Nachwuchs bei Kaninchen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Nachwuchs bei Kaninchen

Die Fruchtbarkeit von Kaninchen ist sprichwörtlich. Eine Verpaarung sollte allerdings gut überlegt sein.
 
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Kaninchen werden schon früh geschlechtsreif.
Kleine Kaninchenrassen sind bereits mit 3 bis 4 Monaten geschlechtsreif. Um Nachwuchs zu verhindern, werden Rammler in der Heimtierhaltung in der Regel noch vor der Geschlechtsreife kastriert. Unüberlegte und unkontrollierte Vermehrungen sollten in jedem Fall vermieden werden! Eine verantwortungsvolle Kaninchenzucht setzt das erforderliche Wissen über Aufzucht und Genetik sowie die nötigen Stallanlagen voraus. Wenn Sie die Geburt und Aufzucht von Kaninchen einmal miterleben möchten, wenden Sie sich am besten an einen erfahrenen Rassekaninchenzüchter.

Nicht im Sinne der Tiere sind leichtfertige Verpaarungen. Einmalige und unüberlegte Vermehrungen enden nämlich häufig damit, dass der Nachwuchs bei einer Tierschutzorganisation abgegeben wird oder unter schlechten Haltungsbedingungen sein Dasein fristet. Nur wer seinen Nachwuchs in ein dauerhaft tiergerechtes Zuhause abgeben kann, sollte eine Vermehrung in Erwägung ziehen.

Die Paarung

Hauskaninchen haben keine feste Fortpflanzungsperiode. Der Eisprung der Häsin wird durch den Deckakt ausgelöst und erfolgt etwa 9 bis13 Stunden später. Der Deckakt dauert nur wenige Sekunden. Nach einer Tragzeit von 29 bis 32 Tagen werden bei Zwergrassen etwa 3 bis 5 Jungtiere geboren. Direkt nach der Geburt können die Weibchen erneut erfolgreich gedeckt werden.

Die Vorbereitungen laufen

Tragende Kaninchendamen beginnen ca. 10 Tage vor der Geburt, ein wärmendes Nest für die Jungen zu bauen. Dazu verwenden sie die Einstreu , Stroh und später auch Fellhaare, die sie sich ausrupfen. Diese sollten Sie natürlich keinesfalls entfernen, sondern ganz im Gegenteil eher selbst ein kleines Nest mit nicht zu hohen Rändern anlegen, wenn die Häsin dies z.B. aus Unerfahrenheit unterlässt.

Ansonsten empfiehlt es sich, 10 Tage vor der Geburt den Käfig noch einmal gründlich zu reinigen und danach das Kaninchen möglichst ungestört zu lassen, um keine Fremdgerüche in den Käfig zu tragen. Zur Vorbereitung der Geburt wird der trächtigen Häsin eine Wurfkiste zur Verfügung gestellt. Bei kleinen Rassen sollte die Kiste die Maßen von etwa 40 x 40 x 30 (Länge x Breite x Höhe) haben.

Endlich ist es soweit

Nach der Geburt leckt das Muttertier seine Jungen ab und frisst Ei-Haut sowie Nachgeburt. Die Jungtiere werden unbehaart und blind geboren. Die Geburt selbst verläuft meist ohne Probleme, allerdings sollten Sie mindestens einmal täglich das Nest kontrollieren und nach den Jungen sehen: Da diese die Augen erst nach ca. 10 Tagen öffnen, kann es vorkommen, dass sie aus dem Nest purzeln und nicht wieder zurück finden.

Dann sollten Sie sie behutsam zurücklegen, damit sie nicht auskühlen. Als Nesthocker bleiben sie innerhalb der ersten 14 Tage im Nest, wo sie einmal täglich für etwa 3 bis 4 Minuten gesäugt werden. Ab dem 5. Lebenstag besitzen Kaninchen ein sehr kurzes, dichtes Haarkleid, nach 10 bis 12 Tagen öffnen sie ihre Augen. Sobald die Jungen das schützende Nest verlassen, beginnen sie feste Nahrung wie Heu und Frischfutter aufzunehmen. Ab einem Alter von 8 bis 10 Wochen sind Kaninchen völlig selbstständig und können von der Mutter getrennt werden.

Nicht zu früh züchten

Kaninchen werden zwar schon früh geschlechtsreif, können also biologisch Nachwuchs zeugen, eignen sich aber erst ab einem Alter von 6–7 Monaten (bei Zwergrassen) bzw. von 10 Monaten (bei Riesenrassen) zur Zucht. Werden die Häsinnen zu früh gedeckt, kann es passieren, dass die Mutter die Jungen nicht annimmt oder gar auffrisst. Auch deshalb ist eine häufige Kontrolle des Nestes sinnvoll. Außerdem sollte die Häsin keine allzu langen Krallen an den Hinterläufen haben, da sonst die Jungen bei der Geburt verletzt werden können. (Kathrin Aretz / Dr. med. vet. Thomas Görblich)

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