Fütterungstipps für Steppenlemminge | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Fütterungstipps für Steppenlemminge

In ihrem natürlichen Lebensraum müssen Steppenlemminge viel Zeit damit verbringen, ihre karge Nahrung zu suchen und satt zu werden. Dies sorgt für ausreichend Beschäftigung, die in menschlicher Obhut schnell fehlt.
 
© Daniel Schüller
Fertigfutter oder selber mischen?
In menschlicher Obhut finden Steppenlemminge stets gut gefüllte Futternäpfe vor, sodass sie nur wenig Zeit darauf verwenden müssen, ausreichend Futter aufzunehmen. Zudem ist das Futter oft deutlich gehaltvoller als in der Natur, was noch schneller zu einer Sättigung führt. Und dann kommt oft die Langeweile. Dem kann man mit einer möglichst artgerechten Fütterung begegnen.

Eine artgerechte Ernährung orientiert sich an den Ernährungsgewohnheiten einer Art im Freiland. Freilebende Steppenlemminge ernähren sich hautsächlich von vegetativen Pflanzenteilen, also Blättern, Blüten und Stängeln einer Pflanze. Samen und Früchte werden weniger häufig gefressen, tierische Nahrung spielt eine untergeordnete Rolle.

Bei der Futterzusammenstellung sollte man diese Ernährungsgewohnheiten berücksichtigen. Frischfutter sollte also mindestens 50% des Grundfutters ausmachen, die restlichen 50% können aus verschiedenen Saaten bestehen. Tierisches Futter (z. B. Mehlwürmer) ist nur eine sporadische Zugabe. Die richtige Ernährung von Steppenlemmingen ist also mehr, als die Gabe von Fertigfuttermischungen. Steppenlemminge sind es gewohnt, ihre Nahrung dem Jahresverlauf anzupassen, was man durch einen sinnvollen Wechsel der Futtermittel simulieren kann. Dies macht sicherlich mehr „Mühe“ als das Anbieten von Fertigmischungen, aber letztlich werden ihre Lemminge es Ihnen durch ein lebhaftes Verhalten danken.

Fertigfutter oder selber mischen?

Diese Frage muss jeder Halter für sich beantworten, denn beide Methoden haben Vor- und Nachteile. Fertigfuttermischungen sind meist für bekannte und domestizierte Haustiere wie Hamster und Meerschweinchen gedacht und nicht auf die Bedürfnisse der Steppenlemminge abgestimmt. Sie enthalten oftmals einen extrem hohen Anteil an fetthaltigen Samen. Auch der hohe Pelletanteil erlaubt dem Halter kaum einen Überblick über den Nährstoffgehalt.

Allerdings reagieren inzwischen immer mehr Futtermittelhersteller auf den zunehmenden Anteil an exotischen Nagetieren und bieten auch für Lemminge sehr gut geeignete Futtermischungen an.

Es gibt aber auch gute Gründe für das Selbermischen von Futter, denn so können Sie z. B. durch das Verändern einzelner Bestandteile für mehr Abwechslung sorgen. Auch eine jahreszeitliche Steuerung der Fütterung, die sich an den Ansprüchen der Tiere (Ruhephase, Zuchtphase) orientiert, ist mit eigenen Futtermischungen besser möglich. Für Halter, die nur wenige Tiere halten und nicht züchten wollen, sind die im Zoofachhandel erhältlichen Futtermischungen ausreichend. Halten Sie aber mehrere Tiere und wollen mit diesen auch züchten, sind eigene Futtermischungen eine Überlegung wert, auch aus finanziellen Gründen.

Geeignete Futtermischung

Folgende Futtermischung hat sich inzwischen bei zahlreichen Haltern von Steppenlemmingen bewährt. Nicht nur, dass die Lemminge, die dieses Futter erhielten, deutlich aktiver waren, sie wurden auch für Lemming-Verhältnisse mit 2,5 bis 3 Jahren recht alt. Wunderdinge darf man aber sicherlich auch von dieser Futtermischung nicht erwarten.
Futterart
Trockenfutter
Frischfutter
tierisches Eiweiß
Zusammensetzung
70% Wellensittich oder Exotenfutter
20% Kanarien- oder Waldvogelfutter
10% Sesam
Möhren
Rote Beete
Petersilienwurzel
Sellerie
Staudensellerie
Steckrübe
Gurke
Feldsalat
Paprika
Zucchini
Topinambur
Petersilie
Mehlwürmer 
kleines Heimchen 
½ Teelöffel Insektenfutter 
½ Teelöffel Eifutter 
 
1 Teelöffel pro Tier/Tag
zur freien Verfügung
Gelegentlich (nicht öfter als 1x pro Woche)
Dem Trockenfutter können in unregelmäßigen Abständen noch Grassamen oder Weizen zugemischt werden, auch Wildkräutersamen dienen der Ergänzung und Abwechslung. Gras- und Wildkräutersamen müssen im Futtermittelhandel erworben werden, da die Mischungen aus Bau- und Gartenmärkten meist mit Dünger versetzt sind. (Ralf Sistermann)
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