Clickertraining für Ratten | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Clickertraining für Ratten

Mit Hilfe des Clickertrainings wird erwünschtes Verhalten positiv verstärkt. Die Übungen intensivieren außerdem die Mensch-Tier-Beziehung und halten Ratten geistig fit.
 
© Foto: Alekss / Fotolia
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Verhalten & Beschäftigung :Da Ratten sehr intelligent und lernfähig sind, können Sie sie auf vielerlei Weise geistig und körperlich fordern. Hierfür eignet sich auch das Clickertraining, das inzwischen recht häufig zur Verhaltensbeeinflussung von Tieren (insbesondere Hunden) angewendet wird. Clickertraining basiert auf der verhaltenswissenschaftlich begründeten „ Operanten Konditionierung“ (nach B.F. Skinner) und wird durch die „Klassische Konditionierung“ (nach Pawlow) eingeleitet.

Die Methode des Clickerns nutzt den Effekt, dass ein Verhalten umso öfter gezeigt wird, wenn auf das Verhalten eine positive Verstärkung in Form einer Belohnung folgt. Bei dem „Clicker“ handelt es sich um ein „Gerät“, das beim Biegen ein lautes Knackgeräusch erzeugt (ähnlich einem „Knackfrosch“). Wird der Clicker unmittelbar vor der Gabe einer kleinen Futtermenge betätigt, lernt das Tier nach einigen Wiederholungen, dass der Clicker einen Leckerbissen ankündigt (Klassische Konditionierung).

Auf diese Weise wird aus einem „neutralen Reiz“ ein „bedingter Reiz“, der anzeigt, dass das Bedürfnis nach Futter befriedigt wird. Wesentlich beim Clickertraining ist, dass das Tier die positive Bestärkung seines Verhaltens innerhalb kurzer Zeit erfährt, sodass der Zusammenhang zwischen Verhalten und Belohnung erhalten bleibt.

So funktioniert’s

Für das Clickertraining benötigen Sie einen „Clicker“ und kleine Leckerbissen (z. B. mehrere winzige Käsestücke). Die Umgebung sollte reizarm gestaltet sein und die Ratte nicht von den Übungen ablenken. Zu Beginn des Trainings bestärken Sie die Ratte in einfachen Verhaltensweisen, z. B. wenn sie zu ihnen schaut oder freiwillig angelaufen kommt. Die Reihenfolge vom Geräusch des Clickers und der Belohnung ist überaus wichtig.

Auf das erwünschte Verhalten folgen umgehend erst das Clickgeräusch und direkt danach die Gabe des Leckerchens. Zwischen den einzelnen Trainingseinheiten sollte nicht zu viel Zeit vergehen, damit die Tiere das bereits Erlernte nicht wieder vergessen. Wenn die Ratte eine Übung gut beherrscht, werden die Anforderungen langsam erhöht. Die Tiere lernen beispielsweise sogar auf Handzeichen, ihren Namen oder Kommandos wie „Komm“ und „Mach Männchen“ zu reagieren.

Selbstverständlich sollen die Übungen vor allem Spaß machen und die Tiere nicht überfordern. Clickertraing ist übrigens nicht geeignet, um einem Tier unerwünschtes Verhalten abzugewöhnen. Unerwünschtes Verhalten kann Tieren nur durch Bestärkung eines Alternativverhaltens abgewöhnt werden. (Kathrin Aretz)
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