Wunde Kaninchenläufe | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Wunde Kaninchenläufe

Trommeln gehört zum Handwerk der Kaninchen. Wenn ein Feind naht, schlagen sie mit ihren kräftigen Hinterläufen auf den Boden, um ihre Sippe zu warnen. So kam auch Klopfer, das Kaninchen in Disneys „Bambi", zu seinem Namen.
 
© Foto: www.animals-digital.de
Foto: www.animals-digital.de
Doch die Karnickel-Alarmanlage ist störanfällig. An den Sohlen der Läufe können sich nämlich Wunden entwickeln, die nur sehr schlecht heilen. Große Kaninchen oder übergewichtige Tiere sind davon häufiger betroffen als kleine, schlanke Hoppler. Außerdem sollen Rex-Kaninchen anfällig für diese Krankheit sein. Oft ist jedoch die Haltung an den wunden Sohlen schuld. Feuchte Einstreu schädigt die Sohlenhaut. Zuerst fallen nur runde oder ovale haarlose Stellen auf. Dort entzündet sich aber bald die Haut und bricht früher oder später auf. Nun bilden sich geschwürige Wunden, die meist noch von Bakterien verschlimmert werden.

Stress, Ernährung und Allergien

Auch die Haltung auf Drahtgeflecht mit zu wenig Einstreu führt zu den Wunden. Kaninchen, die sich stets in Gefahr wähnen und dauernd Alarm klopfen, sind besonders gefährdet. Sitzt so ein „Klopfer“ im Stall, muss man überlegen, warum sich das Tier in seinen vier Wänden nicht sicher und geborgen fühlt. Eventuell muss ein ruhigerer Standort gefunden oder für mehr Platz gesorgt werden. Vielleicht liegt es auch am Umgang mit dem sensiblen Mümmelmann, dass der im Dauerstress ist. Gerade Kinder sind manchmal etwas ruppig.

Einige Tierärzte glauben, dass eine zu eiweißhaltige Ernährung die Wunden verursacht. Auch aus anderen Gründen sollte das Hauptfutter immer aus Heu bestehen. Kraftfutter und Snacks dürfen nur in winzigen Mengen gefüttert werden. Auch Allergien werden als Auslöser diskutiert. Die Behandlung der Wunden ist langwierig. Neben der Verbesserung der Haltung ist eine konsequente Wundreinigung und -pflege nötig. Den Verlauf der Krankheit sollte ein Tierarzt kontrollieren. Denn er muss entscheiden, ob das Kaninchen zusätzlich mit Antibiotika behandelt werden muss.

Das könnte Sie auch interessieren

Weiterführende Links

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren