1x1 der Hamsterpflege | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

1x1 der Hamsterpflege

Vier Arten aus der Hamster-Familie werden bei uns angeboten. Sie unterscheiden sich durch Herkunft, biologische Daten und Größe. Darin aber sind sie sich ähnlich: Hamster sind widerstandsfähige und robuste Tiere.
 
© Foto: The physicist / Fotolia
Foto: The physicist / Fotolia
Ob Goldhamster, chinesischer Streifenhamster, Dsungarischer oder Roborowski-Zwerghamster – noch eines haben sie gemeinsam: ein paar Grundforderungen an die Menschen, die sie pflegen, ein Hamster-1x1 der Haltung:
  1. Hamster sind mehr oder weniger nachtaktiv und verschlafen den Tag. Weil Käfig, Terrarium oder Cricetinarium (das Hamster-Biotop im Wohnzimmerformat) keine Möglichkeit dazu bieten, unterirdische Baue anzulegen, muss oberirdischer Ersatz her: ein Schlafhäuschen. Meist dient es gleichzeitig als Vorratskammer.
  2. Auch wenn die kleinen Nager aus Wüsten, Trockenzonen, Steppen und genauso unwirtlichen Halbwüsten stammen, haben sie einige Ansprüche an den Lebensraum, in dem sie sich bewegen - auch in der Wohnung. Käfige müssen einen ruhigen Standort haben, nicht zu kalt und nicht zu warm stehen (16–24°C), eine Mindestgröße haben (60 x 30 x 30 cm), zugfrei und trocken aufgestellt sein.
  3. Als ideal hat sich eine Bodenwanne aus Plastik erwiesen (Kantenhöhe zwischen 8 und 10 cm), über die sich ein Gitterhäuschen erhebt. Glasbecken wie Aquarien haben den Nachteil, dass sich Luft darin stauen kann, die Luftfeuchtigkeit zu hoch wird und damit einen idealen Nährboden für Keime bildet. Außerdem mindert sie den Hamster-Kletterkomfort, und schließlich ist die Reinigung komplizierter.
  4. Reinigung und Hygiene tun gerade beim Steppen- und Wüstenbewohner Hamster not. Zwar sind die Tiere reinlich, aber eine dicke Einstreuschicht ist Pflicht, um Feuchtigkeit abzufangen – verklumpte und verschmutzte Teile tauschen Sie einmal wöchentlich aus.
  5. Der Raum über der Bodenwanne sollte mit Zweigen, Balken und Kletterröhren dekoriert werden. Gegen die Langeweile brauchen die Nager Beschäftigung – sie wollen laufen, buddeln, knabbern, klettern und sich verstecken.
  6. Obwohl Hamster aus Trockengebieten stammen, wo ihr Wasserbedarf hauptsächlich durch Grünfutter gedeckt wird, müssen sie im Käfig mit Wasser versorgt werden. Besser als Wasserschälchen, die durch die Einstreu verschmutzt oder vom Temperamentsbündel umgekippt werden, eignet sich dafür eine hängende Trinkflasche.
  7. Ton- oder Porzellangefäße mit schweren Böden sind die richtigen Näpfchen fürs Futter, das – getrennt nach Saft- und Trockenmischung – vom Hamster meistens komplett gesammelt und im Vorratshäuschen oder eigens angelegten Gruben verscharrt wird. Verdorbenes Futter sollten Sie auch aus den Hamster-Ecken entfernen.
  8. Bei der Reinigung von Bodenwanne, Schlafhäuschen, Gitteraufsatz und Näpfen verwenden Sie bitte keine Desinfektionsmittel – heißes Wasser genügt. Das Baumaterial, das der Hamster in sein Häuschen trägt, sollten Sie nicht komplett erneuern, sondern immer nur die verschmutzten Teile entfernen.
  9. Apropos Nistmaterial: Am geeignetsten sind Stroh, Heu, Hanf, Sisal, dürres Moos und getrocknete Kräuter, die auch für einen angenehmen Duft sorgen. Wolle, Fäden und auch die Kokos- und Nistmaterialien für Vögel sind zu fein und zu scharf. Alle Nistangebote verstreuen Sie möglichst im gesamten Käfig, dann hat Ihr Nachtwandler etwas zu tun. 
  10. Hamster sind Nagetiere, die ihre Zähne abnutzen müssen. Neben dem Schlafhäuschen (wenn es aus Holz ist) brauchen sie dazu frische Zweige (Obstbäume, Weiden, Kastanie, Nussbäume) und zusätzlich mal ein hartes Stückchen Brot oder die im Fachhandel erhältlichen Holzstückchen mit Aroma.
  11. Das elfte und wichtigste Gebot: Die hübschen Höhlenbauer sind keine Streicheltiere. Im Freileben gehören sie zu den echten Eremiten, die sich nur zur Paarung treffen und die eigenen Babys vertreiben, sobald diese selbstständig sind. Auch Ihr Hamster zu Hause ist nicht auf die wärmende, liebkosende Hand angewiesen. Beobachten Sie ihn lieber, wenn er nach Sonnenuntergang aktiv wird und seine artistischen Fähigkeiten zeigt.

Alle Themen zur Pflege und Gesundheit

Weiterführende Links

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren