bei weichem Untergrund schnell zu überlangen Hornschuhen und in der Folge schließlich zu Knochenfehlstellungen an Füßen und Beinen führt. Man muss bedenken, dass die wilden Verwandten der Hausziege hauptsächlich in bergigen, steinigen Gegenden leben und mit ihren Klauen behände in steilen Felswänden herumklettern, wodurch der Hornabrieb gewährleistet ist.

Gesunde Ziege – kranke Ziege?

Sind Ziegen gesund, so verhalten sie sich lebhaft und aufmerksam und sind vor allem auch immer zu allerlei Schabernack und Unfug bereit. Eine Ziege, die teilnahmslos herumsteht oder herzmliegt, sollte schon genauer begutachtet werden. Einige Zeit nach der Futteraufnahme ruhen Ziegen, um wiederzukäuen. Die normale Pansentätigkeit kann man am Rumpeln und Knistern in linken Rumpfseite hören und auch fühlen. Eine gestörte Verdauung beeinträchtigt immer die Pansentätigkeit und das Wiederkäuen.

Vorbeugen ist besser als Heilen

Eine Atemfrequenz zwischen 12 und 25 Zügen pro Minute je nach vorheriger Bewegung und Alter des Tieres ist normal, ebenso eine Körperinnentemperatur zwischen 38,2 und 39,5 Grad. Die sichtbaren Schleimhäute an Augen, Nase und Maul sind blassrosa gefärbt. Die Kotbeschaffenheit sollte je nach Futter strukturiert und bohnenförmig sein. Milchziegen haben je nach Füllungszustand ein weiches bis pralles Euter. Ist es knotig, stark gerötet, heiß oder schmerzt es, dann liegt eine Euterentzündung vor, die schnellstens behandelt werden muss.

"Glöckchen"

Bei vielen Ziegen befinden sich unabhängig von der Rasse an der Halsunterseite zwei kleine Hautanhänge, die sogenannten „Glöckchen“. Diese haben keine besondere Funktion, sind aber auch nichts krankhaftes, sondern gehören einfach bei diesen Tieren dazu.

Häufige Probleme

Im Allgemeinen sind Ziegen recht seltene Patienten beim Tierarzt. Die häufigsten Gesundheitsprobleme, mit denen sie dort vorgestellt werden, sind denn auch Verdauungsstörungen wie Durchfall oder gestörte Pansentätigkeit, Lahmheiten, Eutererkrankungen, Parasitenbefall oder Verletzungen. Der aufmerksame Tierhalter wird seine Ziegen beobachten, sodass ihm Verhaltensveränderungen an den Tieren auffallen und er entsprechend schnell reagieren kann, um Schlimmeres zu verhüten. (Autor: Heike Pankatz)
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