Steckbrief: Zwergrexe | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Steckbrief: Zwergrexe

Erfahren Sie hier alles über Körperlänge, Lebenserwartung, Aussehen, Herkunft, Nachwuchs und Aufzucht von Zwergrexen.
 
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Steckbrief

  • Körperlänge: 20 – 40 cm
  • Gewicht: 1 – 1,5 kg
  • Körper: gedrungen, walzenförmig
  • Kopf: markant, mit breiter Stirn
  • Fellhaar: sehr dicht, senkrecht stehend
  • Lebenserwartung: 8 – 12 Jahre
     

 Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Hasenartige
  • Familie: Hasenartige
  • Gattung: Oryctolagus
  • Art: Hauskaninchen
     

Aussehen

Besonderes Merkmal der Zwerg-Rexe ist ihr Fellhaar, das sehr dicht ist und fast senkrecht zum Haarboden steht. Die Haarlänge beträgt auf der Rückenmitte 14 bis 17 mm. In seiner Größe und Form entspricht der Zwerg-Rex dem Farbenzwerg . Er wiegt mindestens 1,2 und höchstens 1,5 kg. Der Körper ist gedrungen und walzenförmig. Infolge der Kurzhaarigkeit treten die einzelnen Körpermerkmale deutlicher in Erscheinung als bei den normalhaarigen Zwergrassen.

Der Kopf des Zwerg-Rexes ist markant (mit breiter Stirn und Schnauze), wirkt wegen des kurzen Fells aber nicht so kräftig wie bei Farbenzwergen. Die Ohren sind ca. 6 cm kurz und damit etwas länger als bei anderen Zwergrassen. Als Farbenschläge anerkannt sind u.a. Dalmatiner, Schwarz, Gelb, Lohfarbig, Marder und Blau.

Herkunft

Eine Besonderheit unter den Rassekaninchen stellen die Kurzhaarrassen, d.h. die Rexkaninchen dar. Unterwolle und Deckhaar sind deutlich kürzer als bei Normalhaarrassen, sodass die Haare fast senkrecht zum Haarboden stehen. Dadurch fühlt sich das Fell besonders weich und samtig an. Rexkaninchen gibt es in vielen Größen und Farbenschlägen. Der Zwerg-Rex ist seit 1980 in allen zugelassenen Farbschlägen des größeren Rexkaninchens (das Normalgewicht dieser Rasse liegt bei über 3,5 kg) anerkannt.

Entdeckt wurde die ungewöhnliche Fellstruktur 1919 in einem Wurf hasengrauer Normandiner aus dem französischen Coulongé. In zwei Würfen sonst normalhaariger Kaninchen befanden sich jeweils ein kurzhaariges Jungtier (ein Rammler und eine Häsin). Eine Verpaarung der beiden Kurzhaarkaninchen ergab einen Wurf rein kurzhaariger Tiere.

Als die Kaninchen 1924 unter dem Namen „Castor-Rexe“ erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurden, fand die neue Rasse großen Anklang. In den darauf folgenden Jahren wurden Rexkaninchen zu hohen Preisen u.a. nach Deutschland, Russland, Japan und Nordamerika exportiert und für die Pelzindustrie eingesetzt.

Nachwuchs und Aufzucht

Hauskaninchen haben im Gegensatz zu Wildkaninchen keine feste Fortpflanzungsperiode. Der Eisprung (Ovulation) der Häsin wird durch den Deckakt (d.h. das Aufspringen des Rammlers) ausgelöst. Nach einer Tragzeit von 29 bis 32 Tagen werden bei Zwergrassen etwa 3 bis 5 Jungtiere geboren. Die Geburt erfolgt in speziellen Wurfkästen, die mit Stroh und Fellhaaren der Häsin ausgepolstert sind. Das Muttertier säugt seine Jungen ein- bis zweimal innerhalb von 24 Stunden, wobei das Säugen nur ca. 3 bis 4 Minuten dauert.

Kaninchen sind bei der Geburt unbehaart und blind. Im Alter von 9 bid 11 Tagen öffnen sie ihre Augen und beginnen Heu und Stroh zu knabbern. Als sog. Nesthocker verlassen sie ihr Nest erst ab einem Alter von etwa 14 Tagen. Ab diesem Zeitpunkt erkunden sie nach und nach den gesamten Stall. Im Alter von etwa 8 Wochen werden die Jungen von ihrer Mutter getrennt. 

Haltung

Zwerg-Rexe können in ausreichend großen Gehegen in der Wohnung oder im Garten gehalten werden. Die Käfiggröße für zwei Zwerg-Rexe sollte mindestens (150 x 60 x 50 cm (Breite x Tiefe x Höhe) betragen (Empfehlung der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V.). Wird das Gehege selbst gebaut, kann es direkt größer angelegt werden (z.B. 2 x 1 x 1 m). Zusätzlich benötigen die Tiere morgens und/oder abends Auslauf in der Wohnung bzw. (bei Außenhaltung) im Garten. Die Einrichtung des Geheges besteht aus einem Futter- und Trinknapf sowie mindestens einem Schlafhäuschen, das so groß sein sollte, dass zwei Kaninchen darin liegen können.

Kaninchen besitzen einen empfindlichen Magen-/Darmtrakt. Daher müssen Fütterungsfehler und rasche Futterumstellungen vermieden werden. Das Basisfutter sollte aus hochwertigem Heu (zur freien Verfügung), Frischfutter (Gräsern, Kräutern, Gemüse und Obst) sowie ggf. kleinen Mengen Trockenfutter bestehen. Als Trockenfutter geeignet sind rohfaserreiche Pellets (Pressfutter aus Heu, Gräsern und Kräutern), die weder Getreide, noch Zucker oder Melasse enthalten. Frisches Trinkwasser muss den Tieren stets zur Verfügung stehen.

Hätten Sie's gewusst

Das Rexkaninchen unterscheidet sich lediglich in Form (leicht gestreckter Körper und länglicher Kopf) und Gewicht (das Normalgewicht liegt bei über 3,5 kg) vom Zwerg-Rex.

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