Eingewöhnung neuer Ratten | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Eingewöhnung neuer Ratten

Der Umzug in ein neues Zuhause ist für Ratten mit viel Stress verbunden. Mit einfachen Maßnahmen können Sie den Tieren die Eingewöhnung erleichtern.
 
© Elena Bakhareva / Fotolia
Wenn Sie Ihre Farbratten z. B. bei einer Tierschutzorganisation oder Privatperson abholen, benötigen Sie eine Transportbox aus Kunststoff. Die Transportbox sollte gut belüftet, aber zugluftsicher sein. Als Ausstattung können alte Tücher und Unterschlupfmöglichkeiten dienen. Bei längeren Fahrten ist es sinnvoll, den Tieren etwas Saftfutter (z. B. ein Stück Gurke oder Melone) anzubieten. Prinzipiell sollte der Transport so schnell und stressfrei wie möglich erfolgen. Zuhause angekommen stellen Sie die Transportbox in oder vor das bereits eingerichtete Gehege.

Auf diese Weise können die Ratten ihr neues Heim selbstständig aufsuchen und werden nicht durch ein Greifen/Hochheben zusätzlich gestresst. In den ersten Tagen sollten Sie die Tiere so weit wie möglich (mit Ausnahme des Fütterns und Tränkens) in Ruhe lassen, damit sie sich an ihre neue Umgebung gewöhnen können. Gerade während der Zeit der Eingewöhnung sollte es in der Nähe des Ratten-Geheges ruhig und ohne Hektik (z. B. abrupten und schnellen Bewegungen) zugehen. Jeglicher Lärm durch Staubsaugen, Musik, Geschrei etc. würde die ohnehin gestressten Nager nur noch mehr verängstigen.

Erstes Kennenlernen

Nach ca. zwei bis drei Tagen beginnen Sie damit, zu Ihren Ratten Kontakt aufzunehmen. Zunächst setzen Sie sich neben das Nagerheim und reden den Tieren beruhigend zu. Im zweiten Schritt können Sie Ihre Hand oder Ihren Arm in das Gehege legen. Nach anfänglicher Scheu sind die Ratten mit Sicherheit sehr neugierig und beschnuppern Sie.

In der ersten Kennenlernphase können Sie Ihren Tieren einige Leckerbissen aus der Hand füttern. Hierbei ist allerdings Vorsicht geboten! Wenn Ihre Hand nach etwas Essbarem riecht, kann es passieren, dass die Ratten aus lauter Futtergier in Ihre Finger beißen. Aus diesem Grund sollten Sie Ihre Hände vor bzw. nach der Fütterung immer gut waschen. Anschließend können Sie den Ratten Ihre Hand wieder hinhalten und sie vorsichtig von der Seite streicheln. Greifen Sie dabei nicht von oben und vermeiden Sie es die Tiere hochzunehmen! Ihre Ratten würden Sie sonst als Beutegreifer ansehen und instinktiv flüchten. Wenn die Nager erst einmal Vertrauen zu Ihnen gefasst haben, klettern sie freiwillig auf Ihre Handfläche und bleiben dort gerne sitzen.

Hochheben & Freilauf

Bleiben Ihre Ratten auf der Hand sitzen, können Sie sie langsam hochheben. Aber Vorsicht: Ratten sind sehr flink und können schnell wieder von Ihrer Hand springen. Umfassen sie das Tier anfangs vollständig mit Ihren Händen. Wenn Sie geübter im Umgang mit den Ratten sind, greifen Sie sie mit der einen Hand um die Brust und stützen sie mit der anderen Hand am Hinterteil ab. Ratten dürfen niemals am Nackenfell oder Schwanz gepackt werden. Innerhalb der Wohnung mögen es manche Ratten übrigens, auf der Schulter ihres Menschen herumgetragen zu werden.

Auch im Pullover bzw. Ärmel ihres Halters sitzen die Tiere sehr gerne. Wenn Ihre Ratten sich jedoch erschrecken und plötzlich loslaufen, besteht die Gefahr, dass sie auf den Boden stürzen. Bleiben Sie daher anfangs am besten immer in der Nähe des Geheges. Erst wenn die Ratten sicher auf Ihrer Schulter bleiben, können sie auf diese Weise durch die Wohnung getragen werden. Der Freilauf in der Wohnung sollte erst erfolgen, wenn die Ratten so zutraulich sind, dass sie freiwillig auf die Hand kommen und sich problemlos hochheben lassen. Das Einfangen darf keinesfalls in einer wilden Hetzjagd enden. Ein Jagen würde für die Tiere Stress bedeuten und das bereits gefasste Vertrauen wieder zerstören. (Kathrin Aretz)
 

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