Ernährung von Kaninchen

Eine falsche Ernährung kann zu schweren Magen-/Darmerkrankungen und Zahnproblemen führen. Füttern Sie daher von Anfang an das Richtige!
 
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Neben Heu und frischem Trinkwasser zählt Frischfutter zur gesunden Kaninchenernährung.
Eine gesunde Kaninchenernährung sollte sich am natürlichen Futterspektrum von Wildkaninchen orientieren. Hier stehen Gräser, Kräuter, Gemüsepflanzen und Wurzeln auf dem täglichen Speiseplan. Sowohl Wild- als auch Hauskaninchen ernähren sich sehr rohfaserreich, nehmen aber wenig Fett und Proteine zu sich. Das rohfaserreiche Futter sorgt dafür, dass die Nahrung aus dem Magen in den Darm transportiert wird.

Ebenso wichtig ist Rohfaser für die ständig nachwachsenden Backenzähne , die durch das Zermahlen von Gräsern und Kräutern abgenutzt werden. In der Heimtierhaltung bildet daher hochwertiges Heu das Hauptfutter von Kaninchen. Es enthält etwa 25 Prozent Rohfaseranteile und muss den Tieren zur freien Verfügung stehen. Kaninchen nehmen täglich nämlich etwa 80 kleine Mahlzeiten zu sich.

Achten Sie darauf, dass das Heu eine grünliche Farbe hat und aromatisch duftet. Staubiges, muffiges oder gelbliches Heu sollte nicht verfüttert werden. Am meisten Nährstoffe und Rohfaser enthält Heu des ersten Schnitts. Es ist auch meist grober als Heu vom zweiten Schnitt und wird besonders gerne gefressen. Zusätzlich zum Heu können kleine Mengen getrocknete Kräuter, Blätter und Blüten (z.B. Löwenzahn, Brennnessel, Spitzwegerich etc.) verfüttert werden.

Trockenfutter

Die Meinungen, ob Kaninchen Trockenfutter benötigen oder nicht, gehen stark auseinander. Einige Kaninchenhalter verzichten völlig auf die Gabe von Trockenfutter und ernähren ihre Tiere ausschließlich mit Heu und Frischfutter (Gemüse, Obst, Gräser und Kräuter). Bei ausgewachsenen, gesunden und abwechslungsreich ernährten Heimkaninchen ist diese Fütterung durchaus zu empfehlen. Falls Sie nicht auf Trockenfutter verzichten möchten, sollten Sie Ihren Langohren kleine Mengen Pellets anbieten.

Hierbei handelt es sich um gepresstes Futter, das hauptsächlich aus Gräsern und Kräutern bestehen sollte und mindestens 17 Prozent Rohfaser enthält. Das Futter sollte folgende Komponenten grundsätzlich nicht (!) enthalten: Getreide, Melasse, Zucker, Honig, Milch, Eier, Nüsse und Kerne. Buntes Mischfutter, das vielfach im Handel angeboten wird, enthält einige dieser Bestandteile und ist für Kaninchen nicht geeignet!

Frischfutter

Neben Heu und frischem Trinkwasser zählt Frischfutter (Gemüse, Obst, Gräser und Kräuter) zur gesunden Kaninchenernährung. Es liefert Ihren Tieren wichtige Vitamine, Mineralstoffe, Kohlenhydrate, Rohprotein (Eiweiß) und Fette. Frischfutter sollte aber wirklich nur frisch und keinesfalls gammelig oder verfault verfüttert werden. Kaninchen, die nicht an frisches Grün oder bestimmte Futtersorten gewöhnt sind, werden langsam auf ihr neues Futter umgestellt.

Zu schnelle Umstellungen des Frisch- oder Trockenfutters führen häufig zu Magen-/Darmproblemen wie Durchfall und Verstopfungen und können lebensbedrohlich sein. Testen Sie vorsichtig, welche Obst-, Gemüse- und Kräutersorten Ihre Kaninchen mögen und gut vertragen. Wenn Sie merken, dass eines Ihrer Langohren auf bestimmte Frischfuttersorten empfindlich reagiert, verfüttern Sie besser etwas anderes. (Kathrin Aretz)

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