Steckbrief Roborowski Zwerghamster | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief Roborowski Zwerghamster

Der Roborowski ist nicht nur der Winzling unter den Zwerghamstern. Er ist der kleinste Hamster der Welt! Erfahren Sie im Steckbrief Details zu Systematik, Aussehen, Nachwuchs, Aufzucht, Verhalten, Sinnesleistungen, Kommunkation und Haltung des Roborowski Zwerghamsters.
 
© Glenn Frank / iStockphoto
Den Namen Roborowski hat der Zwerghamster von seinem Entdecker Roborovski erhalten.

Steckbrief

  • Körperlänge: Weibchen: 4,5 - 5,5 cm; Männchen: 6 - 7 cm
  • Gewicht: Weibchen: 17 - 22 g; Männchen: 20 - 25 g
  • Körper: walzenförmig
  • Kopf: rund, mit großen schwarzen Augen
  • Fellhaar: kurz, dicht
  • Lebenserwartung: 1 - 2 Jahre

 Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Nagetiere
  • Familie: Wühler
  • Gattung: Kurzschwanz-Zwerghamster
  • Art: Roborowski-Zwerghamster

Aussehen

Der Roborowski ist nicht nur der Winzling unter den Zwerghamstern. Er ist der kleinste Hamster der Welt! Der Roborowski-Zwerg hat im Gegensatz zu den anderen Zwerghamstern keinen dunklen Aalstrich auf dem Rücken, sondern ein gleichmäßig sandfarbenes Fell, das ihm für seinen natürlichen Lebensraum eine gute Tarnfarbe verleiht. Das Fell ist außerdem etwas länger und auch an den Füßchen hat der Winzling Haare. Die Schnauze und der Bauch sind weiß. Zuchtfarben existieren noch keine. Hin und wieder findet man den „Weißkopfroborowski“ als neuen Farbeinschlag. Doch Vorsicht! Hierbei handelt es sich um eine Qualzucht. Mit der Weißfärbung am Kopf vererbt sich auch die Drehkrankheit, bei der sich die Tiere unaufhörlich im Kreis drehen.

Nachwuchs und Aufzucht

Die Roborowskis haben einen saisonalen Fortpflanzungszyklus: von April/Mai bis zum September. In dieser Zeit bringen die Weibchen drei bis vier Würfe zur Welt. Das Paarungsverhalten läuft bei Zwerghamstern etwas anders ab, als bei Goldhamstern. Sobald ein Zwerghamster-Männchen merkt, dass das Weibchen paarungswillig ist, verfällt es in eine regelrechte Hektik. Die Paarung kann dann sogar im Abstand von nur wenigen Sekunden stattfinden. Die Trächtigkeitsdauer beträgt bei den Roborowskis 18 Tage. Die mittlere Wurfgröße ist im Vergleich zu seinen größeren Verwandten mit vier Jungen sehr klein. Es können vereinzelt aber auch bis zu acht Jungen zur Welt kommen. Diese sind dann bereits nach nur 30 Tagen selber geschlechtsreif.

Lebensweise und Verhalten

Roborowski-Zwerghamster sind nicht nur zu nächtlicher Stunde munter, sondern auch vormittags. Im Gegensatz zu ihren größeren Verwandten halten sie aber weder einen Winterschlaf noch fallen sie in den so genannten Torpor. Jedoch sind die Winzlinge in der kalten Jahreszeit weniger aktiv und hektisch. Generell sind die Roborowskis zwar sehr scheu, dafür aber auch sehr friedlich. Auch wenn sie praktisch nie beißen, lassen sie sich nicht gerne streicheln. Sie sind im Vergleich zu den meisten anderen Hamsterarten gesellige Tiere, die in Einzelfällen sogar zu zweit gehalten werden können. Außerdem haben diese kleinen Nager einen unglaublichen Bewegungsdrang und brauchen deshalb viel Auslauf. In freier Wildbahn gehören sie schließlich zu den Zwerghamstern, die den weitesten Weg zu ihrer Nahrungsquelle zurücklegen müssen.

Kommunikation und Sinnesleistungen

Aufgrund ihres außergewöhnlich gut entwickelten Geruchs-, Gehör- und Tastsinnes können sich Dsungarische Zwerghamster auch in völliger Dunkelheit zurechtfinden und verlieren niemals die Orientierung. Da die Zwerge meist nur zur  Dämmerungs- oder Nachtstunde unterwegs sind, können sie Farben nicht sehr gut unterscheiden. Durch ihre Knopfaugen haben die Nager zwar eine gute Rundumsicht, jedoch können sie nicht räumlich sehen. Außerdem sind sie stark kurzsichtig und können nur auf eine Entfernung von einem Meter ihre Umgebung scharf erkennen. Der Geruchssinn ist bei den Hamstern wohl am besten ausgeprägt. Beispielsweise ist bei der Paarung vor allem der Duft, den das Weibchen in der Brunstzeit aussendet, besonders wichtig. Duftstoffe werden aber nicht nur über den Kot oder Urin abgegeben. Zwerghamster besitzen auf der Bauchseite eine spezielle Drüse, die Ventraldrüse.  Aufgenommen werden die Gerüche nicht nur über die Riechzellen in der Nase. Auch über das Vomeronasalorgan werden Substanzen, so genannte Pheromone, wahrgenommen. Pheromone können Markierungsstoffe aber auch Sexuallockstoffe sein und geben Auskunft über den Verwandtschaftsgrad oder das Geschlecht und die Paarungsbereitschaft des anderen Hamsters. Aber auch der Hörsinn ist nicht zu verachten. Hamster können Laute, die im Ultraschallbereich liegen, wahrnehmen. Diese besonders hohen Töne geben die Tiere während der Paarung und zur Verteidigung ab.

Haltung

Die Haltung der Roborowski Zwerghamster ist etwas komplizierter, als bei seinen größeren Verwandten. Die Gitterstäbe der handelsüblichen Käfige sind meist zu weit auseinander gesetzt, so dass der Winzling mit Leichtigkeit entwischen kann. Deshalb bietet sich die Haltung in einem ausgedienten Aquarium oder Terrarium an. Auch bei der Ernährung können Probleme auftreten. Das Futter muss ballaststoffhaltig und fettarm sein. Am besten bieten Sie Heu und unterschiedliche feine Samen, wie Hirse, Leinsamen und Sesamsamen an. Auf Lockmittel wie Erdnüsse sollte gänzlich verzichtet werden.

Hätten Sie's gewusst

Den Namen Roborowski hat der Zwerghamster von seinem Entdecker Roborovski erhalten, der den kleinen Nager 1894 ausgrub. Im Jahre 1903 wurde er von dem Forscher Satunin das erste Mal beschrieben. Erst in den 70er Jahren wurde der kleine Nager als Heimtier entdeckt, hat aber leider nie den Beliebtheitsstatus des Dsungaren erreicht. Die Roborowskis eignen sich eher für Hamsterliebhaber, die ihr Tier gerne beobachten. Für Kinder oder Hamsterneulinge sind diese Zwerge wegen der anspruchsvollen Haltung eher ungeeignet.
 
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