Ernährung von Frettchen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Ernährung von Frettchen

Eine ausgewogene und artgerechte Ernährung ist die Basis für ein langes und gesundes Frettchen-Leben. Diese quirligen Gesellen sind Raubtiere und ernähren sich als solche hauptsächlich von Fleisch. Doch mit Katzenfutter ist es nicht getan.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Nicht alles, was die kleinen Frechdachse gerne essen würden, ist auch gesund für sie.
Wie sein Vorfahre, der Iltis, hält das Frettchen rein gar nichts von einer vegetarischen Lebensweise. Frettchen brauchen Eiweiß und Fett, um ihre Verdauung in Schwung zu halten. Mindestens 80 Prozent der Nahrung sollten deshalb aus rohem Fleisch bestehen. Herzen und Mägen von Huhn und Pute sind genauso gut geeignet wie Herzen von Rindern und weißes Brustfleisch von Geflügel. Auch grüne Blättermägen dürfen die kleinen Strolche roh genießen. Gulasch von Rind und Schwein dürfen gekocht verfüttert werden. Auch Lammfleisch mögen viele Frettchen gerne. Der Eiweißbedarf lässt sich auch durch tote Küken oder Mäuse decken. Ergänzend zum Frischfleisch kann fetthaltiges Trockenfutter speziell für Frettchen verfüttert werden. Feuchtfutter, wie es für Katzen zu kaufen ist, ist für Frettchen nur als Leckerchen zwischendurch geeignet. Auch Grünfutter mögen viele der kleinen Rabauken gerne. Eine Stück Gurke oder Paprika zwischendurch schadet nicht, kann aber auf keinen Fall das Fleisch ersetzen. Eine gesunde Nahrungsergänzung und ein willkommenes Leckerchen ist Vitaminpaste. Wichtig ist, dass die Frettchen immer genügend frisches Wasser zu Verfügung haben.

Fütterungstipps

Es gibt einige Punkte, die Sie bei der Fütterung Ihrer Frettchen unbedingt beachten sollten. Trotz ihrer Länge haben diese Tiere einen sehr kurzen Darm. Daher verdauen sie relativ schnell. Nur drei Stunden nach einer Mahlzeit haben sie schon wieder Hunger. Bieten Sie Ihren kleinen Mitbewohnern daher mindestens dreimal täglich etwas zu essen an. Noch besser wäre es, wenn die Tiere den ganzen Tag Zugang zum Futter hätten. Trockenfutter wird nicht so schnell schlecht wie rohes Fleisch und kann deswegen den ganzen Tag über im Napf sein. Wenn sie das richtige Futter und genug Auslauf bekommen werden Frettchen auch nicht zu dick. Sie sollten Ihre Tiere immer zur gleichen Zeit füttern. Diese Regelmäßigkeit schafft Sicherheit und Ordnung. Übrig gebliebenes Futter muss regelmäßig aus den Schälchen entfernt werden, damit es nicht schlecht wird. Frettchen verschleppen ihr Futter gerne ins Schlafhäuschen. Kontrollieren Sie auch dort, ob noch altes Futter herumliegt. Futter- und Trinknapf bzw. Nippeltränke müssen jeden Tag gereinigt werden, damit sich keine Bakterien bilden. Achten Sie auch darauf, Ihre Frettchen von Anfang an abwechslungsreich zu ernähren. Manche Exemplare können sich sonst zu richtigen Feinschmeckern entwickeln. Wenn sie dann nur noch rohes Fleisch fressen wollen, führt das zu einer einseitigen Ernährung. Wenn Sie das Futter für Ihre Haustiere zubereiten, zerkleinern Sie das Fleisch nicht zu sehr. Kauen ist wichtig, also schneiden Sie es nur in mindestens 1 ½ cm große Stücke. Es ist durchaus vernünftig, Frettchen von Anfang an an Feuchtfutter und andere Leckerbissen zu gewöhnen. Müssen die kleinen Rabauken einmal Medikamente einnehmen, sind diese Leckerchen sehr hilfreich!

Kleiner Futterplan

Man kann keine genaue Futtermenge, die auf jedes Frettchen passt, angeben. Größe, Alter, Geschlecht und Charakter beeinflussen die Menge an Nahrung, die ein Frettchen braucht. Auch fressen die kleinen Räuber im Herbst oft etwas mehr, da sie sich noch immer, wie ihrer Vorfahren, Winterspeck anfressen. Sie werden schnell herausfinden, wie viel Ihr Frettchen braucht. Beobachten sie einfach den Futternapf. Ist er immer sofort leer und hat das Frettchen das Futter auch nicht irgendwo im Käfig versteckt, können Sie das nächste Mal etwas mehr geben. Bleibt immer eine bestimmte Menge an Futter übrig, dann geben Sie in Zukunft einfach etwas weniger. Für den Anfang können Sie sich an folgendem Futterplan orientieren (die Menge ist für ein Frettchen berechnet):
  • Morgens: 50 – 100 g rohes Fleisch
  • Zwischendurch: Gemüse, Obst, Eidotter
  • Abends: 2 – 3 tote Eintagsküken
  • Den ganzen Tag über: Trockenfutter
Wenn Sie keine toten Küken verfüttern können oder wollen, geben Sie Ihrem Frettchen noch mal 50  bis 100g Fleisch. Allerdings wäre es dann auch ratsam, ein Kalziumpräparat zuzufüttern, da die kleinen Strolche das in Knochen enthaltene Kalzium benötigen.

Das darf das Frettchen nicht fressen

Nicht alles, was die kleinen Frechdachse gerne essen würden, ist auch gesund für sie. Bananen, Rosinen, Schokolade oder andere Süßigkeiten sind für Frettchen ungesund. Auch rohes Schweinefleisch ist gefährlich. Es kann das Aujetzki-Virus enthalten, das für die kleinen Räuber tödlich ist. Deswegen nur wenig Schweinefleisch füttern und es immer erst kochen. Gewürze machen für Menschen das Essen schmackhafter, für Frettchen hingegen sind Salz & Co. schädlich. Also nicht einfach die Reste vom Mittagessen in den Futternapf kippen. Roher Süßwasserfisch und rohes Eiweiß eignen sich ebenfalls nicht als Futter für Frettchen. Sie können zu Mangelerscheinungen führen. (Alexandra Frankh)

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