Steckbrief: Hermelin | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Hermelin

Das weiße Hermelin-Kaninchen gehört zu den Zwergrassen und wiegt nur 1 bis 1,5 kg. Erfahren Sie hier alles über Körperlänge, Lebenserwartung, Aussehen, Herkunft, Nachwuchs und Aufzucht vom Hermelin.
 
Das Hermlin-Kaninchen © Stefanie Erbe
Typisch für das Hermlin ist das weiße Fell und der markante Kopf

Steckbrief

  • Körperlänge: 20 – 40 cm
  • Gewicht: 1 – 1,5 kg
  • Körper: gedrungen, walzenförmig
  • Kopf: markant, mit großen Augen
  • Fellhaar: kurz, dicht, sehr weich
  • Lebenserwartung: 8 – 12 Jahre
     

 Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Hasenartige
  • Familie: Hasenartige
  • Gattung: Oryctolagus
  • Art: Hauskaninchen
     

Aussehen

Das weiße Hermelin-Kaninchen gehört zu den Zwergrassen und wiegt nur 1 bis 1,5 kg. Der Kopf des Hermelins ist im Verhältnis zum Körper relativ klein. Ein weiteres besonderes Merkmal sind die breite Stirn und Schnauze sowie die großen Augen. Die Ohren sind nur etwa 5,5 cm kurz. Auch die Vorder- und Hinterläufe sind kurz. Obwohl das Hermelin zu den Normalhaarrassen zählt, besitzt es ein etwas kürzeres Fell, das darüber hinaus sehr dicht und weich ist. Deck- und Unterfarbe sind rein weiß. Es gibt zwei Varianten dieser Rasse: das Hermelin Rotauge und das Hermelin Blauauge.

Herkunft

Als reine Liebhaberrasse gezüchtet, war das Hermelinkaninchen die erste und jahrzehntelang einzige Zwergrasse, bevor u.a. Farbenzwerg und Zwergwidder gezüchtet wurden. Hervorgegangen ist das Hermelin aus den sog. „Polnischen Kaninchen“, die in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts von polnischen Züchtern aus dem Sächsischen Erzgebirge bezogen wurden.

Die ersten Polnischen Kaninchen wurden 1884 in Großbritannien vorgestellt. Bis auf das weiße Fell und die rötlichen Albino-Augen entsprachen diese Kaninchen aber noch nicht dem heutigen Typ des Hermelins. Erst in den 1920er-Jahren entstand das zwerggroße Hermelin-Kaninchen mit dem markanten Kopf, den kurzen Ohren und großen Augen.

Nachwuchs und Aufzucht

Hauskaninchen haben im Gegensatz zu Wildkaninchen keine feste Fortpflanzungsperiode. Der Eisprung (Ovulation) der Häsin wird durch den Deckakt (d.h. das Aufspringen des Rammlers) ausgelöst. Nach einer Tragzeit von 29 bis 32 Tagen werden bei Zwergrassen etwa 3 bis 5 Jungtiere geboren. Die Geburt erfolgt in speziellen Wurfkästen, die mit Stroh und Fellhaaren der Häsin ausgepolstert sind.

Das Muttertier säugt seine Jungen ein- bis zweimal innerhalb von 24 Stunden, wobei das Säugen nur ca. 3 bis 4 Minuten dauert. Kaninchen sind bei der Geburt unbehaart und blind. Im Alter von 9 bis 11 Tagen öffnen sie ihre Augen und beginnen Heu und Stroh zu knabbern. Als sog. Nesthocker verlassen sie ihr Nest erst ab einem Alter von etwa 14 Tagen. Ab diesem Zeitpunkt erkunden sie nach und nach den gesamten Stall. Im Alter von etwa acht Wochen werden die Jungen von ihrer Mutter getrennt.

Haltung

Hermelin-Kaninchen können in ausreichend großen Gehegen in der Wohnung oder im Garten gehalten werden. Die Käfiggröße für zwei Hermeline sollte mindestens 150 x 60 x 50 cm (Breite x Tiefe x Höhe) betragen (Empfehlung der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V.). Wird das Gehege selbst gebaut, kann es direkt größer angelegt werden (z.B. 2 x 1 x 1 m). Zusätzlich benötigen die Tiere morgens und/oder abends Auslauf in der Wohnung bzw. (bei Außenhaltung) im Garten. Die Einrichtung des Geheges besteht aus einem Futter- und Trinknapf sowie mindestens einem Schlafhäuschen, das so groß sein sollte, dass zwei Kaninchen darin liegen können. 

Kaninchen besitzen einen empfindlichen Magen-/Darmtrakt. Daher müssen Fütterungsfehler und rasche Futterumstellungen vermieden werden. Das Basisfutter sollte aus hochwertigem Heu (zur freien Verfügung), Frischfutter (Gräsern, Kräutern, Gemüse und Obst) sowie ggf. kleinen Mengen Trockenfutter bestehen. Als Trockenfutter geeignet sind rohfaserreiche Pellets (Pressfutter aus Heu, Gräsern und Kräutern), die weder Getreide, noch Zucker oder Melasse enthalten. Frisches Trinkwasser muss den Tieren stets zur Verfügung stehen.

Hätten Sie's gewusst

Eine zu starke „Verzwergung“ von Kaninchen hat zur Folge, dass die Häsinnen weniger fruchtbar und die Jungtiere aufgrund extremen Untergewichts lebensunfähig sind. Daher dürfen keine Zwergrassen gezüchtet werden, die ein Körpergewicht von weniger als 1 kg besitzen.

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Fotos: 
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