Hufrehe bei Pferden | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Hufrehe bei Pferden

Hufrehe ist eine Stoffwechselstörung, die vor allem im Frühjahr vermehrt auftritt. Sie führt nicht nur zu einer akuten starken Lahmheit, sondern kann auch dauerhafte Schäden verursachen.
 
© Heüveldop
Bei dieser Erkrankung sind der Hufbeinträger und das Hufbein selbst betroffen. Das Hufbein ist in der Hornkapsel des Hufes sozusagen aufgehängt. Bei einer Hufrehe wird die Verbindung der Hornkapsel mit dem Hufbein geschädigt. So kann es zu einer Absenkung oder auch Rotation des Hufbeins kommen, das nun im schlimmsten Fall auf die Hufsohle drückt oder sogar durchbricht. Die Erkrankung geht mit sehr starken Schmerzen einher.

Auslöser

Vor allem kohlenhydratreiches Futter kann eine Rehe auslösen. Das wäre einerseits Kraftfutter oder auch Brot, das unkontrolliert in großen Mengen aufgenommen wird. Andererseits bildet auch das Weidegras bei bestimmten Witterungsbedingungen größere Mengen der sogenannten Fruktane. Hier handelt es sich ebenfalls um Kohlenhydrate. Es gilt: Je schneller das Gras wächst, desto weniger Fruktane werden gebildet. Kann das Gras nicht wachsen, speichert es auf diese Weise die Energie. Kritisch sind also vor allem sonnige Tage und kalte Nächte: Durch die Kälte der Nacht kann das Gras nicht wachsen, speichert aber die Sonnenenergie. Dies ist vor allem im Frühjahr häufig der Fall, kann aber auch im Herbst auftreten. Auch extreme Trockenheit kann dazu führen, dass das Gras nicht mehr wächst. 

Neben dieser Fütterungsrehe ist bekannt, dass auch die Gabe von Cortison eine Rehe auslösen kann. Darüber hinaus kann es bei der Geburt zu einer Rehe kommen, falls Reste der Nachgeburt in der Gebärmutter verbleiben und dort eine Vergiftung auslösen.

Nicht zuletzt muss hier die Überlastungsrehe erwähnt werden. Sie kann verschiedene Auslöser haben. Bei der Erkrankung eines Beines wird das Nebenbein oft übermäßig belastet. Doch auch Arbeit auf hartem Boden kann eine Rehe verursachen, schlimmstenfalls sogar langes Laufen auf z.B. im Winter hart gefrorenem, unebenem Boden.

Soforthilfe

Hufrehe ist tatsächlich ein Notfall: Je schneller die Behandlung beginnt, desto besser lassen sich die Schäden eingrenzen. Der Tierarzt wird sofort gerufen. Er kann verschiedene Maßnahmen einleiten. Dazu gehört sowohl eine Medikamentengabe als auch ein Aderlass. So antiquiert das erscheint: Gerade der Aderlass ist eine recht einfache, aber wirkungsvolle Erstmaßnahme. Weicher Untergrund und Bewegungseinschränkung helfen weiter.

Vorbeugung

Hufrehe kann nur gestoppt, aber nicht geheilt werden. Hat sich das Hufbein einmal abgesenkt, kehrt es nicht wieder an seinen ursprünglichen Platz zurück. Jeder neue Schub verschlimmert das Problem. Entscheidend ist es daher, Hufrehe schon im Vorfeld zu verhindern. Übergewicht ist ein großer Risikofaktor. Zu Beginn der Weidesaison sollte das Pferd daher unbedingt schlank und rank sein. Nun wird es langsam angeweidet, so dass die Futterumstellung ganz allmählich erfolgt. Im besten Fall beginnt die Weidesaison so früh, dass das Pferd zunächst altes, abgestandenes Gras frisst und bei Vegetationsbeginn nach und nach frischeres Gras findet. Steht draußen bereits alles grün und frisch, beginnt das Anweiden mit einigen Minuten und wird ganz langsam auf einige Stunden am Tag erweitert. So dauert es einige Wochen, bis das Pferd ganztägig auf die Weide darf. Zusätzliches Kraftfutter ist nun tabu. Vor allem für bereits schon einmal an Hufrehe erkrankte Pferde gilt: Bei Rehewetter (s.o.) gibt es keinen Weidegang. (Britta Schön)
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