Imbiss aus dem Blumentopf für Kaninchen

Zimmerpflanze war mal. Heute ist das aus Lateinamerika stammende „Kriechende Schönpolster" eine beliebte Futterpflanze für verschiedenste kleine Heimtiere.
 
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Gibt es für Kaninchen einen Imbiss aus dem Blumentopf?
Die glänzend grünen Blättchen schmecken fast allen, ob Wellensittich oder Zebrafink, Meerli oder Maus. Und auch Schildkröten sind ganz wild auf „Callisia repens“. Das „Kriechende Schönpolster“, das ursprünglich in Südamerika zu Hause ist, hatte sich erst als wärmeliebende Topf- und Ampelpflanze in deutschen Haushalten beliebt gemacht – bis das Papenburger Gärtnerehepaar Manfred und Nadine Schrape per Zufall entdeckte, dass die Kaninchen ihrer Tochter sich mit Begeisterung über das saftige Grün hermachten. Daraufhin ließen sie die Pflanze in einem Institut für Tierernährung auf ihre Bekömmlichkeit und dann auf die Inhaltstoffe untersuchen. Das Resultat: „Callisia repens“ dient inzwischen nicht mehr allein der Raumbegrünung, sondern unter dem  Produktnahmen „Golliwoog“ vielen Kleintieren als Futterpflanze.

Frei von Spritzmitteln

„Golliwoog ist reich an Mineralien und Vitaminen, das haben die Untersuchungen ergeben. Darum ist die Pflanze ein optimales Zusatzfutter für kleine Säugetiere, Vögel und sogar Reptilien“, erklärt Nadine Schrape. Vor allem empfiehlt es sich als gesundes Grünfutter für die Winterzeit . Wer sich über den Namen Golliwoog wundert: Es steckt keine Abkürzung und nichts Geheimnisvolles dahinter, sondern ist einfach der Fantasie entsprungen, verrät sie. Und doch ist der Name wichtig, garantiert er doch, dass das „Kriechende Schönpolster“ aus der Gärtnerei der Schrapes frei von Schadstoffen ist, versichert  die Gärtnerin: „Statt Pflanzenschutzmitteln sorgen im Gewächshaus Nützlinge, d.h. besondere Minifliegenarten, dafür, dass sich keine Schädlinge auf den Pflanzen breit machen können.“ Ein Steck-Etikett zeichnet Golliwoog als Tierfutter aus und unterscheidet sie damit von der Zierpflanze.

Ein Plätzchen im Halbschatten

Wer sich ein oder mehrere Töpfchen aus der Gärtnerei ( www.golliwoog.de ) bestellt oder im Fachhandel besorgt (ein Topf kostet rund drei Euro), sollte die wärmeliebende Grünpflanze im Winter auf der Fensterbank platzieren. Sie liebt Halbschatten und verträgt keine pralle Sonne. Im Sommer gedeiht sie prima draußen, auf dem Balkon oder im Garten. „Nasse Füße“ bekommen ihr nicht, darum sollte sie nur leicht feucht gehalten und im Winter nur sparsam gegossen werden, d.h. ein Mal pro Woche. Aufgetischt wird sie je nach Tierart auf unterschiedliche Weise: Vogelhalter pflanzen Golliwoog am besten in eine Ampel um und hängen sie in  die Voliere oder ins Vogelzimmer, so können sie Sittich, Zebrafink und Co. ganz nach Lust und Laune anfliegen. Wichtig: Anfangs sollte man nur einige Triebe verfüttern, vor allem an Vögel, die Frischkost nicht gewohnt sind, sonst könnten die wasserreichen Blätter zu Durchfall führen.

Umtopfen je nach Tierart

Für Landschildkröten empfiehlt sich das Umtopfen in ein höheres Gefäß. Dann hängen die Triebe am Pflanzkübel herunter und lassen sich von den Tieren gut abbeißen und verspeisen. Meerschweinchen und Kaninchen sollte man lieber nicht direkt an die Töpfe lassen, sonst klettern sie hinein und machen sich über die Wurzeln her, sodass die Pflanze eingeht. Besser man pflanzt zwei bis drei Golliwoogs zusammen, z.B. in einen Balkonkasten, und schneidet bei Bedarf einige Triebe ab und serviert sie als Zwischenmahlzeit. Auch Hunden kann man das frische Grün ins Futter mischen. Katzen allerdings schätzen Golliwoog in der Regel höchstens als Liegeplatz, wie etwa der Kater von Familie Schrape. (Nina Böhme)

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