Freizeit und Beschäftigungstipps für Degus

Degus sind aktive und neugierige Nager. Damit es ihnen in menschlicher Obhut nicht zu schnell langweilig wird, muss man sich schon einiges einfallen lassen.
 
© Foto: Beate Wöhe
Foto: Beate Wöhe
Wichtig für die Beschäftigung ist die gute Strukturierung des Geheges mit artgerechten Einrichtungsgegenständen. Große, aber sterile Gehege führen ebenso zu Langeweile und Stereotypien wie zu kleine Gehege. Diese können sich zum Beispiel im dauerhaften Hochspringen an die Gehegedecke oder dem permanenten Scharren in den Gehegeecken sowie Saltoschlagen äußern. Auch das ständige Hin- und Herlaufen an den Gehegeseiten ist ein Zeichen für ernsthafte Verhaltensstörungen. Ein ausreichendes Beschäftigungsprogramm kann hier vorbeugend wirken.

Für Beschäftigung der Degus kann man auf vielfältige Weise sorgen. Eine ausreichend dicke Schicht Einstreu regt die Tiere zum Buddeln an. Ist dies im Gehege nicht möglich, kann auch eine Buddelkiste die Tiere aktivieren. Hierzu füllt man ein kleines Aquarium oder ein vergleichbares Gefäß mit einem Torf-Sand-Gemisch und stellt es dann ins Degu-Gehege. Mischt man noch einige Leckerchen in die Erde, werden die Degus zusätzlich angeregt zu graben.
Auch Stoffhängematten, große Pappröhren und Ähnliches sorgen für Abwechslung. Große Pappröhren erhält man zum Beispiel in Teppichgeschäften, wo sie als Kern für die Teppichrollen dienen. Ansonsten sind Ihnen als Degu-Halter keine Grenzen gesetzt, sich ständig neue Beschäftigungsmöglichkeiten auszudenken, die ihre Degus auf Trab halten.

Beschäftigung durch Fütterung

Auch eine abwechslungsreiche Fütterung kann zur Vermeidung von Langeweile beitragen. Dabei sind die Möglichkeiten grenzenlos, wenn Sie Ihre Fantasie einsetzen. Füllen Sie das Futter für die Degus in eine leere Papprolle von Toiletten- oder Küchenpapier und verschließen Sie dann beide Enden der Rolle mit ungefärbtem Toilettenpapier. Nun müssen die Degus erst das Hindernis beseitigen, wenn sie an das Futter herankommen wollen.

Auch Maiskolben und Kolbenhirse sind gute Beschäftigungsmöglichkeiten, denn die Degus müssen sich in diesem Fall das Futter mühsam „herausklauben“. Haben Sie die Möglichkeit, ungespritzten Mais zu bekommen, können Sie sogar den kompletten Kolben mit Hüllblättern in das Gehege legen. Eventuell können Sie ihn auch aufhängen, sodass die Degus nur kletternd an ihren Leckerbissen gelangen. Dies schult nebenbei auch noch die Geschicklichkeit der Nager. Natürlich können Sie dies auch mit anderen Futtermitteln machen. Gerade Frischfutter kann wunderbar auf Spieße gezogen und dann aufgehängt werden. Achten Sie aber darauf, dass die Spieße keine Verletzungsgefahr darstellen.

Auch das Verteilen des Futters im gesamten Gehege trägt zur Aktivierung ihrer Pfleglinge bei, denn sie müssen ihr Futter suchen und sich nicht nur an den gefüllten Futternapf setzen, um satt zu werden.

Dies sind nur einige wenige Anregungen, die für reichlich Abwechslung und Beschäftigung bei der Fütterung sorgen. Gespräche mit anderen Degu-Haltern und eine intensive Beobachtung ihrer Tiere werden Sie zu weiteren „Fütterungstricks“ inspirieren. (Ralf Sistermann) Verhalten & Beschäftigung :
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