Welcher Kleinsäuger passt zu mir? | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Welcher Kleinsäuger passt zu mir?

Kaninchen, Hamster, Meerschweinchen und Co. – eines haben sie alle gemeinsam: Sie sehen unglaublich niedlich aus. Dennoch ist kein Kleinsäuger mit dem anderen vergleichbar. Die Wahl des richtigen Haustieres fällt da oftmals sehr schwer.
 
© animals-digital.com
Welcher Kleinsäuger passt zu mir?
Der Wunsch nach einem eigenen Haustier ist bei vielen Menschen sehr stark ausgeprägt. Auch bei denjenigen, die vielleicht in einer Stadtwohnung leben, die keinen Platz für einen großen Hund oder eine temperamentvolle Katze bietet. Doch zum Glück gibt es die Kleinsäuger, die, wie der Name schon verrät, aufgrund ihrer Größe meist etwas weniger Platz brauchen. Doch auch diese Tiere haben Ansprüche, und die sind sehr unterschiedlich. Bevor man sich also für eine bestimmte Tierart entscheidet, sollte man sich einige Fragen stellen:
  • Wie viel Platz habe ich für mein Tier? Kann ich ihm nur ein Eckchen zur Verfügung stellen oder habe ich Platz für ein großes Gehege?
  • Wie viel Zeit kann ich in die Pflege investieren? Bin ich sehr beschäftigt, oder kann ich mich den ganzen Tag um das Tier kümmern?
  • Wie oft bin ich zu Hause? Bin ich viel unterwegs und muss mein Tier ab und zu alleine lassen?
     
Wenn man sich diese Fragen ehrlich beantwortet, kann man oft schon einige Tierarten in die engere Wahl nehmen. Große, aktive Kleinsäuger wie Streifenhörnchen oder Kaninchen brauchen ein ausgedehntes Gehege, Frettchen wollen sogar am liebsten frei in der ganzen Wohnung leben. Der Käfig kleiner Hamster und Mäuse hingegen braucht weit weniger Platz. Können Sie also nur ein Zimmereck für den Käfig entbehren und nur einen Raum für den Freilauf tiersicher einrichten, sollten Sie einen kleinen Mitbewohner wählen. Jedes Tier braucht täglich Ihre Zeit und Aufmerksamkeit, manche mehr, andere weniger. Menschenbezogene Tiere wie Ratten verlangen viel Aufmerksamkeit, während sich Steppenlemminge in einem großen Gehege auch gut alleine beschäftigen können. Wenn Sie viel unterwegs sind, ist ein Hamster als Heimtier am ehesten zum empfehlen, das er, mit genügend Futter und Wasser versorgt, auch einige Tage alleine bleiben kann.

Auf einer Wellenlänge

Natürlich ist es sehr wichtig, dass Sie ein Tier wählen, dessen Wesen zu Ihnen passt. Nur so dann werden sich sowohl die Tiere als auch Sie sich wohlfühlen. Wenn bei Ihnen immer etwas los ist und Sie gerne Freunde und Familie im Haus haben, sind Meerschweinchen, die die Ruhe lieben, nicht die richtigen Mitbewohner. Ein neugieriges Frettchen fühlt sich in einem lebhaften Haushalt jedoch wohl. Sie sollten sich auch überlegen, warum Sie sich eigentlich ein Tier wünschen. Wollen Sie gerne einen kleinen Freund zum Kuscheln und Spielen? Dann passen Ratten und Frettchen am besten zu Ihnen. Oder wollen Sie Ihre Tiere am liebsten nur beobachten? Dann sollten Sie sich für Streifenhörnchen oder Degus entscheiden. Vielleicht sollen die Kleinsäuger aber auch Gefährten für Ihre Kinder sein. Hier gilt generell: Das Kind sollte alt genug sein, um die Lebensweise der Tiere zu akzeptieren - und Sie haben die Verantwortung. Die freundlichen Kaninchen und Meerschweinchen eignen sich meist gut für Kinder, da sie, bei richtigem Umgang, schnell zahm werden. Allerdings dürfen auch sie niemals als Kuscheltiere missbraucht werden.

Ein gemeinsamer Tagesablauf

Kein Tier ist rund um die Uhr munter. Irgendwann muss jeder einmal ruhen. Dennoch sind die Aktivphasen der verschiedenen Kleinsäuger sehr unterschiedlich. Hamster und Chinchilla sind nachtaktiv. Das heißt, sie verschlafen fast den ganzen Tag und werden erst abends wach. Für Berufstätige eignen sich diese Tiere besonders gut. Wenn sie abends nach Hause kommen, sind diese Tiere gerade munter geworden und bereit für den Auslauf in der Wohnung. Meerschweinchen und Frettchen hingegen sind tagsüber aktiv und möchten in dieser Zeit beschäftigt werden. Wenn Sie in dieser Zeit zu Hause sind und eher die Abende auswärts verbringen, passen diese Tiere gut zu Ihnen. Wenn Sie sich Ihre Lebenssituation vor Augen führen und sich genau über die unterschiedlichen Kleinsäuger informieren, werden Sie schnell herausfinden, welches Tier zu Ihnen passt. Ganz egal, für welche neuen Mitbewohner Sie sich entscheiden, sie alle haben ihre Bedürfnisse und Ansprüche, die erfüllt und respektiert werden müssen. Kein Kleinsäuger, und sei er noch so flauschig und putzig, ist ein Kuscheltier, das man nur dann beachten muss, wenn man gerade einmal Lust dazu hat.

Die richtige Innenausstattung für Kleinsäugerheime

Jedes Kleintier hat seine individuellen Anforderungen hinsichtlich Einstreu, Tränke, Schlafhäuschen, Spielzeug und Aktivitätsmöglichkeiten. Da Hamster und Co. gerne graben, sollte mit der Einstreu nicht gespart werden. Im Handel gibt es hierfür gut geeignete Kleintierstreu. Am besten eignet sich Hanfstreu, da sie nicht staubt wie beispielsweise die Holzspäne-Einstreu. Das Streifenhörnchen freut sich über ein üppiges Sand-Erde-Gemisch, Chinchillas brauchen unbedingt einen Sandboden zur Fellpflege.

Schlafnester und Kuschelhäuschen

Jedes Nagetier benötigt ein Schlafhäuschen für seine Ruhephasen, zum Schutz und eventuell für die Nachzucht. Zu empfehlen sind Holzhäuser, in denen sich im Gegensatz zu Plastikhäuschen kein Schwitzwasser bilden kann und die ohne Bedenken angeknabbert werden können. Für Kaninchen, Chinchillas und Meerschweinchen genügt ein flacher Kasten ohne Boden. Bei Mäusen, Ratten , Hamstern und Streifenhörnchen spricht nichts dagegen, ein Häuschen in halber Höhe an das Gitter einzuhängen und daran eine Leiter oder einen Ast zu befestigen. Die Mümmelbude sollte nicht zu klein sein, da die meisten Tiere sie reichlich mit Nistmaterial einrichten. Hierfür eignen sich Heu, trockenes Gras, kleine Stoffreste und Papiertaschentücher. Hamsterwatte ist nicht zu empfehlen, da sich die kleinen Nager darin mit ihren Krallen verfangen können.

Das leibliche Wohl des Kleinsäugers

Sie sollten wissen, dass ein Futternapf hauptsächlich dem Ordnungssinn des Pflegers dient. Der Käfigbewohner ist es dagegen von Natur aus gewohnt, sich die Nahrung zusammenzusuchen. Der Vorteil eines Napfes ist das trocken bleibende Futter – hierfür ist ein möglichst schweres Gefäß nötig. Stellen Sie dieses nicht in die Käfigecke, da es dann eventuell als Toilette missbraucht wird. Dafür eignet sich ein Eckklo mit Katzenstreu, das wesentlich einfacher als der ganze Käfig zu reinigen ist. Gegen den Durst hilft eine tropffreie Nippeltränke.

Auch für den Zeitvertreib der Tiere muss gesorgt werden.

Für den lauffreudigen Hamster empfiehlt sich ein nicht zu kleines Laufrad. Wer im wahrsten Sinne ständig durchdreht, dem sollte das Ertüchtigungsgerät nur eine bestimmte Dauer zur Verfügung gestellt werden. Zur Fitness und Abwechslung eignen sich auch Äste, Steine, Papageienleitern, Langlochziegel, Röhrchen, Pappkartons, Kokosnussschalen und vieles mehr. So schön das Heim nun auch sein mag – wenn Sie keine große Voliere haben, sollte ein Nager möglichst täglich Auslauf bekommen. Und vergessen Sie nicht, sich mit den kleinen Wohnungsgenossen zu beschäftigen, damit sie sich nicht einsam fühlen. (Text: Alexandra Frankh / Thomas Brodmann)

Hier geht es zu den Kleinsäugern

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren