Körpersprache bei Kaninchen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Körpersprache bei Kaninchen

Ihre Lautsprache ist leise und zurückhaltend. Was sie zu sagen haben, drücken Langohren mit dem ganzen Körper aus. Statt aufs Mäulchen muss man ihnen auf Löffel, Haltung und Verhalten schauen.
 
© Foto: Thomas Brodmann / animals-digital.de
Foto: Thomas Brodmann / animals-digital.de
Wenn Annette abends Futter bringt, warten „Schwarzer“ und „Weiße“ schon auf sie. Die Zwergkaninchen kennen ihre Futterzeiten. Männchen machend schnuppern sie der jungen Frau entgegen. Sich aufrichten und Männchen machen ist ja bekanntlich die Methode, sich den besten Überblick zu verschaffen. In dieser aufgerichteten Haltung können Kaninchen nicht nur besser über Hindernisse hinwegsehen, sondern auch Duftquellen erschnüffeln. Denn außer den langen Löffeln, mit denen sie kleinste Geräusche wahrnehmen und orten können, haben die Tierchen auch einen prima Riecher. Aufstellen im Käfig beim Näherkommen dient also der Begrüßung eines Bekannten. Von Aufstand keine Rede.

Wenn Kaninchen mit den Vorderpfoten scharren

Beim Saubermachen des Käfigs reagieren nicht alle Individuen gleich. „Schwarzer“, ein alter Hase, pflegt mit dem Kinn über Annettes Finger zu reiben und an ihr hochzuklettern. Mit diesen freundlichen Gesten signalisiert er ihr seine Sympathie. „Weiße“ empfindet ihre neue Besitzerin noch als Störenfried. Und das zeigt sie auch deutlich. Das Kaninchen scharrt mit den Vorderpfoten, springt vor, legt die Ohren an und reißt das Schnäuzchen auf, als ob es zubeißen möchte. Vorsicht ist geboten, denn „Weißes“ Knurren ist ganz klar eine Verwarnung. Scharrt es dann noch mit den Vorderpfoten auf Annette ’rum, ist Wütendsein angesagt (Um den Neuling nicht zu beunruhigen, wird er nun vor dem Putzen vorsorglich aus dem Käfig herausgenommen).

Zurückgelegte Ohren beim Kaninchen drücken Misstimmung aus

Nicht anders spielt sich die Verständigung der Tiere untereinander ab. Bei Unstimmigkeiten legen sie die Ohren zurück (auch das Schwänzchen ist in waagerechter Stellung), gehen drohend aufeinander los und klopfen sich im Stehen mit den Vorderpfoten. Sind hingegen Nettigkeiten angesagt, leckt man sich gegenseitig die Ohren ab. Zärtlichkeiten können natürlich auch eingefordert werden. Das machen Zwerge, indem sie ihren Kopf unter den Kopf vom Kumpel schieben und zeigen, dass ihnen nach „Leckereien“ zu Mute ist. Auch dem Menschen gegenüber ist der größte Liebesbeweis das Ablecken. Luftsprünge sind als Freudentänze zu verstehen.

Wegstupsen der Hand heißt „Finger weg“

Lässt ein Kaninchen leicht mahlende Geräusche beim Liebkosen hören, zeigt es sein Wohlbefinden an. Leichtes Anstupsen mit der Nase bedeutet ein Begrüßungszeichen. Stößt es allerdings heftig mit dem Kopf die Hand weg, will es damit ausdrücken: „Finger weg, ich will nicht länger belästigt werden“. Missverständnisse können schon eher beim Aufstampfen und Trommeln mit den Hinterläufen passieren. Sie können Äußerungen von Angst sein, aber auch Warnzeichen. In Wildkaninchenkreisen warnt man sich so gegenseitig vor nahender Gefahr. „Weiße“ etwa trommelt bei den kleinsten ungewöhnlichen Geräuschen. Oder wenn sie die Hundemarke klimpern hört. Doch ihre Nerven werden schon besser.

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