Hamster beim Tierarzt | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Hamster beim Tierarzt

Wenn Ihr Hamster krank ist, sollten Sie mit ihm möglichst schnell zu einem Tierarzt. Gerade bei kleinen Tieren kann sich eine Krankheit rasch verschlechtern.
 
© Callalloo Alexis / Fotolia
Wenn Sie mit dem Auto zum Tierarzt fahren, dann stellen Sie die Transportbox auf keinem Fall in den Kofferraum.
Testen Sie an Ihrem kleinen Nager keine eigenen Behandlungs- oder Naturheilmethoden aus, ohne den Tierarzt vorher um Rat gefragt zu haben. Im Branchen- und Telefonbuch können Sie nachprüfen, wo in Ihrer Nähe ein Tierarzt, der sich auf Kleintiere spezialisiert hat, ansässig ist. Wenn Sie sich nicht sicher sind, dann scheuen Sie sich nicht, in der Praxis anzurufen und nachzufragen, ob der Doktor schon mal Hamster behandelt hat. Es kann sein, dass er einen Spezialisten kennt und Sie an diesen verweist. Haben Sie einen Tierarzt gefunden, dann vereinbaren Sie am besten einen Termin für den späten Nachmittag. Die Fahrt zum Tierarzt ist für den Hamster schon belastend genug. Wenn er dafür auch noch aus dem Schlaf gerissen werden muss, ist das unnötiger Stress für den Kleinen.

Vorbereitung der Transportbox

Für den Transport zum Tierarzt macht sich eine Nagerbox bezahlt. Diese gibt es in jedem Zoofachhandel zu kaufen. Sie sollte eine Mindestlänge von 25 Zentimetern haben und durch eine Abdeckung oder ein Türchen verschließbar sein. Füllen Sie die Transportbox am besten mit etwas Einstreu aus dem Käfig. So hat der kleine Nager den gewohnten Geruch um sich. Da sich Hamster von Natur aus in dunklen Höhlen wohl und sicher fühlen, ist es ratsam, die Transportbox entsprechend zu gestalten. Schaffen Sie abgedunkelte Rückzugsmöglichkeiten. Sie können auch ein Schlafhäuschen hineinsetzen, wenn dieses einen aufklappbaren Deckel oder keinen Boden hat. Denn sonst hat der Tierarzt möglicherweise Schwierigkeiten, an den Hamster ranzukommen. Holz- oder Papprollen eignen sich nicht als Rückzugsmöglichkeit, da sie während des Transports ins Rollen kommen könnten. Legen Sie Ihrem Hamster ein Stück Karotte oder Apfel hinein. Das stillt den Hunger und den Durst. Sie können die Transportbox mit einem Tuch abdunkeln, so ist der kleine Nager zusätzlich gegen Zugluft geschützt. Im Wartezimmer sollten Sie den Kleinen nicht herausnehmen. Ihr Schoß wirkt auf den ohnehin schon gestressten Hamster keinesfalls sicherer als seine Höhle.

Die Fahrt zum Tierarzt

Wenn Sie mit dem Auto zum Tierarzt fahren, dann stellen Sie die Transportbox auf keinem Fall in den Kofferraum. Im Sommer kann die Temperatur dort so hoch werden, dass der kleine Nager einen Hitzschock bekommt. Hamster haben keine Schweißdrüsen und können daher nur schwer Ihre Körpertemperatur regulieren. Außerdem kann die Transportbox dort hin- und herrutschen und vielleicht sogar umkippen. Nehmen Sie die Nagerbox am besten auf den Schoß, oder wenn Sie selber fahren, dann befestigen Sie die Box auf einem Autositz. Öffnen Sie während der Fahrt nicht das Fenster. Zugluft kann dem Hamster schaden. Ideal ist es, wenn Ihr Auto eine Klimaanlage hat. Denn im Sommer und Wintern können die extremen Temperaturen dem kleinen Nager zusetzen.

Der Tierarztbesuch

Kennen Sie den Tierarzt noch nicht oder sind sich nicht sicher, wie gut er im Umgang mit Hamstern ist, dann beobachten Sie ihn bei der Arbeit. Der Doktor sollte Ihnen seine Behandlungsmethoden und die entsprechenden Risiken genau erklären können. Hat Ihnen der Tierarzt Vorgaben zur Behandlung zu Hause gegeben, dann sollten Sie sich daran halten. Wenn Ihnen etwas unklar ist, Sie etwas nicht richtig verstanden oder vergessen haben, dann scheuen Sie sich nicht, noch einmal nachzufragen; eventuell auch telefonisch. Wenn ein Behandlungsschema beispielsweise mit Ihren Arbeitszeiten kollidiert oder wenn Sie wissen, dass es aufgrund der Eigenheiten Ihres Hamsters Probleme geben wird, dann sagen Sie das Ihrem Tierarzt besser gleich. Halbherzig durchgeführte Therapien bringen nämlich selten etwas – am wenigsten Ihrem kranken Hamster.

Besonderheiten bei Operationen

Kleine Heimtiere wie Kaninchen, Meerschweinchen und Mäuse oder Ratten sollten im Gegensatz zu Katzen oder Hunden niemals nüchtern operiert werden. Stellen Sie diesen Tieren bis zum Operationstermin immer frisches Wasser und Futter zur Verfügung. Wärme ist für die Kleinen nach der Operation besonders wichtig, denn sie kühlen im Narkosenachschlaf leicht aus. Wickeln Sie den kleinen Patienten in ein Handtuch – der Kopf sollte natürlich unbedeckt bleiben – und legen Sie ihn unter eine Infrarotlampe. Überprüfen Sie aber regelmäßig die Temperatur unter der Lampe mit dem Handrücken, damit es dem Pflegling nicht zu heiß wird. In den ersten Tagen nach der Operation sollte der Patient getrennt von den anderen Tieren nicht auf Streu, sondern auf nicht fusselnden Hand- oder Papierküchentüchern gehalten werden. Denn Streu könnte sich in die Wunde einspießen und für Infektionen sorgen. Sonst gilt das Gleiche wie für die großen Heimtiere. (Ewelina Zmyslowska)

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