Hamster und Kinder | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Hamster und Kinder

Wegen des putzigen Aussehens, den großen Glubschaugen und den lustigen Hamsterbacken sind Hamster bei Kindern sehr beliebt. Doch dieser kleine Nager ist nicht für jedes Kind das geeignete Haustier.
 
© Foto: photocreo / Fotolia
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Hamster nehmen es einem nicht übel, wenn sie ein paar Tage nicht beachtet werden, solange sie tagsüber ungestört schlafen können. Sie werden erst am Abend munter und toben sich dann oft die ganze Nacht in ihrem Käfig aus. Zu dieser Zeit gehören Kinder jedoch ins Bett. Die kleinen Nager werden zwar zahm und lassen sich in die Hand nehmen, aber sie sind keine Kuschel- oder Streicheltiere. Daher sind Hamster kein ideales Heimtier für Kinder. Kinder im Vorschulalter verstehen oft nicht, dass der Hamster ein Eigenleben hat und tagsüber seinen Schlaf braucht. Kleinkinder könnten den zierlichen Nager auch zu grob anpacken, der sich dann dementsprechend wehren würde. Wenn der Hamster mit der Zeit bissig wird und durch den Stress kein Vertrauen zu den Menschen aufbaut, wird er für das Kind oft langweilig.

Kein Haustier für Kleinkinder

Erst ab einem Alter von zehn Jahren verstehen es Kinder, Verantwortung zu übernehmen. Eltern sollten ihrem Kind erklären, dass ein Hamster von Natur aus ein Einzelgänger ist und alleine leben will. Viele Kinder verstehen das nicht, weil sie von uns Menschen, die ja sozial leben, auf die Lebensweise der Tiere schließen. Weiters sollten die Eltern erklären, dass der Hamster einen komplett anderen Schlaf-Wach-Rhythmus hat als wir Menschen. Er braucht den Tag zum Schlafen, und das sollen die Kinder nicht versuchen umzukehren. Die Eltern sollten das Kind auch darauf vorbereiten, welcher Pflegeaufwand mit der Haltung eines Hamsters verbunden ist und dass dieser erledigt werden muss, selbst wenn das Kind mal keine Lust dazu hat. Je jünger das Kind, desto weniger darf die ganze Verantwortung auf ihm lasten. Die Eltern müssen letztendlich die Hauptverantwortung für das Tier übernehmen und somit regelmäßig kontrollieren, ob nicht zu viel oder zu wenig gefüttert wird, ob verderbliches Futter entfernt wurde und ob die Einstreu frisch und trocken ist.

Wenn die Lust am Hamster vergeht

Es kann passieren, dass das Kind irgendwann einmal den Spaß an seinem Tierchen verliert, selbst wenn das Kind auf die Verantwortung vorbereitet wurde. Die Eltern sollten sich in so einem Fall zuerst überlegen, ob sie denn immer Interesse für den kleinen Mitbewohner gezeigt haben. Eltern sind die Vorbilder der Kinder, und das Interesse bzw. Desinteresse für etwas kann sich auf die eigenen Kinder übertragen. Wenn die Eltern nie darauf eingegangen sind, wenn das Kind von seinem Hamster erzählt hat, verfliegt auch bei dem Kind selber das Interesse für den kleinen Nager. Wenn das Kind jedoch immer Beachtung bekommen hat, als es ganz begeistert von seinem pausbackigen Haustier berichtet hat, wird es motiviert.

Immer wieder sollten die Eltern ihren Sprössling außerdem darauf aufmerksam machen, das ein Hamster kein Spielzeug ist, das man einfach in die Ecke stellen kann, wenn man gerade keine Lust darauf hat. Die Eltern sollten dem Kind auch erklären, dass ein Orts- und Besitzerwechseln das Tier stresst. Aber auch die Argumente der Kinder sollten angehört werden. Sollte das plötzliche Desinteresse darin begründet sein, dass der Hamster noch nicht zutraulich ist, müssen sich die Kinder vielleicht noch ein wenig in Geduld üben. Eltern sollten ihrem Kind helfen, die Pflege des kleinen Nagers besser in seinen Tagesplan einzubauen. Wenn das alles nichts hilft, dann sollte das Kind nicht dazu gezwungen werden, den Hamster zu behalten. In solch einem Fall muss ein neuer Besitzer für den Kleinen gefunden werden. (Ewelina Zmyslowska)

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