So wird der Hamster zahm | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

So wird der Hamster zahm

Von Natur aus sind Hamster Eigenbrötler, die auch in freier Wildbahn auf die Anwesenheit von Artgenossen verzichten können. Wenn Sie sich aber geduldig mit dem Nager beschäftigen, wird er sogar handzahm.
 
© Foto: Slobo Mitic / iStockphoto
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Hamster gehören in ihrer natürlichen Umgebung zu den Fluchttieren, die ständig auf der Hut vor Fressfeinden wie Greifvögeln, Schlangen und anderen Raubtieren sein müssen. Daher ziehen sie sich blitzartig in ihre Höhle zurück, sobald ihnen etwas nicht geheuer vorkommt. Diese Eigenschaft sollten Sie unbedingt beachten, wenn Sie sich mit Ihrem Hamster beschäftigen möchten. Schnelle und ruckartige Bewegungen sollten vermieden werden. Zwei weitere stark ausgeprägte Eigenschaften sind die Bewegungsfreude und die Verfressenheit. Letzteres können Sie sich zunutze machen, damit sich der Hamster an Sie gewöhnt und erkennt, dass von Ihnen keine Gefahr ausgeht. Geben Sie Ihrem Neuankömmling mindestens eine Woche lang Zeit, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. In den ersten Tagen sollten Sie sich lediglich mit dem Beobachten des Hamsters begnügen. Der kleine Nager braucht Zeit, um sich mit dem neuen Zuhause, den fremden Gerüchen und Geräuschen vertraut zu machen.

Vertrautheit schaffen

Sprechen Sie den Kleinen ruhig mit leiser Stimme an, um ihn auf Sie aufmerksam zu machen. Sie sollten sich angewöhnen, es von nun an immer auch dann zu tun, wenn Sie das Futter austauschen oder aus sonst einem Grund in das Hamster-Refugium eindringen. So erschrickt der Hamster nicht, da er am Geräusch bereits erkennt, dass Sie es sind. Nach etwa einer Woche können Sie damit anfangen, ihm Futter aus der Hand anzubieten. Geben Sie dem kleinen Nager zuerst etwas Futter durch die Gitterstäbe durch. Das trennende Gitter gibt ihm am Anfang etwas mehr Sicherheit. Kennt er den Duft Ihrer Hand bereits und kommt freudig an das Käfiggitter wenn Sie ihn rufen und Leckereien anbieten, können Sie einen Schritt weiter gehen. Öffnen Sie vorsichtig eine Käfigtür und legen Sie Ihre geöffnete Hand, auf der sich leckere Knabbereien befinden, auf den Käfigboden. Warten Sie geduldig und versuchen Sie sich möglichst nicht zu bewegen. Dann kommt irgendwann der Hamster von allein und holt sich das Futter aus Ihrer Hand.

Im letzten Schritt können Sie versuchen, sobald der Hamster zu Ihrer Hand Vertrauen aufgebaut hat, den Hamster mit Ihren Fingern vorsichtig zu streicheln, wenn er wieder auf Ihrer Hand sitzt. Es kann sein, dass er sich das erste Mal etwas erschreckt und davon läuft. Mit der Zeit wird er sich aber auch daran gewöhnen und das Streicheln nicht mehr als bedrohend empfinden. Wenn der Hamster einmal zubeißt, zucken Sie keinesfalls zurück. Sonst gewöhnt er sich durch das Erfolgserlebnis daran, die Hand zu attackieren.

Richtiges Hochheben und Tragen

Kennt der Hamster Ihre Hand schon so gut, dass er auch gerne von sich aus auf die Handfläche krabbelt, ohne dass Futter darauf liegt? Und schreckt er auch nicht mehr zurück, wenn Sie Ihre Finger bewegen? Dann können Sie versuchen, den Hamster aus dem Käfig herauszuheben. Umgreifen Sie den kleinen Nager mit beiden Händen von hinten und bilden eine Art schützende Höhle um ihn. So fühlt er sich sicher und geborgen und kann nicht einfach von den Handflächen herunterspringen. Schon der Sturz aus einer Höhe von nur einem Meter kann dem Tier tödliche Verletzungen zufügen. Anfangs sollten Sie den kleinen Nager nach kurzer Zeit wieder zurück in den Käfig setzen. So weiß er, dass er nach einem kleinen Spaziergang mit Ihnen wieder in seine vertraute Umgebung zurückkommt.

Sie sollten Ihren Hamster nie von oben packen. Auch aus der Schlafhöhle sollten Sie den Kleinen nie herausgreifen. Locken Sie ihn vorher aus seinem Nest und heben Sie ihn dann heraus. Das Schlafnest soll ihm ein Zufluchtsort sein, an dem er sich sicher fühlt. Versuchen Sie niemals, den Nager festzuhalten, wenn er von Ihrer Hand entkommen will. Setzen Sie ihn dann besser wieder zurück in seinen Käfig. (Ewelina Zmyslowska)

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