Steckbrief Goldhamster | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Goldhamster

Alle Goldhamster in menschlicher Obhut gehen auf drei Weibchen und ein Männchen zurück, die 1931 nahe der syrischen Stadt Aleppo entdeckt wurden. Den vollständigen Steckbrief lesen Sie hier.
 
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Alle Goldhamster in menschlicher Obhut gehen auf drei Weibchen und ein Männchen zurück, die 1931 nahe der syrischen Stadt Aleppo entdeckt wurden.

Steckbrief

  • Körperlänge: Männchen: 15 - 18cm; Weibchen: 13 - 15 cm
  • Gewicht: Männchen: 130 - 170 g; Weibchen: 110 - 140 g
  • Körper: walzenförmig
  • Kopf: rund, mit großen schwarzen Augen
  • Fellhaar: dicht, weich
  • Lebenserwartung: 1 - 3 Jahre

 Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Nagetiere
  • Familie: Wühler
  • Gattung: Mittelhamster
  • Art: Goldhamster

Aussehen


Der syrische Goldhamster wurde in verschiedensten Farben und Fellstrukturen gezüchtet. Die Wildform aber hat ein rotbraunes Fell mit grauem oder weißem Bauch. Charakteristisch sind auch die dunklen Streifen an den Backen und die hellen Streifen am Hals. Der gestreute Farbeindruck des Rückenfells, auch Agouti-Färbung genannt, entsteht durch dreifarbige Haare. Jedes Haar trägt die Farben Schwarz, Braun und Blond. Solch eine dreifache Bänderung eines einzelnen Haares wird als „Ticking“ bezeichnet. Goldhamster haben große schwarze, leicht hervortretende Knopfaugen, mit denen sie ein weites Gesichtsfeld erfassen können. Am Hintern der putzigen Nager findet sich ein kleines, knapp 1 cm langes Stummelschwänzchen.

Nachwuchs und Aufzucht

Die Paarungszeit der Goldhamster in der Wildnis liegt zwischen März und November. Da die Weibchen während dieser Zeit etwa alle vier bis fünf Tage paarungsbereit sind, laufen die Männchen von Bau zu Bau, um nachzusehen ob es schon soweit ist. Wenn das Weibchen nicht in Stimmung ist, kann es zu einem Kampf kommen. Als Heimtier gehaltene Hamstermännchen werden für die Zucht jeden Abend in den Käfig des Weibchens gesetzt. Ist dieses nicht paarungsbereit, müssen die Tiere sofort wieder getrennt werden. Ist das Hamsterweibchen jedoch in Stimmung, dann kann so eine Paarung die ganz Nacht andauern. Nach einer Tragzeit von ca. 16 Tagen kommen 5 - 10 Junge zur Welt, um die sich die Mutter allein kümmert. Die Hamster-Babys sind anfangs noch nackt und blind, wachsen aber sehr schnell heran: Schon nach 30 Tagen können die Weibchen selbst wieder Nachwuchs bekommen. Bei den Männchen dauert es 40 - 50 Tage, bis sie geschlechtsreif sind.

Lebensweise und Verhalten

Freilebende Hamster sind im Gegensatz zu ihren als Heimtier gehaltenen Verwandten vor allem tagsüber aktiv. Sie müssen schließlich ihren Feinden wie Eule und Co. aus dem Weg gehen, die selbst in der Dämmerung und nachts auf Beutezug sind. Die kleinen Nager verbringen bis zu 90% ihres Lebens in ihrem Bau, der 50 - 100 cm tief in die Erde gegraben ist. Freilebende Goldhamster sind so genannte fakultative Winterschläfer. Bei Temperaturen unter 8°C und weniger als 10 Stunden Licht pro Tag beginnen die Vierbeiner Winterschlaf zu halten. Dabei kann ihre Körpertemperatur um bis zu 30°C absinken. Die Nager, egal ob in der Wildnis oder im Käfig, sind strikte Einzelgänger. Wenn sie nicht paarungsbereit sind, wird jeder Artgenosse aus dem eigenen Revier vertrieben – nicht selten kommt es hierbei zu Kämpfen.

Kommunikation und Sinnesleistungen

Aufgrund ihres  außergewöhnlich gut entwickelten Geruchs-, Gehör- und Tastsinnes können sich Goldhamster auch in völliger Dunkelheit zurechtfinden und verlieren niemals die Orientierung. Da die Nager meist nur zur  Dämmerungs- oder Nachtstunde unterwegs sind, können sie Farben nicht sehr gut unterscheiden. Durch ihre Knopfaugen haben die Nager zwar eine gute Rundumsicht, jedoch können sie nicht räumlich sehen. Außerdem sind sie stark kurzsichtig und können nur auf eine Entfernung von einem Meter ihre Umgebung scharf erkennen. Der Geruchssinn ist bei den Hamstern wohl am besten ausgeprägt. Beispielsweise ist bei der Paarung vor allem der Duft, den das Weibchen in der Brunstzeit aussendet, besonders wichtig. Goldhamster-Männchen besitzen an ihren Flanken weitere spezielle Drüse, mit denen sie ihr Revier markieren können. Aufgenommen werden Gerüche nicht nur über die Riechzellen in der Nase. Auch über das so genannte Jacobson Organ, das sich im Bereich der Nasenscheidewand befindet, werden bestimmte Duftstoffe, die Pheromone wahrgenommen. Pheromone können Markierungsstoffe aber auch Sexuallockstoffe sein und geben Auskunft über den Verwandtschaftsgrad oder das Geschlecht und die Paarungsbereitschaft des anderen Hamsters. Aber auch der Hörsinn ist nicht zu verachten. Hamster können Laute, die im Ultraschallbereich liegen, wahrnehmen. Diese besonders hohen Töne geben die Tiere während der Paarung und zur Verteidigung ab.

Haltung

Bevor der Hamster ins neue Heim einzieht, sollte der Käfig schon vorhanden und mit sämtlichem Zubehör ausgestattet sein. Laut neuesten Forschungsstudien wird eine Käfiggröße mit einer Grundfläche von einem Quadratmeter empfohlen. Eine Möglichkeit zur Vergrößerung der Grundfläche ist das Verbinden von zwei Käfigen durch Röhren. Von einer Haltung in einem ausgedienten Aquarium ist insofern abzuraten, als dass die Luftzirkulation erheblich eingeschränkt ist und diese Behausung erschwert zu reinigen ist.

Hätten Sie's gewusst

Alle Goldhamster in menschlicher Obhut gehen auf drei Weibchen und ein Männchen zurück, die 1931 nahe der syrischen Stadt Aleppo entdeckt wurden. Prof. Aharoni, der einen zweieinhalb Meter tiefen Hamsterbau ausgrub, nahm die Goldhamstermutter und ihre Jungen mit an die Universität Jerusalem und züchtete mit den Jungtieren. Seit 1945 gibt es auch im deutschsprachigen Raum den Goldhamster als Heimtier.
 
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