Das 1x1 der Hamstergesundheit | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Das 1x1 der Hamstergesundheit

In freier Wildbahn kommen Hamster von Bulgarien bis in den Iran vor. Sie sind Einzelgänger, bei ruhigem Umgang und viel Zuwendung werden sie aber durchaus handzahm.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Ein Hamster hat hohe Ansprüche.

Hier einige Hinweise

 
  1. Meistens sind Haltungsfehler die Ursache für Erkrankungen. Bieten Sie daher dem Hamster gute Lebensbedingungen, die seinen Bedürfnissen entsprechen.
  2. Verdauungsstörungen mit Durchfall können durch verdorbenes Futter, unsaubere Käfige oder Kälte und Zugluft entstehen. Alle Futterreste sollten entfernt werden und der Hamster für einige Tage kein Saftfutter, sondern gekochten Reis und frisches Heu bekommen. Ist der Durchfall wässrig oder blutig oder hält er länger als zwei Tage an, sollte unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden.
  3. Holzspäne und Kletterzweige sollten von unbehandelten Bäumen stammen, da die Hamster sonst beim Benagen oder Graben Giftstoffe aufnehmen und erkranken können. Vor allem Lähmungen, Speicheln und Zittern können die Folge sein.
  4. Wenn im Fell kahle Stellen erscheinen, kann ein Parasiten- oder Hautpilzbefall schuld sein. Beim Tierarzt gibt es gut wirksame Mittel dagegen. Bisswunden erleiden Männchen oft, wenn sie gemeinsam mit Weibchen gehalten werden. An den Beinen bilden sich bei falscher Einstreu Knötchen und offene Wunden, dann muss die Einstreu-Marke gewechselt werden.
  5. Ist die Einstreu unsauber, zu feucht oder die Käfigwanne zu hoch, können sich giftige Gase bilden und den Tieren auf Lunge oder Nase schlagen. Sehr gefährlich ist auch Zugluft, deshalb sollte der Käfig nicht auf der Fensterbank oder am Boden stehen.
  6. Augen und Nase sollten sauber und ohne Sekretspuren sein. Bei zu staubiger Einstreu kann das die Augen angreifen und zu Entzündungen führen. Schwellungen im Gesicht gehen oft auf Zahneiterungen zurück.
  7. Die Zähne wachsen bei Nagern ständig nach, deshalb brauchen sie etwas zum Knabbern, damit sie sich regelmäßig abnutzen. Werden sie zu lang, fließt Speichel aus dem Maul, und die Tiere werden immer magerer. Dann sollten die Zähne beim Tierarzt gekürzt werden.
  8. Ernährungsmängel machen sich meist durch Bewegungsunlust und Gewichtsabnahme bemerkbar. Die Tiere brauchen neben dem Grundfutter frische Grünkost und auch tierisches Eiweiß, z.B. in Form von Milchprodukten (Quark), Fisch, Leber, Fleisch, Mehlwürmern, generell Insekten oder gekochtem Ei.
  9. Da die Hamster nachtaktiv sind, brauchen sie verständlicherweise tagsüber ihren Schlaf. Durch ständige Störungen können sie Verhaltensprobleme entwickeln, z.B. Fellbeißen, Aggressivität oder bei Weibchen gar Kannibalismus, d.h. sie fressen ihre Jungen auf. Außerdem sinkt die Lebenserwartung.
  10. Hamsterweibchen können scheinträchtig werden, was etwa acht bis zwölf Tage dauert. Ebenso wie tragende Weibchen, die nach 16 Tagen ihre Jungen zur Welt bringen, beginnen auch scheinträchtige Tiere mit dem Nestbau, nehmen mehr Futter auf und werden Artgenossen gegenüber aggressiv.
  11. Knoten und Verdickungen können auf Tumoren hinweisen, die bei Hamstern nicht selten auftreten. Je nach Typ, Lokalisation und Größe können diese beim Tierarzt entfernt werden, wenn sie rechtzeitig erkannt werden.

(Thomas Görblich)
 

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