Gesundheitscheck - Gesunde Meerschweinchen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Gesundheitscheck - Gesunde Meerschweinchen

Damit Sie mögliche Erkrankungen Ihrer Meerschweinchen rechtzeitig erkennen, sollten Sie regelmäßig den Gesundheits-Check durchführen.
 
© Foto: Eric Isselée / Fotolia
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Erster Anhaltspunkt für die Gesundheit Ihrer Meerschweinchen ist ihr Verhalten. Fühlen die Nager sich wohl, sind sie munter und neugierig. Bei der Fütterung kommen sie sofort angelaufen und stürzen sich auf ihr Frisch- und Trockenfutter. Ziehen die Tiere sich hingegen zurück, liegen apathisch in einer Ecke oder zeigen sonstige Verhaltenauffälligkeiten, sind dies Hinweise auf eine Erkrankung. Wenn die Tiere weniger oder gar nichts fressen, wird es besonders kritisch. Zögern Sie dann nicht und suchen Sie schnellstmöglich einen Tierarzt auf.

Erste Krankheitsanzeichen

Damit Sie erste Krankheitsanzeichen frühzeitig erkennen, ist es wichtig, dass Sie Ihre Meerschweinchen immer gut beobachten. Neben dem allgemeinen Verhalten gegenüber Artgenossen und dem Menschen sollten Sie auf die Bewegungsabläufe Ihrer Lieblinge achten. Setzen die Tiere einen ihrer Vorder- oder Hinterläufe nicht richtig auf, ist dies ein Zeichen für Schmerzen. Auch die Körperhaltung kann Aufschlüsse über eine mögliche Erkrankung geben. Eine Kopfschiefhaltung ist beispielsweise symptomatisch für eine bakterielle Mittelohrentzündung.

Neben dem Verhalten und den Bewegungsabläufen sollten Sie täglich sowohl Kot als auch Urin kontrollieren. Seien Sie aufmerksam hinsichtlich Veränderungen von Größe, Form und Farbe des Kots. Schmieriger Kot und Durchfall weisen auf eine Störung des Magen-Darm-Traktes hin. Aber auch sehr kleine, feste Kotkügelchen sind ein Indiz für Magen-Darm-Probleme. Besonders problematisch ist, wenn die Tiere keinen Kot mehr absetzen und das Fressen einstellen! Ein Meerschweinchen mit den oben genannten Symptomen sollte umgehend von einem Tierarzt untersucht werden.

Augen, Zähne und Nase

Beim Gesundheitscheck kontrollieren Sie auch Augen, Nase und Zähne. Sind die Augen z.B. verklebt, eitrig, gerötet oder geschwollen, kann dies verschiedene Ursachen haben, denen Sie gemeinsam mit Ihrem Tierarzt nachgehen müssen. Das gleiche gilt für eine feuchte oder verklebte Nase sowie wiederholtes Niesen. Meerschweinchen sind anfällig für Atemwegserkrankungen und müssen bei einer bakteriellen oder viralen Infektion umgehend medizinisch versorgt werden.

Ebenfalls nicht selten sind Zahnprobleme. Zahnfehlstellungen bzw. zu lange Schneide- und Backenzähne sind ein häufiger Grund, warum die Nager das Fressen einstellen. Durch einen fehlerhaften Zahnabrieb (z.B. aufgrund einer rohfaserarmen Ernährung) entstehen Zahnspitzen, die zu schmerzhaften Verletzungen in der Mundhöhle führen können. Lassen Sie die Zähne am besten vorsorglich zweimal im Jahr von Ihrem Tierarzt überprüfen.  Fell- und Hautveränderungen Veränderungen von Haut und Fell erkennen Sie an Fellverlust, Verfilzungen und Verfärbungen des Fells, Rötungen der Haut und Schuppen oder Krusten. Auch ein häufiges Kratzen (= Juckreiz) der Haut oder beispielsweise der Ohren ist ein eindeutiges Anzeichen einer Erkrankung. Haut- und Fellveränderungen werden meist durch einen Befall mit Hautparasiten oder -pilzen verursacht und dürfen nicht unterschätzt werden.

Bei einem starken Milbenbefall fallen die Tiere gelegentlich sogar um und reagieren mit Krampfanfällen wie bei einer Epilepsie. Chronischen Infektionen führen sogar zum Tod der Tiere. Aus diesem Grund sollten Sie ein erkranktes Meerschweinchen baldmöglichst Ihrem Tierarzt vorstellen. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, dass Sie die Haut Ihrer Meerschweinchen regelmäßig nach Verdickungen (Abszesse und Tumoren) abtasten. (Kathrin Aretz)

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