Verhalten & Beschäftigung bei Chinchillas | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Verhalten & Beschäftigung bei Chinchillas

Für den richtigen Umgang mit Ihren Chinchillas ist es wichtig, dass Sie die Verhaltensweisen Ihrer Tiere kennen und verstehen. Die kleinen Nager sind zwar sehr intelligent, erziehen lassen sie sich jedoch nur mit Mühe.
 
© Eric Isselée / Fotolia
Chinchillas werden erst seit wenigen Jahrzehnten gezüchtet und offiziell immer noch als Wildtiere bezeichnet. Ihre Bedürfnisse und ihr Verhalten unterscheiden sich kaum von den frei lebenden Artgenossen. So sind Chinchillas noch immer Tiere, die sich nur in eine Gruppe wohl fühlen und in der Dämmerung aktiv werden. Dann wollen Sie laufen, springen und gieren nach Abwechslung. Chinchillas können gut riechen und hören. Besonders hilfreich sind ihnen außerdem die langen Tasthaare, mit denen sie ihre Umgebung erkunden.

Sie als Chinchilla-Besitzer müssen lernen zu verstehen, wie die Verhaltensweisen Ihrer Tiere zu deuten sind. Denn nur dann können Sie sie verstehen und merken sofort, wenn einmal etwas nicht stimmt. Verändert sich das Verhalten plötzlich, kann dies oftmals ein erstes Anzeichen für Krankheit sein. Chinchillas drücken sich zum einen durch Körper-, zum anderen durch Lautsprache aus.

Die Körpersprache

  • Das Chinchilla quetscht sich in eine Ecke: Dieses Tier hat große Angst. Sprechen Sie ruhig mit Ihm und warten Sie bis es sich wieder beruhigt hat.
  • Das Chinchilla hüpft und springt durch die Wohnung: Dem Tier geht es bestens. Es fühlt sich wohl und ist ausgelassen.
  • Das Chinchilla richtet sich auf den Hinterbeinen auf: In dieser Haltung hat das Tier einen bessern Überblick. Es ist aufmerksam und konzentriert.
  • Das Chinchilla steht auf den Hinterbeinen und spritzt Urin: Wenn sich das Tier bedrängt fühlt, versucht es, potenzielle Feinde mit Urin abzuwehren.
  • Zwei Chinchillas beschnuppern sich: Fremde Artgenossen werden mit der Nase begrüßt. So stellen die Tiere fest, ob sie sich "gut riechen" können.
  • Das Chinchilla beißt: Alles, was Chinchillas vor die Nase kommt, wird auf Fressbarkeit geprüft. Auch Ihr Finger, wenn Sie ihn in den Käfig stecken. Dieser Probebiss ist ganz natürlich und heißt nicht, dass das Tier bissig ist.

Die Lautsprache

  • Fiepen: Besonders Jungtiere „unterhalten“ sich viel mit leisen, fiependen Tönen. Auch bei älteren Tieren kann man diese Laute noch hören.
  • Quietschen: Mit Bissen testet das Chinchilla-Weibchen ob ihre Sprösslinge lebensfähig sind. Gesunde Babys beantworten die Bisse mit einem lauten Quietschen. Würden sie diesen Laut nicht von sich geben, würde die Mutter sie gleich töten.
  • Quäken: Ältere Jungtiere geben ihren erwachsenen Artgenossen mit einem quäkenden Protestschrei zu verstehen, dass sie sich bedrängt fühlen. Damit sagen sie „Tu mir bitte nichts“.
  • Bellen: Durch einen hustenartigen Laut, der fast wie ein Bellen klingt, äußert das Chinchilla Unmut. Vielleicht hat es sich über Sie oder einen Artgenossen geärgert.
  • Grunzen: Durch Grunzen bestätigt sich ein Chinchilla-Pärchen die gegenseitige Zuneigung und Zusammengehörigkeit.
  • Schreien: Mit einem schrillen Schrei warnt das Chinchilla seine Artgenossen bei drohender Gefahr. Ungewohnte Geräusche beispielsweise können ein Chinchilla so ängstigen, dass es einen Warnschrei ausstößt.

Stubenreine Chinchillas

Im Käfig lassen Chinchillas ihren Kot in der Regel dort fallen, wo sie gerade sind. Das heißt nicht, dass diese Tiere unsauber wären. Sie sind ihren wilden Vorfahren noch sehr ähnlich und können ihr „Geschäftchen“ nur schwer kontrollieren. Für den Urin suchen sich jedoch viele Chinchillas eine bestimmte Ecke im Käfig.

Ein Chinchilla außerhalb des Käfigs zur Stubenreinheit zu erziehen ist sehr schwierig. Einen Versuch ist es trotzdem wert. Stellen Sie ein Katzenklo in eine Ecke des Raumes, in dem sich Ihre Tiere aufhalten. Geben Sie saubere Einstreu hinein und streuen Sie etwas beschmutzte Streu darüber, damit Ihre Chinchillas den Ort als Toilette erkennen. Wenn Sie merken, dass eines Ihrer Tiere mal muss, nehmen Sie es vorsichtig hoch und setzen es in das Katzenklo. Mit etwas Glück hatten Sie den richtigen Riecher, und der kleine Strolch verrichtet sein Geschäft dort. Loben Sie ihn ausgiebig und belohnen Sie ihn mit einem Leckerbissen. Vielleicht sucht das Tier die Toilette nach einigen Tagen von selbst auf.

Ärgern Sie sich nicht, wenn Ihr Tier nicht stubenrein wird. Die kleinen, trockenen Köttel lassen sich leicht aufsaugen, und Urin wird meist im Käfig abgesetzt. Bringen Sie vorsichtshalber wertvolle Teppiche in Sicherheit. Schreien Sie Ihr Tier niemals an und versetzen sie ihm niemals einen Klaps, wenn etwas danebengeht. Damit verängstigen Sie Ihren Mitbewohner nur, denn er wird diese "Erziehungsmaßnahme" nicht als solche verstehen. (Alexandra Frankh)
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