Vitaminbeet im Wohnungsgehege für Kleintiere | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Vitaminbeet im Wohnungsgehege für Kleintiere

Die empfindlichen Mägen von Kleinsäugern reagieren heftig auf gespritztes Grün. Bieten Sie daher lieber unbehandeltes Frischfutter an oder Sie bauen es sogar selbst an.
 
© Petra Reinartz / Fotolia
Kleintiere brauchen frisches Obst und Gemüse.
Frisches Obst und Gemüse versorgt Kleintiere nicht nur mit den notwendigen Vitaminen, sondern auch mit ausreichend Flüssigkeit, denn die meisten kleinen Nager versorgen sich lieber übers Futter damit, als ihren Durst mit Wasser zu löschen. Mit dem Ende der Pflanzensaison in unseren Breitengraden können Sie Ihre kleinen Heimtiere allerdings entweder mit Treibhauskost versorgen oder mit zwecks Haltbarkeit behandeltem Frischfutter .

Leider reagieren gerade die Kleinsten unter den Heimtieren auf die Schadstoffe im Salat und die Pestizid- bzw. Insektizid-Rückstände in Früchten und Gemüse hochempfindlich mit Verdauungsstörungen bis hin zu Vergiftungserscheinungen. Deshalb sollten Sie die Frischkost im Winter deutlich reduzieren. Oder Sie säen Ihr Wintergrün selbst aus. Sie brauchen nur ein paar geräumige Pflanzgefäße, Garten- oder Blumenerde und Getreidesaat. Weizen und Hafer erhalten Sie im Zoofachhandel oder in Reformhäusern. Nach der Aussaat brauchen die Keimlinge unbedingt einen hellen Fensterplatz (oder eine Sonnenlichtbirne), viel gleichmäßige Wärme und natürlich Wasser. Nach ein bis zwei Wochen können Sie die grüne Vitaminbombe anbieten.

Halm für Halm ist purer Genuss

Während die Minis unter den Kleinen, die Hamster, Rennmäuse, Ratten und Farbmäuse, sich systematisch durch die grüne Pracht knabbern, sind Meerschweinchen und Zwergkaninchen äußerst temperamentvolle Halmvernichter, die meistens den Sproß samt Korn aus der Erde zupfen oder beim Versuch, einen besonders lockenden Halm zu ergattern, rücksichtslos die anderen zertrampeln. Lassen Sie Langohr und Andentier also nur unter Aufsicht Vitamine schlemmen oder sich die grüne Leckerei erarbeiten. Zum Beispiel, indem Sie das Beet in einen Irrgarten stellen, durch den sich die Tiere durchfinden müssen.

Chinchillas sollten höchstens zehn Halme zerknabbern dürfen, die Getreidesprossen sind zu deftig für die an karge Kost gewöhnten Mägen. Natürlich ersetzt auch das ständige Getreidebeet nicht die Heukost, die immer zur Verfügung stehen muss. Wer ständig nachwachsendes Grün anbieten möchte, kann auch Grassamen säen, allerdings dauert dessen Wachstum länger, und Sie müssen die Erde mit Steinen schützen, bevor Sie das Grün anbieten. Dann können Sie die Wiese immer wieder nachwachsen lassen, wohingegen Weizen und Hafer – einmal verspeist – höchstens noch für den Komposthaufen Nutzen bringen. Oder als Buddelkiste im Gehege von Zwergkaninchen und Goldhamster oder Streifenhörnchen.

(Ursula Birr)
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