Handaufzucht von Kaninchen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Handaufzucht von Kaninchen

Was kann getan werden, um verwaiste Kaninchenbabys am Leben zu erhalten? In einem solchen Notfall müssen die Jungtiere mit der Flasche groß gezogen werden.
 
© Foto: pattie / Fotolia
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In manchen Fällen kommt es vor, dass das Muttertier nach der Geburt der Jungen erkrankt oder gar stirbt. Ebenso kann es passieren, dass die Häsin so jung ist, dass sie mit ihrer Mutterrolle überfordert ist. Für die Jungen bedeutet dies, dass sie nicht von ihrer Mutter gesäugt werden können. Ist das der Fall, sollten Sie versuchen eine andere säugende Häsin als Amme zu finden. Eventuell akzeptiert die Häsin den Nachwuchs als ihren eigenen. Ist dies nicht möglich, müssen die Jungtiere mit der Hand aufgezogen werden.

In einigen Kaninchenschutzorganisationen gibt es Ansprechpersonen, die Erfahrung mit Handaufzuchten haben. Sicherlich finden Sie auch im Internet Tierschützer in Ihrer Nähe, die Ihnen und dem Kaninchennachwuchs helfen können. Wenn nicht, ist es wichtig, dass Sie sich selbst um den verwaisten Nachwuchs kümmern. In jedem Fall müssen die Babys schnellstmöglich mit einer Ersatzmilch versorgt werden.

Fütterung und Unterbringung 

Als Nahrung nicht geeignet sind Kuh- oder Dosenmilch. Gut verträglich hingegen ist Katzenaufzuchtmilch (z.B. von Gimborn), die im Zoofachhandel in Pulverform erhältlich ist. Das Milchpulver wird im Verhältnis 1:2 mit lauwarmen Fencheltee oder Wasser angerührt. Um Verdauungsbeschwerden und Blähungen vorzubeugen, kann der Ersatzmilch einige Tropfen Sab Simplex (aus der Humanmedizin) beigemischt werden.

Die angerührte Milch wird mit Hilfe einer 1-ml-Spritze (ohne Nadel), einer Pipetteoder eines kleinen Gummisaugers (aus dem Zoofachhandel) verfüttert. Hierbei darf keinesfalls Flüssigkeit in Nase oder Lunge der Tiere gelangen. Bei der Handaufzucht sind kleine Mahlzeiten von jeweils etwa 1 ml im Zweistundentakt sinnvoll. Ab einem Alter von über einer Woche können die Fütterungsintervalle auf 4 – 5 Stunden ausgedehnt werden. Nach jeder Mahlzeit muss den Kaninchen vorsichtig der Bauch (in Richtung After) massiert werden. Dies ist wichtig, damit die Jungen Kot und Urin absetzen können und keine Blähungen bekommen.

Damit die Jungtiere nicht auskühlen, benötigen sie ein wärmendes Nest . Um das Nest warm zu halten, kann eine Wärmflasche mit handwarmen Wasser und mehreren Handtüchern darunter gelegt werden. Ab der 3ten bis  4ten Lebenswoche wird die Ernährung der Kaninchen langsam auf Grünfutter umgestellt. (Kathrin Aretz)

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