Gefahrenquellen beim Freilauf | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Gefahrenquellen beim Freilauf

Der Freilauf kann für einen Hamster schnell gefährlich werden, wenn das Zimmer, in dem er sich austoben darf, nicht richtig gesichert ist. Lassen Sie Ihren kleinen Nager deshalb nie aus den Augen.
 
© Foto: Iosif Szasz Fabian / Fotolia
Foto: Iosif Szasz Fabian / Fotolia
Noch bevor Ihr rennbegeisterter Mitbewohner raus darf, muss das Zimmer „hamstersicher“ gemacht werden. Auch wenn er „nur“ in einem Gehege herumtoben darf, so muss der Raum, für den Fall dass der Kleine ausbricht, sicher gestaltet sein. Versperren Sie alle Ritzen, Löcher, Unterschlüpfe unter und hinter Schränken mit Holzbrettern oder Spanplatten. Diese sollten eine Höhe von 30 Zentimetern haben. Hamster lieben es sich durch Höhlen, Gänge und Löcher zu zwängen und merken vielleicht zu spät, dass sie feststecken. Auch der Zugang hinter einen Kleiderschrank sollte für den Kletterkünstler versperrt sein. Unterschätzen Sie Ihren kleinen Mitbewohner nicht! Manch ein Hamster hat es schon geschafft, sich zwischen Zimmer- und Schrankwand hoch zu drücken, so dass er letztendlich oben auf dem Kleiderschrank gelandet ist und nicht mehr wusste, wie er herunter kommen soll. Würde er von solch einer Höhe herunterstürzen, könnte er sich schwer verletzen. Schalten Sie während des Freilaufs die Heizkörper aus oder versperren Sie den Zugang zu ihnen mit Brettern oder Spanplatten. Auch Steckdosen dürfen für den Kleinen nicht erreichbar sein. Montieren Sie entweder eine Kindersicherung rein oder stellen Sie ein Brett davor. Wenn der Hamster an der Steckdose schnüffelt, könnte er einen Stromschlag bekommen. Schließen Sie auch alle Türen und Fenster und hängen Sie an die Außenseite der Zimmertür einen Zettel, damit die anderen Familienmitglieder informiert sind, dass Ihr Hamster gerade herumläuft. Bleiben Sie während des ganzen Freilaufs im Zimmer und beobachten Sie Ihren Kleinen.

Vorsicht giftig!

Die meisten Zimmerpflanzen und Schnittblumen sind für den Hamster giftig. Stellen Sie deshalb alle Pflanzen außer Reichweite oder in ein anderes Zimmer. Zu dem giftigen Grün gehören unter anderem:
  • Alpenveilchen
  • Azalee
  • Bogenhanf
  • Buntwurz
  • Dieffenbachie
  • Efeutute
  • Einblatt
  • Elefantenohr
  • Ficus
  • Flamingoblume
  • Kolbenfaden
  • Palmlilie
  • Philodendron
  • Weihnachtsstern
  • Zimmeraralie
  • Zimmerkalla
Aber nicht nur Pflanzen können für die kleinen Nager giftig sein. Medikamente, Zigaretten, Klebstoff und Farben stellen ebenfalls ein gesundheitliches Risiko für den Hamster dar, wenn er daran herumknabbert. Auch Haushaltsreiniger und Waschmittel sollten verschlossen und für den Hamster unzugänglich aufbewahrt werden.

Weg damit

Viele Gefahrenquellen lassen sich durch einfaches Wegstellen vermeiden: Gieskannen, Vasen und sonstige mit Wasser gefüllte Schalen haben im Freilaufzimmer nichts zu suchen. Der Hamster könnte hineinfallen und ertrinken. Auch Stromkabel müssen entfernt werden. Die kleinen Nager knabbern gerne alles an, was sie noch nicht kennen. Spitze und scharfkantige Gegenstände müssen ebenfalls vor dem Freilauf entfernt werden. Kakteen, Reiszwecken, kleine Nägel oder Nadeln haben im Freilaufzimmer bzw. –gehege nichts zu suchen. Zwar können wir manchmal nur schwer auf Schokolade verzichten, für Hamster muss sie aber tabu sein. Wenn sich Ihr kleiner Mitbewohner das Leckerstück in die Backentaschen steckt, kann die Schokolade dort schmelzen und seine Backentaschen verkleben. Weisen Sie daher bitte auch Ihre Kinder darauf hin, dass diese Süßigkeit kein artgerechtes Futter ist und den Nager sogar das Leben kosten kann. Auch andere Tiere, die mit Ihnen im Haushalt leben, haben während des Freilaufs keinen Zutritt in den Raum. Das ausgelassene Herumlaufen des Hamsters kann bei Hunden und Katzen den Jagdinstinkt wecken, selbst wenn sie sonst kein Interesse für den Wühler gezeigt haben. Schlichtweg Tierquälerei ist die so genannte „Laufkugel“. Zum einen ist die Belüftung in der Plastikkugel unzureichend. Zum anderen kann der rennbegeisterte Nager die Hamsterkugel weder richtig steuern, noch anhalten. So rollt die Kugel unkontrolliert im Zimmer herum und könnte sogar von Treppen herunterstürzen. Der Hamster kann sich auch nicht von alleine aus dieser Laufkugel befreien, ohne Gefahr zu laufen, sich dabei zu verletzen. (Ewelina Zmyslowska)

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