Steckbrief Dsungarischer Zwerghamster | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Dsungarischer Zwerghamster

Frei lebende Dsungaren paaren sich hauptsächlich in einer fünfmonatigen Fortpflanzungsperiode, die von Mai bis September andauert. Erfahren Sie im Steckbrief Details zu Systematik, Aussehen, Nachwuchs, Aufzucht, Verhalten, Sinnesleistungen, Kommunkation und Haltung des Dsungarischer Zwerghamsters.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Der kleine Dsungare wurde 1770 das erste Mal entdeckt.

Steckbrief

  • Körperlänge: Weibchen: 9,5 - 10 cm; Männchen: 10,5 - 11 cm
  • Gewicht: Weibchen: 38 - 45 g; Männchen: 48 - 55 g
  • Körper: walzenförmig
  • Kopf: rund, mit großen schwarzen Augen
  • Fellhaar: kurz, dicht
  • Lebenserwartung: 1 - 3 Jahre

 Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Nagetiere
  • Familie: Wühler
  • Gattung: Kurzschwanz-Zwerghamster
  • Art: Dsungarischer Zwerghamster

Aussehen

Das Fell des Dsungarischen Zwerghamsters ist graubraun, mit einem weißgefärbten Bauch. Auf dem Rücken verläuft ein schwarzer Aalstrich vom Kopf bis zur Schwanzspitze. Der Kontrast zwischen dem weißlichen Bauch und dem graubraunen Rücken wird durch einen schwarzen Grenzstrich verstärkt: die so genannte Dreibogen-Linie. Dreibogen-Linie deshalb, weil die schwarze Linie zwischen der Ober- und Unterseite in drei Bögen verläuft.  Das Fell ist sehr weich und flauschig. Auch an den Füßchen hat der Dsungarische Zwerghamster Haare.

Nachwuchs und Aufzucht

Frei lebende Dsungaren paaren sich hauptsächlich in einer fünfmonatigen Fortpflanzungsperiode, die von Mai bis September andauert. Das Paarungsverhalten läuft bei Zwerghamstern etwas anders ab als bei Goldhamstern. Sobald ein Zwerghamster-Männchen merkt, dass das Weibchen paarungswillig ist, verfällt es in eine regelrechte Hektik. Die Paarung kann dann im Abstand von nur wenigen Sekunden stattfinden. Im Gegensatz zu Goldhamstern, bei denen die Aufzucht der Jungen reine „Frauensache“ ist, dulden Dsungarische Zwerghamsterweibchen den Vater ihres Nachwuchses in ihrer Nähe. Er kann sogar beim Geburtsvorgang helfen. Danach verlässt er allerdings das Nest. Ingesamt vergehen beim Dsungarischen Zwerghamster rund 18 Tage bis die Jungen zur Welt kommen. Die mittlere Wurfgröße beträgt 6 Junge. Spätestens nach der Geburt sollte man das Männchen wieder von der jungen Mutter trennen, da es sonst zu einer weiteren Paarung kommt. Nach 40 bis 45 Tagen sind auch die jungen Dsungaren geschlechtsreif.

Lebensweise und Verhalten

Die Dsungaren sind dämmerungs- und nachtaktiv. In Menschenhand gehört der Dsungare zu den zutraulichsten Zwerghamstern. Denn auch im fortgeschrittenen Alter besteht noch die Möglichkeit, dass er handzahm wird. Gestreichelt werden möchte er jedoch nicht. Grundsätzlich sollten Dsungaren einzeln gehalten werden. Nur in den seltensten Fällen ist eine Paarhaltung möglich. Sobald die Zwerge geschlechtsreif sind, kann es zu Balgereien und ernsthaften Kämpfen kommen. Lediglich während der Trächtigkeit und manchmal sogar während der Aufzucht wird der Vater der Jungen von dem Hamsterweibchen geduldet. Dsungarische Zwerghamster halten keinen Winterschlaf. Auch bei den wildlebenden Artgenossen setzt nur der so genannte Torpor ein. Zwar handelt es sich auch hierbei um einen Schlafzustand, dieser wird jedoch nicht durch die Kälte, sondern durch den Nahrungsmangel ausgelöst.

Kommunikation und Sinnesleistungen

Aufgrund ihres außergewöhnlich gut entwickelten Geruchs-, Gehör- und Tastsinnes können sich Dsungarische Zwerghamster auch in völliger Dunkelheit zurechtfinden und verlieren niemals die Orientierung. Da die Zwerge meist nur zur  Dämmerungs- oder Nachtstunde unterwegs sind, können sie Farben nicht sehr gut unterscheiden. Durch ihre Knopfaugen haben die Nager zwar eine gute Rundumsicht, jedoch können sie nicht räumlich sehen. Außerdem sind sie stark kurzsichtig und können nur auf eine Entfernung von einem Meter ihre Umgebung scharf erkennen. Der Geruchssinn ist bei den Hamstern wohl am besten ausgeprägt. Beispielsweise ist bei der Paarung vor allem der Duft, den das Weibchen in der Brunstzeit aussendet, besonders wichtig. Duftstoffe werden aber nicht nur über den Kot oder Urin abgegeben. Zwerghamster besitzen auf der Bauchseite eine spezielle Drüse, die Ventraldrüse.  Aufgenommen werden die Gerüche nicht nur über die Riechzellen in der Nase. Auch über das Vomeronasalorgan werden Substanzen, so genannte Pheromone, wahrgenommen. Pheromone können Markierungsstoffe aber auch Sexuallockstoffe sein und geben Auskunft über den Verwandtschaftsgrad oder das Geschlecht und die Paarungsbereitschaft des anderen Hamsters. Aber auch der Hörsinn ist nicht zu verachten. Hamster können Laute, die im Ultraschallbereich liegen, wahrnehmen. Diese besonders hohen Töne geben die Tiere während der Paarung und zur Verteidigung ab.

Haltung

Bevor der Hamster ins neue Heim einzieht, sollte der Käfig schon vorhanden und mit sämtlichem Zubehör ausgestattet sein. Laut neuesten Forschungsstudien wird eine Käfiggröße mit einer Grundfläche von einem Quadratmeter empfohlen. Die Zwerge wechseln zudem mit Vorliebe das Häuschen. Man kann ihnen daher verschiedene Schlafhäuser anbieten: beispielsweise aus einer ausgehöhlten Kokosnuss oder einer ausgedienten Keramikschale.

Hätten Sie's gewusst

Der kleine Dsungare wurde 1770 das erste Mal entdeckt. In der Natur wechselt die Fellfarbe des Dsungaren im Winter von graubraun zu schneeweiß. In der Heimtierhaltung kommt der Farbwechsel aufgrund der warmen Umgebungstemperatur nicht vor. Durch die behaarten Füßchen ist der Dsungarische Zwerghamster zwar kein guter Kletterer, dafür aber bestens vor Kälte geschützt und dringt in freier Wildbahn auch gern in schneebedeckte Gebiete vor. Obwohl Sibirien sein Hauptverbreitungsgebiet ist, erhielt des Dsungare seinen Namen von der chinesischen Region Dsungarei. In manchen Büchern findet man ihn aber auch unter dem Namen Sibirischer oder Russischer Zwerghamster.
 

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