Handaufzucht von Ratten | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Handaufzucht von Ratten

Ratten-Babys, die nicht von ihrer Mutter aufgezogen werden können, müssen mit der Flasche ernährt werden.
 
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Normalerweise sind Ratten sehr gute und zuverlässige Mütter. Nimmt das Weibchen seine Jungtiere nicht an (z. B. weil es noch jung und unerfahren ist) oder verstirbt es, muss der Mensch eingreifen. Bei einem Muttertier, das seinen Nachwuchs nicht akzeptiert, können Sie versuchen, es in seine Mutterrolle zu „zwingen“. Das funktioniert, indem Sie Mutter und Jungtiere auf kleinen Raum (z. B. eine Schüssel) zusammenbringen. Mangels Fluchtmöglichkeit lässt das Weibchen ihre Babys meistens säugen und zieht sie fortan selbstständig auf. Allerdings müssen Sie aufpassen, dass die Ratte sich nicht zu stark bedrängt fühlt und die Jungen gar tötet!

Die zweite Möglichkeit, eine schwierige Handaufzucht zu umgehen, ist die Ammenaufzucht. Hierbei schieben Sie die Babys einem anderen säugenden Rattenweibchen unter. Die eigenen Jungen des Muttertieres sollten aber nicht mehr als drei Tage älter sein als die verwaisten Babys. Sind die Waisen mindestens zehn Tage alt, dürfen die Jungtiere der Amme maximal eine Woche älter sein. Bei der Zusammenführung wird die Mutter für kurze Zeit von ihren Jungen getrennt. Die fremden Jungtiere werden mit dem Nistmaterial abgerieben und mit dem anderen Wurf vermischt. Anschließend wird das Weibchen wieder hinzu gesetzt.

Mit der Flasche aufziehen

Wenn Sie nur die Möglichkeit haben, die Babys mit der Hand aufzuziehen, ist dies mit einigem Aufwand verbunden. Die Jungtiere benötigen ein Nest, das sie konstant bei 35°C warm hält. Als Wärmezufuhr eignet sich beispielsweise ein regelbares Heizkissen, das unter eine Plastikdose gelegt wird. Die Plastikdose kann mit Küchenpapier ausgepolstert und einem Handtuch abgedeckt werden. Achten Sie immer darauf, dass die Umgebungstemperatur weder zu hoch, noch zu niedrig ist! Als Ersatzmilch verwenden Sie pulverisierte Katzenaufzuchtmilch, der Sie pro halben Esslöffel 2 – 2,5 ml einer Infusionslösung (z. B. „Amynin“ von Merial, beim Tierarzt erhältlich) und eine tropfengroße Menge „Bird Bene Bac“ (Bakterienkultur zur Vorbeugung von Verdauungsproblemen) zumischen.

Die Rattenbabys werden in den ersten sieben Tagen etwa stündlich mit Hilfe einer 1-ml-Einwegspritze (ohne Nadel) gefüttert. Anfangs nehmen die Tiere tropfengroße Mengen, ab 7 Tagen etwa 0,5 ml pro Mahlzeit auf. Zur Fütterung legen Sie die Jungen auf den Rücken und halten Sie vorsichtig zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger. Damit die Ratten Kot und Urin absetzen können, müssen ihnen nach jeder Mahlzeit vorsichtig Bauch und Urogenitalregion massiert werden. Ab der zweiten Lebenswoche können Sie der Ersatzmilch etwas Milupa-Mehrkornbrei (ohne Kuhmilch) beimischen. Im Alter von 28 Tagen nehmen Ratten bereits zur Hälfte feste Nahrung zu sich und können nach und nach von der Ersatzmilch entwöhnt werden. (Kathrin Aretz)

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