Einstreu & Nistmaterial | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Einstreu & Nistmaterial

Lange Zeit wurde nicht beachtet, dass Degus ausgiebig graben. Dies können sie jedoch nur mit der richtigen Einstreu.
 
In freier Wildbahn stellt der Bau den Mittelpunkt des Degu-Lebens dar. In ihm werden die Jungtiere geboren, er bietet Schutz vor Feinden. Auch Degus in menschlicher Obhut möchten sich ihrem natürlichen Verhalten entsprechend einen Bau anlegen. Dieses Bedürfnis können sie aber nur ausleben, wenn sie eine ausreichend dicke Schicht Einstreu angeboten bekommen. Mindestens 15 cm hoch sollte die Einstreu in das Degu-Gehege eingebracht werden, wobei gilt: Je höher die Einstreu, desto besser! Es kommt aber nicht nur auf die Menge der Einstreu an. Auch die Beschaffenheit ist wichtig, damit die Degus überhaupt graben können. 

Welche Einstreu ist die richtige?

Am häufigsten wird sicherlich die im Zoofachhandel angebotene Kleintierstreu (Hobelspäne) verwandt. Sie ist kostengünstig, weist kein allzu hohes Gewicht auf und kann kompostiert werden. Leider sind die in Kleintierstreu angelegten Gänge und Höhlen nicht stabil und fallen andauernd in sich zusammen. Dieses Manko kann man durch die Beimengung von Heu, das auch einen Hauptbestandteil der Degu-Nahrung darstellt, ausgleichen. Da die übliche Kleintierstreu einen sehr hohen Staubanteil enthält, können Allergiker auch auf staubfreie Streu für Pferde zurückgreifen, die ansonsten mit der normalen Kleintierstreu vergleichbar ist.Zum Graben vollkommen ungeeignet ist die ebenfalls im Zoofachhandel angebotene Hanfeinstreu. Sie ist zwar vollkommen staubfrei und somit auch für Allergiker geeignet, ihr fehlt es aber an Stabilität. Letzteres gilt auch für Strohpellets und Buchenholzgranulat, weshalb sie als alleinige Einstreu ungeeignet sind. Unter die Kleintierstreu gemischt, entsteht aber eine Einstreu, in der auch Gänge und Höhlen stabil bleiben.Sehr gut für Degus geeignet ist die Einstreu auf Baumwollbasis, die inzwischen im Fachhandel angeboten wird. Sie ist absolut staubfrei und somit auch für Allergiker geeignet. Da die Fasern miteinander verfilzen, erlauben sie auch das stabile Anlegen von Gängen. Auch die Geruchsbindung der Baumwollfasern ist hervorragend, sodass der deutlich höhere Preis durchaus gerechtfertigt ist. Zusätzlich bindet sie aufkommende Gerüche äußerst effektiv. Diese Vorteile wiegen den Nachteil des höheren Preises deutlich auf.

Buddelkiste

Bietet Ihr Degu-Käfig keine ausreichend hohe Bodenwanne, dann können Sie mittels einer Buddelkiste Ihren Degus den Spaß des Grabens ermöglichen. Hierfür verwenden sie am besten ein kleineres Aquarium, das Sie in das Gehege der Degus stellen können. Dieses wird dann mit einem Gemisch aus Sand und Torf gefüllt, das leicht angefeuchtet wird, damit die darin angelegten Gänge stabil bleiben, und es kommt auch nicht zur Staubbildung. Auch Rindenmulch kann in die Buddelkiste gegeben werden, wobei die in der Mulch enthaltenen größeren Rindenstücke einen guten Anreiz für die Nagezähne der Degus bieten.Eine weitere Alternative ist ungedüngte Blumenerde. Auch diese sollte leicht feucht sein, da ansonsten die Staubbelastung sehr hoch ist. Wer Angst vor Keimen in Erde oder Sand hat, dem sei die Verwendung von in der Terraristik verwendeten Kokosziegeln ans Herz gelegt. Sie sind sterilisiert und werden in getrockneter, kompakt gepresster Form verkauft. Nach der Zugabe von Wasser ergibt sich eine größere Menge Erde. Ob Sie Ihre Buddelkiste dauerhaft im Gehege belassen oder sie Ihren Degus nur ab und zu anbieten, liegt in Ihrer Hand. Für die Tiere günstiger, weil artgerechter, ist aber der dauerhafte Zugang zur Buddelkiste.

Nistmaterial

Zum Auspolstern ihrer Schlafhöhle verwenden viele, aber längst nicht alle Degus entsprechendes Polstermaterial. Heu ist hierfür ideal. Es steht immer zur Verfügung, da es ja auch eine wichtige Nahrungsquelle ist und somit auch als Snack genutzt werden kann. Wichtig ist hierbei die Qualität des Heus. Es muss frisch riechen, denn muffig riechendes Heu ist meist schon einmal nass geworden und birgt die Gefahr von Schimmelpilzinfektionen. Leider kann es auch vorkommen, dass im Heu Teile von Plastiktüten, Schrauben oder Ähnliches enthalten sind. Deshalb sollten Sie das Heu vor dem Einbringen ins Degu-Heim nach solchen unerwünschten „Einschlüssen“ durchsuchen. Weitere geeignete Nistmaterialien sind Toiletten- und/oder Küchenpapier. Es sollte aber unbedruckt, nicht gefärbt und auch nicht parfümiert sein. Auf keinen Fall dürfen Sie Hamsterwatte als Nistmaterial anbieten, da hier immer die Gefahr besteht, dass die Degus sich in der Watte die Gliedmaßen abschnüren. (Ralf Sistermann) Haltung :
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