Kastration bei Kaninchen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Kastration bei Kaninchen

Die rasante Vermehrung von Kaninchen ist sprichwörtlich. Eine Kastration bekommt nicht nur dieses Problem in den Griff.
 
© Tierpark Hellabrunn/C. Meißner
Ein Wermutstropfen ist jedoch mit der Kastration verbunden: das Narkoserisiko.
Kein privater Kaninchen-Halter wird wollen, dass seine Schützlinge ihrem Fortpflanzungstrieb nachgehen und er binnen kürzester Frist eine Heerschar von ihnen versorgen muss. Gleichzeitig hat er das Problem, dass sich gleichgeschlechtliche Tiere häufig attackieren. Einzelhaltung ist kein Weg aus dem Dilemma, denn Kaninchen sind äußerst gesellige Tiere , die ohne Artgenossen seelisch verkümmern und früher oder später Verhaltensstörungen entwickeln.

Meerschweinchen sind keine Alternative

Auch die gemeinsame Haltung mit einem Meerschweinchen ist alles andere als artgerecht und ersetzt auf gar keinen Fall den Artgenossen. Denn Meerschweinchen und Kaninchen sprechen völlig unterschiedliche Sprachen, und Missverständnisse sind programmiert. Leidtragender unter diesen Verständnisschwierigkeiten ist häufig das schwächere Meerschweinchen. Es bleibt als Weg aus dem Dilemma nur die Kastration der Kaninchen. Kastrierte Tiere haben nicht nur ihre Fortpflanzungsfähigkeit verloren, sie sind in der Regel auch friedfertiger - übrigens auch gegenüber ihrem Menschen. Gerade weibliche Kaninchen können nämlich beim Eintritt der Geschlechtsreife bissig werden.

Was muss beachtet werden?

Weibchen können je nach Entwicklungsstand ab einem Alter von vier Monaten kastriert werden, Männchen, sobald ihre Hoden im Hodensack fühlbar sind. Das ist je nach Rasse ab einem Alter von dreieinhalb bis fünf Monaten der Fall. Nach der Kastration sollten die Tiere ca. drei Tage auf sauberen Tüchern gehalten werden, damit keine Einstreu in die Operationswunde gelangen kann. Unbedingt beachten muss der Kaninchen-Besitzer, dass Männchen zwei bis drei Wochen nach der Kastration noch zeugungsfähig sein können, weil sich noch Spermien in den Samenleitern befinden.

Leider besteht ein Narkoserisiko

Ein Wermutstropfen ist jedoch mit der Kastration verbunden: das Narkoserisiko. Es ist bei Kaninchen leider höher als bei Hund und Katze. Um das Narkoserisiko zu verringern, sollten Sie Folgendes beachten. Im Gegensatz zu anderen Tieren dürfen Kaninchen auf gar keinen Fall nüchtern operiert werden. Am besten, Sie füttern die Tiere vorher mit gutem Heu. In den ersten Stunden nach der Operation während des Narkosenachschlafs müssen die Tiere außerdem warm gehalten werden, bis sie völlig wach sind, denn sie kühlen leicht aus.

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