Bio-Trend bei Tiernahrung: Ist das Futter wirklich besser? | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Bio-Trend bei Tiernahrung: Ist das Futter wirklich besser?

Nicht nur auf dem Teller und im hauseigenen Kühlschrank dreht sich alles um eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Immer häufiger wandern die Blicke verantwortungsbewusster Tierhalter auf die Zutatenliste von Feucht- und Trockenfutter. Wer sich und auch das eigene Haustier bewusst ernähren möchte, vertraut heute zunehmend auf Bioprodukte, bei denen Herkunft und Qualität der verwendeten Rohstoffe im Vordergrund stehen. Hersteller von Tiernahrung nehmen diesen Trend immer deutlicher wahr und präsentieren zunehmend Futtersorten mit biologischer Abstammung. Doch nicht jedes Futter eignet sich tatsächlich für eine ausgewogene Tierernährung. Aus den Augen verlieren sollten Tierhalter also trotz aller "Bio-Lust" nicht, dass das ausgewählte Futter den Bedürfnissen des Haustiers entsprechen sollte.
 
Bio-Trend bei Tiernahrung: Ist das Futter wirklich besser? © ADD(CC0-Lizenz)/ pixabay.com
Die richtige Ernährung für das Tier.

Voller Napf und leere Versprechungen 

In einer Studie von Stiftung Warentest wird deutlich: Nicht alle Futtersorten, die eine ausgewogene und hochwertige Ernährung versprechen, sind auch wirklich wertvoll für das Tier. 

"Der vollmundigen Werbung sollten Hundebesitzer nicht allzu sehr Glauben schenken, wie eine Untersuchung von Feuchtfutter für ausgewachsene Hunde belegt. Fast jedes zweite Futter scheitert am richtigen Nährstoffmix, den Hunde brauchen, um fit und gesund zu bleiben."
(Quelle: https://www.test.de/ )

So konnten sich von den getesteten Futtersorten nur wenige als tatsächlich geeignet präsentieren, denn in den meisten steckten zu wenige Nährstoffe. Vor allem Kalzium, das für den Tierkörper von essenzieller Wichtigkeit ist, ließen die meisten Futtersorten vermissen. So erhielten in der Studie ganze 14 von 30 getesteten Sorten das Ergebnis „mangelhaft“. Da hiervon auch teure Futtersorten betroffen waren, zeigt, dass nicht der Preis allein als Indikator für hochwertige Qualität gelten kann.

Tierhaltern nimmt die gezeigte Studie sicherlich einen großen Teil des Vertrauens, das sie in die Hersteller von Hundefutter oder auch Katzenfutter hegten. Verstärkt wurde diese Problematik durch die Tatsache, dass die Hersteller oft nicht mit offenen Karten spielten, was die Zusammensetzung des Futters betraf. Zu finden war beispielsweise Nassfutter mit Schweine- und Putenfleisch, auf dessen Etikett mit einem einhundertprozentigen Rindfleischgehalt geworben wurde. 

Die richtige Ernährung für das Tier 

Hunde- und Katzenhalter sind also nicht ohne Grund zunehmend verunsichert, was die richtige Zusammensetzung des Futters für ihr Haustier betrifft. Nicht nur fehlende Nährstoffe in Trockenfutter und Nassfutter stellen hierbei ein Problem dar, sondern auch künstliche Zusatzstoffe, die viele Halter zunächst für schädlich halten. Was Tierhalter jedoch oft nicht wissen: Zusatzstoffe sind nicht per se schlecht, denn so manches Vitamin, allen voran Vitamin B1, kann dem Futter ausschließlich als Zusatzstoff hinzugefügt werden. Damit das Tier mit ausreichend Nährstoffen versorgt wird, braucht es also die passenden Inhalts- und gegebenenfalls auch Zusatzstoffe. Ein Futter ohne Zusatzstoffe wird somit keinem Tier wirklich gerecht.

Während manche Halter sich durch biologisch-artgerechte Rohfleisch-Fütterung (BARF) aus der Misere zu retten versuchen, fehlt anderen hierfür schlicht die Zeit. Dabei ist der Grundsatz des Barfens ein sinnvoller, denn hier findet nicht nur gewöhnliches Fleisch seinen Weg in das Futter, sondern auch Innereien werden verwendet. Gerade diese, also unter anderem Herz oder auch Leber, sind laut der Augsburger Allgemeinen besonders wertvolle Nährstofflieferanten und sollten daher im Futter nicht fehlen. Stammt das gesamte Futter dann aus biologischer Herstellung, fühlen sich die meisten Tierhalter wohler. 

Tiernahrung mit „Bio“-Charakter 

Um auf der sicheren Seite zu sein, entscheiden sich immer mehr Tierbesitzer für Futter, das laut Hersteller biologisch wertvoll ist. Für die Anbieter erschließt sich hier ein vollkommen neuer Markt. Auch der Tiernahrungs-Shop Tackenberg.de , der sich unter anderem mit dem Barfen beschäftigt, erweitert sein Sortiment im kommenden Herbst um BIO-Dosenfutter für Hunde und Katzen. „Unsere Stammkunden fragen immer häufiger nach Hunde- und Katzennahrung in Bio-Qualität. Was bei vielen Menschen längst zum normalen Einkaufs-Sortiment gehört, setzt sich nun also langsam aber sicher auch bei der Tiernahrung durch“, sagt Geschäftsführer Dorian Tackenberg. "Deswegen halten wir es für zeitgemäß und wichtig, das Angebot von Tackenberg entsprechend zu erweitern. Ab Oktober werden wir eigens für Hunde und Katzen Dosennahrung in bester Bio-Qualität liefern.“ Hunde- und Katzenhalter, die ihr Tier mit wertvollen Nährstoffen und frei von Pestiziden ernähren möchten, sind mit Bio-Futter sicherlich auf dem richtigen Weg. Vergessen sollten Halter jedoch nicht, dass auch in einem biologisch wertvollen Futtermittel stets der passende Nährstoff-Mix zu finden sein sollte.

So lohnt sich ein Blick auf die Inhaltsstoffe in jedem Fall. Nur ein solide zusammengesetztes Futter kann den Nährstoffbedarf eines Tieres auch tatsächlich decken und im Falle von biologischem Futter sogar dabei helfen, das tierische Allgemeinbefinden zu verbessern. Gesundheit und Allergien von Haustieren spielen dabei eine wichtige Rolle, denn oftmals steckt der Grund für Erkrankungen und Einschränkungen in mangelhafter Fütterung. Ein gutes Futter sollte die folgenden Inhaltsstoffe enthalten, um Hund und Katze eine ausgewogene Ernährung zu bieten: 
  • Proteine 
  • Kohlenhydrate aus Kartoffeln, Reis oder auch Mais und Gemüse 
  • gesunde Fette (vor allem Omega-3 und Omega-6)
  • Mineralstoffe wie Kalzium und Eisen 
  • Vitamine mit fett- und wasserlöslicher Charakteristik
Wer auf Bio-Futter umstellen möchte, sollte dabei seine gesunde Skepsis nicht verlieren und auch auf die Details achten. Nicht jedes Futter, das als hochwertige Premiumsorte im Regal steht, enthält auch gleich ebenso hochwertige Inhaltsstoffe und sogar das Versprechen, auf Konservierungsstoffe zu verzichten, brechen manche Hersteller auf ganz legale Art und Weise. Futtersorten, die durch Bio-Zertifikate punkten und zudem auch eine veterinärmedizinische Kontrolle überstehen konnten, sind zweifellos eine gute Wahl. Sorgt dann auch der Blick auf die Zutaten und Inhaltsstoffe für einen guten Eindruck, kann das Futter im Einkaufswagen landen. Hier kommt es also darauf an, Futterhersteller zu finden, die mit einem großen Verantwortungsbewusstsein handeln und statt Profitgedanken die Tiergesundheit in den Fokus stellen. 

Zuviel des Guten? 

So mancher schüttelt beim Gedanken an rein biologisches Tierfutter sicherlich den Kopf. Schließlich ist der Biotrend in Sachen Tierernährung noch recht neu und auch die Preise für diese Futtersorten liegen oftmals deutlich über denen für gewöhnliches Futter. Für Tierhalter ist es daher wichtig, eine Ernährungsweise zu finden, die das eigene Bewusstsein nicht untergräbt. Auch die vorhandenen finanziellen Mittel sollten bei der Auswahl des Futters nicht in Vergessenheit geraten. Wer sich teures Bio-Futter nicht leisten kann, kann laut Bild.de Kompromisse eingehen, indem nicht laufend die teure Variante gekauft wird. 

Stehen im eigenen Haushalt jedoch bereits alle Zeichen auf „Bio“ und stimmt auch die finanzielle Ausgangslage, so ist die Umstellung auf Bio-Futter nur konsequent. Dabei muss es sich nicht zwangsweise um vegetarisches Futter handeln, auch wenn gegen eine fleischlose Tierernährung nichts spricht. Futter mit verantwortungsbewusst produziertem Fleisch und anderen Inhaltsstoffen biologischer Herkunft ist allerdings durchaus ein Weg, dem eigenen Tier etwas Gutes zu tun. 
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