Verhalten & Beschäftigung beim Hamster | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin
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Verhalten & Beschäftigung beim Hamster

Als Fluchttiere sind Hamster besonders wendig, flink und huschen sofort in ihren Bau, sobald Gefahr droht. Sie besitzen zwar keine Angriffsstrategien, dafür haben sie viele andere Verhaltensweisen entwickelt.
 
Verhalten und Beschäftigung für den Hamster © Vedmochka / Fotolia
Lernen Sie, das Verhalten Ihres Hamsters zu deuten.
Wenn Hamster in freier Wildbahn angegriffen werden, die Zufluchtsstätte aber nicht mehr erreichbar ist, versuchen sich die kleinen Nager mit Fauchen und Drohen der Gefahr zu entziehen. Hilft auch das nicht mehr, dann stellen sie sich tot und hoffen, dass der Feind von ihnen ablässt. Das sollten Sie wissen, wenn Sie sich Ihrem Hamster nähern. Greifen Sie den kleinen Nager nie unvermittelt von oben. In der Natur würde ihn so ein Greifvogel packen. Da die Körpersprache gut entwickelt und auch recht einfach zu durchschauen ist, können Sie gezielt auf Ihren kleinen Mitbewohner eingehen. Außerdem haben Hamster ein breites Repertoire an Lauten, mit denen sich die Kleinen untereinander verständigen: Quieken, Pfeifen, Fiepen, Glucksen, Knurren und Brummen. Versuchen Sie doch mal herauszufinden, welche Geräusche Ihr Hamster macht und was er Ihnen damit „sagen“ möchte. Das macht nicht nur Spaß, Sie lernen Ihren kleinen Mitbewohner auch viel besser kennen.

Körpersprache richtig deuten

  • Aufrichten auf die Hinterbeine und wittern: Der Hamster erkundet seine Umgebung. Er nimmt die Gerüche und Geräusche wahr.
  • Aufrichten auf die Hinterbeine und Pfötchen hängen lassen: Der Hamster ist aufmerksam, aber entspannt.
  • Aufrichten auf die Hinterbeine, Zähne zeigen, Pfötchen heben und Fell sträuben: Der Hamster fühlt sich bedroht. Hierbei handelt es sich um eine Abwehrhaltung.
  • Putzen: Dies kann zum einen als normales Komfortverhalten, zum anderen aber auch als eine Übersprungshandlung gedeutet werden. Wenn ihn etwas beunruhigt, er aber nicht weiß wie er sich verhalten soll – ob er fliehen oder bleiben soll –, kommt es zu einer Verlegenheitsgeste, dem Putzen.
  • Strecken: Wenn ein Hamster ausgeschlafen hat und sich sehr sicher fühlt, streckt er sich gerne vor seinem Häuschen.
  • Gähnen: Beim Strecken gähnt der Hamster oft. Dabei ist er völlig entspannt und fühlt sich in keiner Weise bedroht.
  • Zähnewetzen: Der Hamster fühlt sich bedroht. Dies passiert häufig beim Zusammentreffen von zwei Hamstern, die sich nicht kennen und deshalb nicht leiden können.
  • Kriechen, flach am Bauch: Der Hamster hat Angst, fühlt sich unsicher und ist sehr beunruhigt. Er möchte nicht gesehen werden, deshalb drückt er sich so flach an den Boden.
  • Quieken: Der Hamster hat Schmerzen oder große Angst.

Der scheue Hamster

Wenn der kleine Nager erst vor Kurzem bei Ihnen eingezogen ist, braucht er Zeit, Vertrauen aufzubauen. Er wird sich anfangs nur selten aus dem Häuschen trauen. Sie sollten sich dem kleinen Nager dann nur vorsichtig und sehr ruhig annähern, sonst verschrecken Sie ihn gleich wieder. Sollte Ihr Hamster jedoch schon einmal zutraulich gewesen sein und ist plötzlich scheu geworden, könnte es auf eine Krankheit hindeuten. Prüfen Sie sein Gewicht und sein Aussehen. Ist sein Fell struppig, weist vielleicht sogar kahle Stellen auf oder sind seine Augen verklebt, dann sollten Sie mit dem Kleinen zu einem Tierarzt fahren. Kontrollieren Sie einmal die Woche die Gesundheit Ihres Hamsters. Wenn der Hamster gesund ist und dennoch von heute auf morgen solch ein scheues Verhalten aufweist, kann es auch sein, dass er durch irgendetwas enorm gestresst wurde. Wurde er in den letzten Tagen aus seinem Schlaf gerissen? Kleine Kinder sind oft etwas ungeduldig im Umgang mit einem Hamster und könnten ihn überfordert haben.

Wenn der Hamster bissig wird

Hamster beißen nur dann, wenn sie sich bedroht fühlen und gestresst sind. Hin und wieder passiert es dann aber doch. Vielleicht haben Sie ihn etwas ungeschickt angefasst. Versuchen Sie nie, ihn tagsüber aus seinem Häuschen herauszuheben - da schnappt er gerne zu. Es kann aber auch sein, dass Ihre Hände nach etwas Leckerem gerochen haben und er das neue „Futter“ ausprobieren wollte. Dies kann passieren, wenn Sie Ihren Finger zwischen den Gitterstäben durchstecken. Geben Sie normalerweise immer die Leckerlis durch das Gitter, kann er Ihren Finger schon mal damit verwechseln. Bei einem „bissigen“ Hamster gilt es vor allem, Geduld zu beweisen. Er muss zu Ihnen Vertrauen aufbauen, und dazu müssen Sie ihm so viel Zeit lassen, wie er braucht.

Verhaltensstereotypien

Unter einer Verhaltenstereotypie versteht man eine Handlung, die immer wieder, aber ohne jeglichen Sinn und Zweck ausgefüllt wird. Die bekannteste solcher Verhaltensweisen bei Hamstern ist wohl das Nagen am Käfiggitter. Begründet ist ein solches Verhalten in ungenügenden und meist sehr eintönigen Haltungsbedingungen. Durch einen artgerechten Käfig, der dem Hamster viel Raum und Möglichkeiten zum Toben, Laufen, Buddeln und Klettern gibt, lassen sich solche Verhaltensstereotypien minimieren. Ein Freilauf ist ebenso notwendig wie ein artgerechtes Hamster-Heim. Diese kleinen Nager laufen von Natur aus sehr viel – pro Nacht legen sie durchschnittlich fünf Kilometer zurück. Schaffen Sie auch beim Auslauf verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten für den Kleinen.

Werden Hamster stubenrein?

So richtig stubenrein werden Hamster für gewöhnlich nie. In seinem eigenen Heim hingegen ist der kleine Nager sehr reinlich. Er richtet sich eine spezielle Ecke als seine Kloecke ein, und in dieser wird das Geschäft verrichtet. Sie können ihm eine Kloschale kaufen, die gibt es in Zoofachhandlungen, und in der Kloecke platzieren. Wenn der Hamster die Toilettenschale annimmt, haben Sie weniger Arbeit mit dem Säubern der Kloecke. Außerdem verdreckt die restliche Streu nicht so schnell. In seinem Käfig ist der Hamster also meist „stubenrein“. Beim Freilauf hingegen kann schon mal hier und da ein kleines schwarzes Köttelchen liegen bleiben. Das werden Sie dem Nager auch nicht abgewöhnen können. (Ewelina Zmyslowska)


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