Eingewöhnung neuer Kaninchen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Eingewöhnung neuer Kaninchen

Kaninchen sind Fluchttiere. Wenn Sie sich aber regelmäßig mit Ihren Lieblingen beschäftigen, können sie sehr zutraulich werden und hören sogar auf ihren Namen.
 
© Foto: Thomas Brodmann / animals-digital.de
Foto: Thomas Brodmann / animals-digital.de
Der Umzug in eine neue Umgebung mit fremden Menschen bedeutet Stress für Kaninchen. Aus diesem Grund sollte der Transport so schnell und stressfrei wie möglich erfolgen. Das neue Zuhause ist am besten schon komplett eingerichtet und mit Futter ausgestattet, sodass die Tiere direkt einziehen können. In den ersten Tagen der Eingewöhnung ist es wichtig, dass die Kaninchen in Ruhe gelassen werden. Lärm (z.B. laute Musik und Kindergeschrei) und jegliche Unruhe sollten in der Nähe des Geheges vermieden werden. Die Tiere sollten sich erst einmal an ihr neues Gehege und ihren Menschen gewöhnen, bevor sie Freilauf in der Wohnung erhalten.

Vermeiden Sie außerdem hektische Bewegungen und greifen Sie nicht von oben in den Käfig, sondern immer von der Seite (auf gleicher Höhe mit den Tieren). Auf keinen Fall sollten Sie die Neuankömmlinge greifen und hochnehmen (außer im Notfall). Die meisten Kaninchen mögen es nicht, hochgehoben und herumgetragen zu werden. Sie würden damit das Vertrauen direkt zerstören.

Vertrauen schaffen

Im ersten Schritt reichen Sie Ihren Kaninchen am besten vorsichtig ihr Futter und reden ihnen beruhigend zu. Nehmen Sie sich Zeit und füttern Sie Ihre Schützlinge aus der Hand. Wenn Ihre Langohren schon vorher Kontakt zu Menschen hatten und nicht irgendwo auf einem „Hinterhof“ abgeschoben waren, werden sie sich nach wenigen Tagen an Sie gewöhnen. Sobald die Tiere in Ihrer Gesellschaft entspannt liegen bleiben, sich putzen und vielleicht sogar auf Sie zukommen, können Sie sie vorsichtig auf dem Rücken streicheln.

Haben die Kaninchen so weit Vertrauen gewonnen, können sie ihren ersten Freilauf in der Wohnung genießen. Vermeiden Sie es allerdings, den Tieren hinterherzulaufen und sie beim Einfangen zu „jagen“. Besser ist, Sie setzen sich zu den Kaninchen auf den Boden und nähern sich ihnen langsam. Da die Hasenartigen überaus neugierig sind, werden sie nach kurzer Zeit angehoppelt kommen und ihren Menschen „erkunden“. Nach einiger Zeit reagieren zutrauliche Kaninchen sogar auf ihren Namen und kleine „Kommandos“ wie „Komm“ und „Hopp“.

Richtiges Hochheben und Tragen

Hochgehoben und getragen zu werden ist für Kaninchen mit Stress verbunden. Normalerweise ist das Hochheben nur nötig, wenn Sie einen Gesundheits-Check durchführen, die Krallen schneiden oder zum Tierarzt müssen. Das Gehege wird am besten so aufgestellt, dass die Tiere von selbst hinein- und hinausspringen können. Um sie nach dem Freilauf wieder in den Käfig zu locken, kann im Gehege Frischfutter angeboten werden.

Lässt es sich nicht vermeiden, dass Ihre Langohren hochgenommen werden, gehen Sie folgendermaßen vor: Drücken Sie den Nacken des Kaninchens sanft auf den Boden, halten Sie das Nackenfell fest und fassen Sie mit der anderen Hand unter das Hinterteil. Das Tier wird hochgehoben und vor der Brust fixiert. Niemals dürfen Kaninchen nur am Nackenfell oder gar an den Ohren hochgenommen werden. Kleine Kaninchen können anstatt des Nackengriffs mit der einen Hand an den Vorbeinen fixiert und mit der anderen Hand an den Hinterbeinen gestützt werden. (Kathrin Aretz)

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