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Steckbrief Streifenhörnchen

Im Gegensatz zu vielen Streifenhörnchen in Menschenobhut, halten ihre frei lebenden Verwandten Winterruhe, der in Sibirien von Oktober bis April dauert. Erfahren Sie alles über Körperbau, Lebenserwartung, Systematik, Fortpflanzung und Lebensweise von Streifenhörnchen.
 
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Wie auch in freier Wildbahn, halten einige Streifenhörnchen in Menschenobhut Winterruhe.

Steckbrief

  • Körperlänge: 13 – 17 cm (Schwanzlänge: 8 – 11 cm)
  • Gewicht: 100 bis 125 g
  • Körper: schlank mit buschigem Schwanz
  • Kopf: rund mit spitzer Schnauze
  • Fellhaar: kurz, wirkt rau
  • Lebenserwartung: 6 – 7 Jahre


Systematik

  • Klasse: Säugetiere
  • Ordnung: Nagetiere
  • Familie: Hörnchen
  • Gattung: Streifenhörnchen
  • Art: Asiatisches Streifenhörnchen


Aussehen

Der Kopf und der Körpers des Asiatischen Streifenhörnchens, welches auch als Burunduk bezeichnet wird, zeigen alle wesentlichen Merkmale eines Hörnchens, wie kurze Beine und zum Greifen befähigten Pfoten. Die Ohren des Burunduks sind klein und rund. Im Gegensatz zu anderen Hörnchen tragen die Ohren des Streifenhörnchens keine Fellspitzen. Ihren buschigen Schwanz, der als Gleichgewichtsorgan dient, tragen die Hörnchen waagerecht.

Das Fell der Tiere ist relativ kurz und wirkt rau. Die Grundfarbe ist braun, auf dem Rücken längsgestreift mit fünf schwarzbraunen und vier hellen breiten Streifen, die den Tieren ihren Namen geben. An den Flanken ist das Fell heller, die Unterseite ist je nach Herkunft weiß, beige oder rötlich-braun. Schmale dunkle Streifen finden sich auch am Kopf in der Augengegend sowie am Schwanz. Zwei Mal im Jahr wird das Fell gewechselt. Neben der Farbe der Unterseite variiert auch die Grundfarbe (grau, gelb oder rotbraun) regional, auch die Intensität der Färbung sowie die Breite der Streifen ist vom Herkunftsort abhängig.

Die Pfoten des Burunduks zeigen deutliche Anpassungen an das Baumleben. Die polsterartigen Zehen- und Fußballen sind stark ausgeprägt, die Krallen kurz, aber stark gekrümmt und scharf.


Nachwuchs und Aufzucht

Die Paarungszeit im natürlichen Lebensraum liegt in der Zeit von April bis Juni. Nach einer Tragzeit von ca. 4 Wochen bringt das Weibchen bis zu 10 Junge zur Welt, die von ihm alleine versorgt werden. Bereits 4-8 Wochen nach der Geburt der Jungen löst sich die Familie wieder auf. Mit etwa 11 Monaten sind die Jungtiere geschlechtsreif und gründen eigene Familien.


Lebensweise und Verhalten

Zusammen mit den nordamerikanischen Chipmunks zählt das asiatische Streifenhörnchen aufgrund seiner enormen Backentaschen zu den Backenhörnchen. Im Gegensatz zu seinen nahen Verwandten, den Präriehunden und Zieseln, die hauptsächlich in offenen Steppengebieten leben, bevorzugt das Burunduk Waldgebiete.

Im Gegensatz zu vielen Streifenhörnchen in Menschenobhut, halten ihre frei lebenden Verwandten Winterruhe, der in Sibirien von Oktober bis April dauert. Aus diesem Grund legen die Burunduks Erdhöhlen an, die bis zu 1,50 m tief und 2,50 m lang sein können. Diese sind unterteilt in Vorratskammern, Schlafhöhlen und Blindgängen, die als Toilette benutzt werden. Die Vorratskammern werden mit Nüssen, Eicheln, Samen und trockenen Pilzen gefüllt. Dabei kann ein einzelnes Streifenhörnchen bis zu 6 kg an Vorräten sammeln.


Kommunikation und Sinnesleistungen

Da Asiatische Streifenhörnchen vor allem in den frühen Morgenstunden aktiv sind, verfügen sie über sehr gut entwickelte Augen. So können diese quirligen und flinken Nager nicht nur sehr scharf sehen und verfügen über räumliches Sehen, welches ihnen das Klettern und Springen in den Bäumen ermöglicht, sie verfügen im Gegensatz zu vielen anderen Nagern sogar über Farbsehen.
Auch Gehör und Geruch der Hörnchen sind bestens entwickelt, sodass sie nähernde Konkurrenten oder Fressfeinde nicht nur sehen, sondern auch geruchlich und akustisch orten können.

Streifenhörnchen sind Einzelgänger weshalb ihre Kommunikation vor allem über Gerüche funktioniert. Mit ihnen markieren sie ihr Revier, um anderen Artgenossen anzuzeigen, dass es bereits besetzt ist. Daneben verfügen Burunduks über eine vielfältige Lautsprache. Mit ihnen zeigen sie anderen Hörnchen an, ob sie sich nähern dürfen oder ob sie das Revier unverzüglich wieder verlassen sollten, wenn sie es nicht zu einem Rivalenkampf kommen lassen wollen. 


Ernährung

Die Nahrung der frei lebenden  Burunduks besteht aus Nüssen, Samen, Beeren, Obst und Insekten. Gelegentlich erbeuten sie aber auch einen Frosch oder plündern Vogelnester. Das Trockenfutter wird teilweise in den Bau eingetragen und dort gelagert. Von diesen Vorräten ernähren sich die Tiere während der Winterruhe.


Hätten Sie's gewusst

Wie auch in freier Wildbahn, halten einige Streifenhörnchen in Menschenobhut Winterruhe. Diese kann je nach Tier sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Bei einigen Tieren dauert sie von November bis März, bei anderen ist sie wesentlich kürzer. Während einige Tiere während der Winterruhe nur etwas ruhiger werden, lassen sich andere tagelang nicht außerhalb ihres Schlafhäuschen sehen.


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Fotos: 
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