Ernährung von Streifenhörnchen | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Ernährung von Streifenhörnchen

Die Ernährung eines Streifenhörnchens ist an sich nicht sonderlich kompliziert. Dennoch verlangt sie etwas mehr als einfach jeden Tag den Napf mit Fertigfutter zu füllen.
 
© Foto: Thomas Brodmann / animals-digital.de
Foto: Thomas Brodmann / animals-digital.de
Möchten Sie an ihrem Streifenhörnchen über lange Zeit Spaß haben und es bei bester Gesundheit erhalten, so ist die Auswahl der gereichten Futtermittel ein Punkt, dem Sie unbedingt höchstes Augenmerk schenken sollten. Leider findet man immer wieder Tiere mit Übergewicht, Verdauungsstörungen sowie Magen- oder Leberschäden infolge einer falschen Ernährung. Generell gilt der Satz, dass man dem Hörnchen alles anbieten kann, was es auch in der Natur fressen würde, von allen anderen Futtermitteln sollten Sie aber die Finger lassen!

Futter zum Kaufen

Inzwischen werden von verschiedenen Herstellern spezielle Futtermittel für Streifenhörnchen angeboten. Allerdings sind nicht alle wirklich optimal auf die Versorgung der Tiere abgestimmt. Neben Saaten wie Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Hanf oder  getrockneten Maiskörner enthalten einige Mischungen - wie Kaninchen- und Meerschweinmischungen - auch Pellets und gepresstes Gemüse. Hier ist nie ganz klar, welche Inhaltsstoffe in den Pellets enthalten sind. Außerdem fressen viele Hörnchen dieses Pressfutter nicht, sodass es letztlich ungenutzt weggeschmissen wird. Zudem haben sie oft einen sehr hohen Anteil an Nüssen, die sehr fetthaltig sind. Zwar gehören diese unbedingt zur Nahrung der Hörnchen dazu, aber zuviel sollten Sie von diesen Kalorienbomben nicht verfüttern. Dies ist natürlich auch davon abhängig, in welcher Jahreszeit Sie sich befinden und wie ihr Hörnchen gehalten wird. Tiere, die draußen in einer großen Voliere gehalten werden, benötigen mehr fettreiche Nahrungsbestandteile als Tiere, die in einer relativ kleinen Zimmervoliere bei konstanten Temperaturen leben. Auch vor der Winterruhe muss ihr Hörnchen mehr energiereiche Nahrung aufnehmen als im Sommer.

Tierisches Eiweiß

Streifenhörnchen sind wie alle Hörnchen keine reinen Vegetarier. In der Natur decken sie ihren Eiweißbedarf mit Insekten, aber auch mit Eiern und Jungvögeln, die sie aus den Nestern erbeuten. Deshalb benötigt auch ihr Streifenhörnchen tierische Nahrung, wie z.B. Mehlwürmer oder Heuschrecken u. ä.. Bei der Gabe von gekauftem Lebendfutter sollte Sie darauf achten, dass die Insekten vor der Verfütterung ausreichend und vitaminreich gefüttert wurden. Schlecht gefüttertes Lebendfutter besteht hauptsächlich aus Chitin, was zu Verdauungsproblemen bis hin zu Vergiftungserscheinungen bei den damit gefütterten Tieren führen kann. Bei Mehlwürmern kommt noch hinzu, dass sie in vielen Fällen auf Zeitungspapier gehalten werden, welches sie fressen und die Inhaltsstoffe (z.B. Druckerschwärze) bei der Verfütterung weitergeben.

Vor der Verfütterung sollten Sie deshalb die Futterinsekten mindestens eine Woche ausreichend und gehaltvoll ernähren. Würmer (Mehlwürmer, Zophobas) können Sie auf Kleie oder Haferflocken halten und mit Möhren u. ä. ernähren. Die Entnahme zur Verfütterung erfolgt am Besten mit einem kleinen Sieb, mit dem z.B. die Fäkalien der Würmer ausgesiebt werden können. Grillen, Heuschrecken und Heimchen sollten ausreichend Grünfutter (Löwenzahn, Gras, Salat, etc.) erhalten.

Können Sie sich nicht überwinden, Lebendfutter zu reichen (obwohl dies auch der Beschäftigung dient), so können Sie ihrem Streifenhörnchen als Alternative auch getrocknete Garnelen, Insekten- und Eifutter aus der Ziervogelernährung oder Katzenfutter (trocken) verfüttern. Auch Joghurt, Quark und ein Stückchen hartes Ei sind ebenso Lieferanten für tierisches Eiweiß.

Grünfutter

Neben dem Körnerfutter sollten Sie ihrem Burunduk täglich auch frisches Obst anbieten. Es stellt die Versorgung des Hörnchens mit Vitaminen sicher. Gerne gefressen werden Birne, Apfel, Mango und Papaya. Auch Heidelbeeren, Brombeeren, Himbeeren und Johannisbeeren sind bei den meisten Hörnchen ein echter Renner. Gute Erfahrungen gibt es auch mit der Verfütterung von Hagebutten und Kürbissen, wobei bei diesen auch die Kerne sehr begehrt sind. Granatapfel sollte nur ohne die bitter Schale angeboten werden, da er sonst meist abgelehnt wird.

Bei Gemüse sind viele Hörnchen eher zurückhaltend, dennoch kann man auch Möhren, Gurken und Salat anbieten. Wichtig ist es, regelmäßig Abwechslung in das dargereichte Futter zu bringen,  um zu verhindern, dass sich das Hörnchen auf eine Sorte festlegt und alle anderen ignoriert. Jegliches Frischfutter muss vor der Verfütterung gut abgewaschen werden. Abends sollten Sie die Reste des Futters aus dem Käfig entfernen, um Schimmelbefall zu vermeiden. Es empfiehlt sich daher, Frischfutter stets nur in kleinen Portionen anzubieten. Ideal ist es, wenn Sie für die Gabe von Obst, Salat und Gemüse auf ungespritzte Ware zurückgreifen.

Wasser

Natürlich benötigen Streifenhörnchen auch Wasser. Dieses kann in einem Napf oder in einer Nippeltränke angeboten werden. Oberstes Gebot ist hierbei stets Hygiene. Deshalb muss das Wasser (auch in Nippeltränken) täglich ausgewechselt werden. Gerade in abgestandenem Wasser kann sich eine Vielzahl von Einzellern vermehren, die zu schwersten Verdauungsproblemen bei ihrem Streifenhörnchen führen können.

Fasten für dicke Nager

Wenn Sie bei einer Gruppenhaltung bemerken, dass einige Ihrer Tiere dicker werden als die anderen, die Futtermenge aber nicht reduzieren möchten, da dann auch die schlanken Nager weniger bekämen, können Sie einmal in der Woche für alle einen Fastentag einlegen. Da bekommen sie nur Grünfutter. Doch auch bei der Trockenfutter-Fütterung muss etwas aufgepasst werden, denn Sonnenblumenkerne und Erdnüsse enthalten ja viele Fette und sind also Dickmacher. (Ralf Sistermann)
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