Knochen und Gelenke bei Pferden | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Knochen und Gelenke bei Pferden

Eine schmerzhafte Störung im Bewegungs-ablauf des Pferdes wird als Lahmheit bezeichnet. Mögliche Ursachen sind: Muskel-, Bänder-, Gelenk-, Sehnen-, Knochen- oder Stoffwechselstörungen.
 
Schmerzhafte Störungen beim Bewegungs-Ablauf bei Pferden © Thomas Brodmann / animals-digital.de
Ursachen für Lahmheit bei Pferden können Muskel-, Bänder-, Gelenk-, Sehnen-, Knochen- oder Stoffwechselstörungen sein

Arthritis

Das Gelenk besteht aus den Gelenkbändern, der Gelenkkapsel, der Gelenkhöhle mit Gelenkflüssigkeit und dem Gelenkknorpel. Dieser wird nicht direkt durchblutet, sondern durch die regelmäßigen Druck- und Gleitbewegungen des Gelenkes über die Gelenkflüssigkeit mit Nährstoffen versorgt. Damit ein Gelenk reibungslos funktionieren kann, muss der Knorpel immer glatt und gut geschmiert sein. Durch Abreibungen, auf Grund von Überlastung oder des natürlichen Alterungsprozesses, können kleinste Teilchen eine akute Entzündung im Gelenk (Arthritis) verursachen. Das Gelenk schwillt an, die Nährstoffversorgung des Knorpels wird unterbrochen, und der Knorpel verschleißt noch mehr.

Arthrose

Eine Arthrose ist eine chronische Gelenkveränderung. Dabei setzt im Knochengewebe, wie auch in dem vom Knochen versorgten Knorpelgewebe, ein degenerativer Um- bau ein. Zwischen den Gelenkfugen bildet sich Knorpelgewebe und stört die Bewegung.Das Therapieangebot beschränkt sich dementsprechend im Wesentlichen auf die Be-kämpfung der Schmerzsymptome und den Versuch, den degenerativen Prozess zu stoppen.

Schale

Schale ist ein Sammelbegriff für verschiedene Formen von Knochenzubildungen, welche an Fessel-, Kron- und Hufbein sowie an den verbindenden Gelenken, in den meisten Fällen an den Vorderbeinen vorkommen. Sie sind häufig eine Folge von Arthritis oder Arthrose.

Spat

Die Arthrose der Sprunggelenke, auch als Spat bezeichnet, gehört zu den häufigsten Lahmheitsursachen der Hinterhand des Pferdes. Eine Spatlahmheit entwickelt sich ganz allmählich. Im Anfangsstadium kann diese sogar verschwinden, wenn sich das Pferd eingelaufen hat. Außer der Lahmheit und einer Schmerzhaftigkeit beim Beugen des Sprunggelenks sind knöcherne Auftreibungen, meist an der Innenseite des Sprunggelenkes, typische Spatsymptome.

Abstehende Haare am Kronsaum oder angeschwollene Fessel- und Krongelenke sind mögliche Hinweise. Erst im Laufe der Zeit werden die Knochenwucherungen von außen sichtbar. Verursacht werden die Veränderungen durch Reizungen der Knochenhaut, welche zu einer vermehrten und unkontrollierten Bildung von Knochensubstanz führt. Mögliche Auslöser sind: Schläge und Stöße, Überlastung oder Verletzungen, die bis auf den Knochen reichen.

Überbeine (Exostosen)

Überbeine können bei jungen Pferden während des Wachstums entstehen. Sie müssen aber nicht zwingend zu Lahmheiten führen. Wichtig ist, dass der Hufschmied in dieser Zeit besonders auf einen korrekten Beschlag achtet. Die reiterlichen Anforderungen sollten unbedingt reduziert werden. Überbeine entstehen aber auch durch Schlag, Stoß und Wundverletzungen der Knochenhaut, zum Beispiel, wenn ein Pferd beim Reiten keine Gamaschen trägt.

Diese Überbeine sind sehr schmerzhaft. Das Pferd braucht Ruhe und muss Schritt geführt werden, bis die Lahmheit auskuriert ist. Äußerlich wird mit Kytta-Salbe oder Luvus-Heilerde behandelt.

(Auszüge aus „Pferde gesund und vital durch Homöopathie" von Sabine Heüveldop)

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Fotos: 
Thomas Brodmann / animals-digital.de
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