Verhalten von Streifengrasmäusen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Verhalten von Streifengrasmäusen

Die gestreiften Grasmäuse sind echte Wildtiere: Sie bleiben lebenslänglich schreckhaft, mag ihr Umgang mit dem Menschen noch so vertraut sein.
 
© Thomas Brodmann / animals-digital.de
Über die Kommunikation der Grasmäuse ist kaum etwas bekannt.
Hinreißend sehen die Streifengrasmäuse aus – als ob sie sich einen Pyjama übergestreift hätten. Und diese riesigen Knopfaugen – einfach zum Knutschen. Bloß nicht – das würde den Tierchen einen fürchterlichen Schrecken einjagen, in Panik würde ihr kleines Herz rasen wie verrückt. Denn die Afrikaner sind noch echte Wildtiere und am liebsten von Menschen ungestört. Zärtlichkeiten sind nur was für Familienangehörige und vielleicht noch für ein paar Auserwählte.

Nicht aber für den Zweibeiner, selbst wenn man noch so freundlich miteinander umgeht. Lemniscomys barbarus, wie Streifenmäuse mit wissenschaftlichem Namen heißen, bewohnen trockene Savannen und Steppenlandschaften südlich und nördlich der Sahara. Dort kann man sie beim Wohnungsumbau oder bei der Nahrungssuche entdecken, als Kulturfolger auf Äckern oder beim ausgiebigen Sonnenbaden.

Sonnenbaden statt Nachtleben

Immer suchen sie sich bevorzugt trockene Plätze aus, um ja keine nassen Füße zu bekommen. Dort sind sie auch tagsüber fleißig unterwegs – ganz im Gegensatz zu vielen nachtaktiven Kollegen der Nagerszene. Die sozialen Tiere sammeln Gras- und Getreidesamen, knabbern frisches Grünzeug und verschmähen auch das eine oder andere unvorsichtige Insekt nicht. Wer diese Streifengrasmäuse zu Hause hält, muss darauf achten, dass die Gruppe der geselligen Tiere nicht auseinandergerissen wird. Sie sind ein friedliches Völkchen innerhalb ihres Familienverbandes, aber nicht gut zu sprechen auf fremde Tiere, die plötzlich in ihrem Wohngebiet auftauchen.

Das Zusammensetzen mit fremden Tieren führt fast immer zu heftigen Beißereien. Neue Paare oder Familien zusammenstellen kann man also nur mit ganz jungen Tieren. Anfangs sind die afrikanischen Grasmäuse ihrem Ernährer gegenüber häufig scheu und schreckhaft. Nach der Eingewöhnung aber werden die Tiere vertraut und nehmen sogar Futter aus der Hand, ohne allerdings ihre Schreckhaftigkeit zu verlieren. Auch wenn sie sich nicht als Kuscheltiere eignen, so sind sie doch ganz spannende Mitbewohner mit einem ausgeprägten Sozialverhalten.

Putzkolonne mit Sinn für Sauberkeit

Immer in Aktion, ausgiebig mit Wohnungsbau und Putzen ihres Territoriums beschäftigt oder auch mal auf der faulen Haut in der Sonne liegend, um frische Energien zu tanken - man kann ihnen stundenlang zugucken. Vorausgesetzt natürlich, ihre Unterkunft bietet reichlich Möglichkeiten zur Beschäftigung. Tunnel bauen ist zum Beispiel ein Traumjob für die Mäuse. Als Mäuseheim gefällt den quirligen Nagern am besten ein sehr geräumiger Käfig oder ein Terrarium ab 100 x 40 x 40 cm Wohnraum. Sie sind sehr reinlich und machen ihren Dreck meist immer an der gleichen Stelle im Käfig, darum ist ein Mäuseklo eine praktische Einrichtung.

Den mit Sand gefüllten Tonuntersetzer kann man regelmäßig reinigen, ohne lange im Käfig hantieren zu müssen. So werden die Nerven der Nager nicht überstrapaziert. Ein wichtiger Beitrag zum Schöner Wohnen sind neben Schlafhäuschen mit Nistmaterial noch Äste, größere Steine und andere erhöhte Plätze mit Ausblick. Eine zusätzliche Wärmequelle, damit die Luft nicht unter Zimmertemperatur abkühlt, ist empfehlenswert. Das könnte der Lieblingsplatz werden, um mal zu verschnaufen von der Hektik des Mäuse-Daseins.

Kommunikation

Über die Kommunikation der Grasmäuse ist kaum etwas bekannt, da sie bisher in Menschenobhut nicht die Verbreitung besitzen, wie z.B. die Mongolische Rennmaus. Wahrscheinlich ist aber, dass die Tiere auch über Gerüche kommunizieren. Deutliche Lautäußerungen bleiben normalerweise aus. Lediglich wenn sich ein Tier stark bedrängt fühlt, fängt es an zu Quietschen.(Ralf Sistermann)

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