Meerschweinchen beim Tierarzt | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Meerschweinchen beim Tierarzt

Ein Meerschweinchen, das erste Krankheitssymptome zeigt, muss einem Tierarzt vorgestellt werden. Der Transport zum Tierarzt sollte so stressfrei wie möglich erfolgen.
 
© Carola Schubbe / Fotolia
Schon bevor eines Ihrer Meerschweinchen erkrankt, sollten Sie sich (z.B. im Internet) informieren, welche Tierärzte in Ihrer Nähe Erfahrung mit der Behandlung von Meerschweinchen haben. In vielen Meerschweinchenforen bekommen Sie Tipps, mit welchen Tierärzten andere Halter bereits gute Erfahrungen gemacht haben. Ist die Praxis Ihres Tierarztes im Notfall geschlossen, ist der Besuch einer Tierklinik nötig. Bei jedem Tierarztbesuch sollten Sie Auskunft geben können über Alter, Geschlecht/Kastration, aktuelle Krankheitssymptome, vorherige Erkrankungen und ggf. eigene Medikations-/Heilungsversuche. Wenn Ihr Tierarzt eine Diagnose gestellt hat, lassen Sie sich am besten die Art der Erkrankung und mögliche Ursachen erklären.

Scheuen Sie sich nicht, Ihrem Tierarzt detaillierte Fragen zu stellen. Notieren Sie sich genau, wie Ihr Meerschweinchen behandelt werden soll. Welche Medikamente müssen gegeben werden? In welchen Mengen, wie oft und wie lange müssen die Medikamente verabreicht werden? Sind weitere Tierarztbesuche notwenig? Häufig ist mindestens ein Folgebesuch erforderlich. Sind besondere Pflegemaßnahmen nötig, die die Heilung unterstützen? Wenn bestimmte Haltungsbedingungen oder eine falsche Ernährung die Ursache der Erkrankung sind, müssen diese Punkte verbessert werden.

Transport

Für den Tierarztbesuch benötigen Sie eine gute Transportbox. Eine solche Box gehört zur Grundausstattung eines jeden Meerschweinchenhalters. Im Zoofachhandel gibt es geeignete Kunststoffboxen mit Tragegriff. Die Transportbox darf nicht zu klein sein. Am besten ist sie so groß, dass mindestens zwei Tiere (das erkrankte Meerschweinchen und eventuell das Partnertier) gemeinsam transportiert werden können. Es ist wichtig, dass die Box nicht durchsichtig, sondern möglichst dunkel ist und genügend Belüftungsschlitze hat.

An der Vorderseite befindet sich häufig eine Gittertür. Einige Boxen sind auch von oben zu öffnen. Auf den Boden der Transportbox legen Sie beispielsweise ein altes Handtuch. Einstreu und Heu sollten nicht in die Box gelegt werden. Die Fahrt zum Tierarzt erfolgt so kurz und stressfrei wie möglich. Lassen Sie Ihre Meerschweinchen niemals alleine im Auto, z.B. um noch kurz etwas zu erledigen. Gerade bei sommerlichen Temperaturen besteht nämlich die Gefahr eines lebensgefährlichen Hitzschlages!

Besonderheiten bei Operationen

Kleine Heimtiere wie Kaninchen, Meerschweinchen und Mäuse oder Ratten sollten im Gegensatz zu Katzen oder Hunden niemals nüchtern operiert werden. Stellen Sie diesen Tieren bis zum Operationstermin immer frisches Wasser und Futter zur Verfügung. Wärme ist für die Kleinen nach der Operation besonders wichtig, denn sie kühlen im Narkosenachschlaf leicht aus. Wickeln Sie den kleinen Patienten in ein Handtuch – der Kopf sollte natürlich unbedeckt bleiben – und legen Sie ihn unter eine Infrarotlampe.

Überprüfen Sie aber regelmäßig die Temperatur unter der Lampe mit dem Handrücken, damit es dem Pflegling nicht zu heiß wird. In den ersten Tagen nach der Operation sollte der Patient getrennt von den anderen Tieren nicht auf Streu, sondern auf nicht fusselnden Hand- oder Papierküchentüchern gehalten werden. Denn Streu könnte sich in die Wunde einspießen und für Infektionen sorgen. Sonst gilt das Gleiche wie für die großen Heimtiere. (Kathrin Aretz)

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