Ernährung von Chinchillas | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Ernährung von Chinchillas

In ihrer Heimat, den Hochgebirgen der Anden, hatten es die Chinchillas ganz schön schwer, Futter zu finden. Das Klima ist dort auf 5000m Höhe sehr trocken und das Futter äußerst karg. Der Futterplan der Tiere muss an diese Ernährung angepasst werden.
 
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Man kann keine genaue Futtermenge, die auf jedes Chinchilla passt, angeben.
In Freiheit ernähren Chinchillas sich von Gräsern, Rinde, Blättern und wenigen Früchten. So ähnlich sollte also auch der Speiseplan im heimatlichen Käfig aussehen. Als Grundnahrungsmittel müssen Sie Ihren flauschigen Gesellen stets ausreichend Heu anbieten. Am besten Bergwiesenheu, das viele Kräuter enthält. Zudem brauchen Ihre Tiere Einpelletfutter, das im Zoofachhandel speziell für Chinchillas angeboten wird. Diese Pellets enthalten die Nährstoffe, die die kleinen Nager brauchen. Zusätzlich sollten auch getrocknete Kräuter unter das Futter gemischt werden, da Heu und Pellets alleine meistens nicht genug davon enthalten. Zweige sind ebenfalls Bestandteil des Futterplans. Sie sind nicht bloß Nahrung sondern verhindern auch, dass die Zähne zu lang werden. Viele Chinchillas lieben frisches und getrocknetes Obst und Gemüse. Es ist durchaus sinnvoll sie an diese Leckerbissen zu gewöhnen. So kann man die Tiere leichter locken, wenn sie mal entwischt sind und Ihnen problemlos Medizin verabreichen, wenn sie krank werden. Die Leckerlis aus dem Zoofachhandel sind für Chinchillas nicht geeignet, da sie viel zu viel Zucker und Fett enthalten.

Fütterungstipps

Chinchillas sind nachtaktiv. Sie werden erst abends munter und dann haben sie auch Hunger. Geben Sie Ihre Tiere ihr Grundfutter, das Heu und die Pellets, deshalb am besten in den frühen Abendstunden. Das Heu sollte in einer Heuraufe verstaut werden, damit es nicht dreckig wird. Am Morgen können Sie übrig gebliebene Pellets und verschmutztes Heu aus dem Käfig entfernen. Lassen Ihre kleinen Racker regelmäßig Futter übrig, können Sie die Menge einfach reduzieren. Das Futter muss trocken und luftig gelagert werden. Plastikbehälter sind nicht geeignet, da die Feuchtigkeit nicht entweichen kann und das Futter leicht schimmelt. Bestens geeignet sind hingegen Keksdosen oder dickwandige Pappschachteln. Zusätzlich zum Futter brauchen Ihre Tiere immer frisches Wasser. Chinchillas nehmen relativ wenig Flüssigkeit zu sich, doch auch wenn die Nippeltränke nicht ganz leer ist sollten Sie das Wasser täglich auswechseln. Chinchillas reagieren sehr empfindlich auf Nahrungsumstellungen. Gehen Sie sehr behutsam vor, wenn Sie Ihrer Strolche auf neues Futter umstellen wollen und mischen Sie erst nach und nach das neue Futter unter das gewohnte.

Kleiner Futterplan

Man kann keine genaue Futtermenge, die auf jedes Chinchilla passt, angeben. Größe, Alter, Geschlecht und Charakter beeinflussen die Menge an Nahrung die ein Tier braucht. Trächtige Tiere brauchen beispielsweise weit mehr Futter als ein Chinchilla mit dem nicht gezüchtet wird und jungen Chinchillas reicht oftmals wenig Futter. Sie werden schnell herausfinden, wie viel Ihre Strolche brauchen. Beobachten sie einfach den Futternapf. Ist er immer sofort leer, können Sie das nächste Mal etwas mehr geben. Bleibt immer eine gewisse Menge an Futter übrig, dann geben Sie in Zukunft einfach etwas weniger.

Für den Anfang können Sie sich an folgendem Futterplan orientieren. Die Menge ist für ein Chinchilla berechnet.
  • Morgens: Heuraufe auffüllen
  • Zwischendurch: hin und wieder etwas getrocknetes oder frisches Obst und Gemüse
  • Abends: 1 Esslöffel Pellets, Heu auffüllen

Das darf Chinchilla nicht fressen

Kaninchenfutter, Hamsterfutter, Papageienfutter und ähnliches sind, wie aus den Bezeichnungen schon zu erkennen ist, nicht für Chinchillas geeignet. Selbst wenn die einzelnen Fertigmischungen sich ähnlich sehen darf wirklich nur spezielles Chinchillafutter an die pelzigen Nager verfüttert werden. Alle Leckerchen, die im Handel angeboten werden, sind zwar nett anzusehen, für Chinchillas aber ungesund. Fett und Zucker schmecken den Rackern zwar, schaden ihnen aber. Auch Nüsse enthalten viel zu viel fett. Grünfutter sollten Sie ebenfalls sehr spärlich geben. In größeren Mengen ist es ungesund. Hartes Brot ist für Chinchillas schwer verdaulich und Salzlecksteine können zu Nierenversagen führen. Schokolade, Kekse und andere Süßigkeiten schmecken nicht nur uns Menschen gut, auch Chinchillas würden gerne davon naschen. Selbstverständlich sind diese Nahrungsmittel für die Tiere völlig ungeeignet.

Fasten für dicke Nager

Wenn Sie bei einer Gruppenhaltung bemerken, dass einige Ihrer Tiere dicker werden als die anderen, die Futtermenge aber nicht reduzieren möchten, da dann auch die schlanken Nager weniger bekämen, können Sie einmal in der Woche für alle einen Fastentag einlegen. Da bekommen sie nur Grünfutter. Doch auch bei der Trockenfutter-Fütterung muss etwas aufgepasst werden, denn Sonnenblumenkerne und Erdnüsse enthalten ja viele Fette und sind also Dickmacher.

(Alexandra Frankh)

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