Typische Krankheiten bei Mäusen

Krankheiten lassen sich bei der Haltung von Tieren kaum vermeiden. Und so können natürlich auch Mäuse erkranken.
 
© Foto: Emilia Stasiak / Fotolia
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Krankheiten können durch verschiedenste Ursachen hervorgerufen werden. Neben Mangelerscheinungen, die durch falsche Ernährung hervorgerufen werden, treten bei Mäusen vor allem bakterielle und Viruserkrankungen auf.

Viruserkrankungen

Viren sind infektiöse, gegen Antibiotika unempfindliche Partikel. Sie haben keinen eigenen Stoffwechsel und sind nach heutigen Definitionen keine Lebewesen. Für die Vermehrung sind sie auf die Syntheseleistung der Wirtszelle angewiesen, weshalb Sie als eine Art intrazellulärer Parasit angesehen werden können.

Viren finden sich in jedem Organismus, verursachen jedoch nicht in allen Fällen eine Erkrankung. Grund hierfür ist die unterschiedliche Disposition der einzelnen Tiere. Geschwächte, gestresste oder alte Mäuse sowie Jungtiere erkranken schneller als gesunde kräftige Tiere. Der Ausbruch einer Erkrankung ist auch von der Zahl der Viren abhängig.

Es gibt keine Medikamente gegen Viruserkrankungen bei Mäusen

Leider gibt es bis heute keine spezifischen Medikamente gegen Viruserkrankungen bei Mäusen. Deshalb ist eine der wichtigsten Maßnamen die sofortige Isolation der betroffenen Tiere, um ein seuchenartiges Ausbreiten zu verhindern. Die weitere Behandlung sollte dann unbedingt von einem Tierarzt durchgeführt werden. Eine häufige Viruserkrankung ist die Pneumonie (Lungenentzündung). Sie kann durch verschiedene Erreger verursacht werden. Erstes Anzeichen ist oftmals ein eitriger Nasenausfluss, gefolgt durch Augenentzündungen und Husten.

Leider sind die Symptome nicht krankheitstypisch und treten nicht in allen Fällen auf. Bei einem schweren Verlauf kann die Krankheit innerhalb von 6 – 14 Tagen tödlich enden, dies gilt vor allem, wenn die Tiere geschwächt sind. Oftmals kommt es zusätzlich zu einer Sekundärinfektionen mit Bakterien. Nicht alle Pneumonien haben virale Ursachen, auch Bakterien können eine Lungenentzündung verursachen. Aus diesem Grund ist beim Auftreten der ersten Symptome unverzüglich ein Tierarzt zu konsultierten, um eine genaue Differentialdiagnose zu erstellen und somit die Behandlung zu optimieren.

Bakterielle Infektionen 

Bakterien sind einzellige Organismen von geringer Größe (0,5-5µm). Ihre Vermehrung findet durch Zellteilung statt, die unter günstigsten Bedingungen alle 10 Minuten stattfinden kann. Auf diese Weise kann es zu einer explosionsartigen Vermehrung kommen. Behandelt werden Infektionen, die durch Bakterien hervorgerufen werden, meist mit Antibiotika, die aber neben den Erregern auch andere, erwünschte Bakterien (z. B. in der Darmflora) abtöten.

Durch bedenkenloses Verabreichen von Antibiotika können sich resistente Bakterienstämme bilden, die kaum oder nur schwer zu behandeln sind. Deshalb dürfen Antibiotika nicht prophylaktisch oder auf bloßen Verdacht hin verabreicht werden, sondern die Gabe von Antibiotika darf ausschließlich von einem Tierarzt durchgeführt werden.

Häufige bakterielle Infektionen sind:

Abszesse

Abszesse bei Mäusen werden in vielen Fällen durch Strahlenpilze verursacht. Diese nur durch Färbungen von den Tuberkuloseerregern unterscheidbaren Erreger gehören entgegen ihrem Namen zu den Bakterien und nicht zu den Pilzen.

Tyzzer´s diseases

Vor allem bei Haltern und Züchtern von Rennmäusen ruft die als Tyzzer´s diseases bezeichnete Erkrankung größte Sorge hervor, zumal bisher kaum Behandlungserfolge erzielt werden konnten. Sie kann aber auch andere Mäusearten betreffen. Befallene Tiere zeigen Durchfall, der meist blutig ist. In einigen Fällen fehlt dieses typische Symptom jedoch. Zusätzlich kommt es zur Futterverweigerung und allgemeiner Apathie. Verursacht wird die Erkrankung durch Clostridium piliformis, ein Bakterium, das zur normalen Darmflora der Nager gehört.

Durch Stress, Mangelernährung oder fehlende Hygiene kann es dann zur massenhaften Vermehrung der Erreger und in deren Folge zur Erkrankung kommen. Der Einsatz verschiedener Antibiotika zur Therapie blieb bisher erfolglos, meist sterben die Tiere innerhalb von 48 Stunden. Bei Gabe von Tetrazyklinen konnte der Krankheitsverlauf jedoch verzögert werden. Übertragen wird die Krankheit durch direkten Kontakt, aber auch über die Luft.

Parasiten

Parasitosen kommen immer wieder vor. Durch verunreinigte Einstreu, kontaminiertes Futter oder Heu können die Mäuse mit den Parasiten in Kontakt kommen. Unterschieden werden Parasiten anhand ihrer Lebensweise, je nachdem ob sich auf dem befallenden Wirt (Ektoparasiten) oder im Körper des Wirtstieres (Endoparasiten) leben.

Während Ektoparasiten meist leicht erkannt werden können, bleibt ein Befall mit Endoparasiten oftmals lange Zeit unentdeckt, da die Parasiten zwar von ihrem Wirtstier leben, es zunächst aber nicht so stark schädigen, das es offensichtlich erkrankt. Erst wenn der Organismus des Wirts durch eine Sekundärinfektion oder durch Stress insgesamt geschwächt wird, kommt es zur massenhaften Vermehrung der Parasiten, die dann den bereits geschädigten Körper so sehr belasten, dass es zum Tod des Tieres führt.

Häufig auftretende Erkrankungen

Zu den häufig bei Mausartigen auftretenden Erkrankungen gehören die im Folgenden aufgeführten:

Durchfall

Auch Durchfall kann verschiedene Ursachen haben. Neben Salmonellen sind Kolibakterien häufig der Grund für die Verdauungsstörungen. In einigen Fällen ist der Hintergrund des Durchfalls aber auch harmlos, z. B. die übermäßige Verfütterung von Grünfutter. Typische Durchfallsymptome sind ein breiiger oder dünnflüssiger Kot und ein kotverschmiertes Fell am After.

Wurmbefall

Eine mögliche Quelle für einen Wurmbefall ist z. B. das Heu. Auch das Futter kann, wen es nicht hygienisch verpackt ist, mit Wurmeiern kontaminiert sein kann. Bei einer gesunden Maus werden Sie einen Wurmbefall kaum bemerken. Kommt es aber zu Stress oder ist das Immunsystem geschwächt, nehmen die Würmer überhand und Ihre Mäuse werden plötzlich ohne ersichtlichen Grund abmagern. Mit einer Kotprobe können die Parasiten nachgewiesen werden.

Ektoparasiten

Neben Endoparasiten, die den Darm der Mäuse bevölkern, können die Tiere auch von Ektoparasiten wie Milben, Flöhe oder Läuse befallen werden. Erste Hinweise sind kahle Stellen, auch andauerndes Kratzen kann auf Ektoparasiten hinweisen. Beim Verdacht auf Parasitose sollten Sie Ihre Pfleglinge genau untersuchen! Streichen Sie den Tieren dazu gegen den Strich durch das Fell, und schauen Sie genau nach, ob Sie die Parasiten, deren Eier oder Kot entdecken können. Lassen sich die Mäuse nicht so genau untersuchen, können Sie auch ein weißes Tuch über Nacht über das Gehege legen. Am nächsten Morgen können Sie dann das Tuch gegen das Licht halten, wobei Sie schnell eventuelle Plagegeister erkennen.

Wunden

Wunden können unterschiedlichste Ursachen haben, meist sind sie jedoch die Folge von Beißereien. Wichtig ist es, dass Sie nicht nur die Wunden versorgen, sondern auch nach der Ursache suchen. Bei ernsthaften Streitereien innerhalb einer Gruppe oder eines Paares müssen Sie eingreifen und die Tiere trennen, um weitere böse Folgen zu verhindern. Wichtig ist es, eine Infektion der Wunde zu vermeiden.

Deshalb sollten Sie das verletzte Tier in eine Krankenbox (z. B. Faunabox) setzten, in der unbedrucktes Küchenpapier als Bodengrund verwand wird. Anschließend können Sie mit einem Wattestäbchen die Wunde vorsichtig reinigen. Hierzu verwenden Sie am besten sterile Kochsalzlösung die Sie in jeder Apotheke erhalten. (Ralf Sistermann) Pflege & Gesundheit :/span>
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