Gepflegter Hamster | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Gepflegter Hamster

Hamster sind von Natur aus sehr reinliche Tiere, die ihren Körper selbst pflegen. In Menschenobhut benötigen sie jedoch hin und wieder etwas Unterstützung.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Kurzhaarige Hamster kommen mit der Pflege sehr gut alleine klar.
Die kleinen Nager putzen, waschen, kämmen und pflegen sich regelmäßig vom Kopf bis zu den Füßchen – und das mehrmals am Tag. Meist nachdem sie gegessen, ihre Backentaschen entleert oder geschlafen haben. Mit ihren Vorderpfoten streichen sie sich dabei mehrfach über ihren Kopf und die Ohren. Die Hinterbeine werden mit den Vorderfüßchen festgehalten und abgeleckt. Stören Sie Ihren Hamster bei seinem Putzritual nicht – das hat der Kleine gar nicht gern. Kontrollieren Sie regelmäßig Krallen, Zähne und Fell. Sie können das Fell während des Freilaufs begutachten und vorsichtig abtasten. Wenn der Hamster einmal Durchfall hat oder stark verschmutzt ist, können Sie mit einem feuchten Wattebausch sanft über die verschmutzten Stellen wischen. Üben Sie niemals Druck aus! Das Wasser darf nicht auf die Haut des kleinen Nagers vordringen oder gar in Nase oder Ohren geraten. Die feuchten Stellen müssen Sie anschließend gründlich, aber sanft abtrocknen. Versuchen Sie nie, Ihren Hamster zu baden! Diese kleinen Wühler reagieren sehr empfindlich auf Feuchtigkeit und sind äußerst anfällig für Erkältungen, da ihr Fell zu langsam trocknet. Von einem Vollbad würde sich der Kleine nur schwer erholen.

So bleibt das Fell glänzend

Kurzhaarige Hamster kommen mit der Pflege sehr gut alleine klar. Wenn Sie deren Fellpflege dennoch etwas unterstützen möchten, dann können Sie Ihrem kleinen Mitbewohner eine Schale mit Chinchilla-Sand in sein Hamster-Heim stellen. Vor allem Zwerghamster freuen sich über ein regelmäßiges und ausgiebiges Sandbad. Wirklich Hilfe bei der Fellpflege benötigen nur langhaarige Hamster, da das lange Fell verfilzen kann. Wenn etwas Futter oder Einstreu in den Haaren hängen geblieben ist, können Sie versuchen, es mit einer Zahnbürste auszukämmen. Streicheln Sie den kleinen Nager aber zuvor, um zu prüfen, ob Verfilzungen oder Knoten in dem Fell sind. Diese sollten Sie auf keinen Fall versuchen herauszukämmen. Ihr kleiner Mitbewohner würde darauf sicher wenig begeistert reagieren. Verfilzte Stellen sollten Sie mit einer Nagelschere herausschneiden. Verwenden Sie nur eine Nagelschere mit stumpfen Enden, damit Sie den Hamster nicht verletzen! Sie können beim Haareschneiden ruhig großzügig sein, da das Hamsterfell sehr schnell nachwächst. Gewöhnen Sie Ihren langhaarigen Nager am besten schon von klein auf an diese Prozedur.

Pflege für die Zähne

Die Zähne des Hamster wachsen, wie bei allen übrigen Nagetieren auch, ein Leben lang nach. Daher benötigt der Kleine reichlich Nagematerial, um seine Beißerchen regelmäßig abzuschleifen. Zum Knabbern eignen sich beispielsweise frische Zweige. Diese dürfen jedoch nicht gespritzt sein. Waschen Sie die Äste vorher gründlich mit warmem Wasser ab, bevor Sie sie in den Käfig legen. Welche Bäume für Ihren Nager giftig sind, können Sie im Kapitel "Vorsicht, giftig für den Hamster" nachlesen. Sie können dem Hamster hin und wieder auch hartes Brot, das schimmelfrei ist, zum Nagen anbieten, aber nicht zu oft, da im Brot Zucker enthalten ist. Unbehandeltes Weichholz aus der Zoofachhandlung bietet sich ebenfalls als Nagematerial an. Manche Hamster haben eine sogenannte Zahnanomalie, also eine Fehlstellung des Gebisses. Dies kommt jedoch viel seltener vor als beispielsweise bei Meerschweinchen. Lassen Sie sich in solch einem Fall am besten von einem Tierarzt beraten.

Scharren gegen lange Krallen

Auch bei der Krallenpflege müssen Sie nur wenig nachhelfen. Hamster scharren von Natur aus viel, sodass sich die Krallen ganz von selbst abnutzen. Kontrollieren Sie die Krallen dennoch regelmäßig, vor allem die die der Vorderpfoten. Denn bei den Nagetieren wachsen die „Nägel“ immer nach. Wenn Sie das Hamsterheim aber richtig gestalten und einige natürliche „Nagelfeilen“ einbauen, schleifen sich die Krallen Ihres kleinen Mitbewohners von selbst ab. Durch Wurzeln, Baumrinden, Steine, ein Sandbad oder etwas Erde zum Buddeln nutzen sich die Krallen auf ganz natürliche Weise ab. Sollten die Krallen, aus welchem Grund auch immer, doch einmal zu lang werden und sich vielleicht sogar schon krümmen, dann müssen sie vom Tierarzt gekürzt werden. (Ewelina Zmyslowska)

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