Vorsicht, giftig für Pferde

Vergiftungen treten zwar relativ selten auf, kommen aber doch vor. Der Pferdehalter sollte die wichtigsten Giftpflanzen erkennen und zuordnen können, um das Umfeld seines Pferdes sicher zu gestalten.
 
© N.Beschedsnick
Riskant wird es immer dann, wenn Pferde Zugang zu Parkanlagen, Blumenbeeten und sonstigen Zierpflanzen haben.

Schön und gefährlich: der Hahnenfuss

Pferde, die auf großen Flächen in der Gruppe aufwachsen, entwickeln normalerweise einen recht guten Instinkt. Unter bestimmten Umständen lässt dieser Instinkt sie jedoch im Stich: Besonders hungrige Pferde sind ebenso gefährdet wie besonders neugierige oder auch ganz einfach gelangweilte Tiere. Wer immer nur im Stall steht und fertiges Futter vorgelegt bekommt, verfügt letztendlich kaum über die nötige Erfahrung, um das Angebot auf der Weide sinnvoll zu selektieren.

Weide- und Zierpflanzen

Auf gepflegten Weiden finden sich im Normalfall nur selten gefährliche Giftpflanzen. Überbeanspruchte und ungepflegte Flächen bieten hier schon einen besseren Nährboden. Manche Pflanzen wie das Jakobs-Kreuzkraut etwa sind deutlich auf dem Vormarsch. Im Gartenbereich finden sich deutlich mehr Giftpflanzen. Riskant wird es immer dann, wenn Pferde Zugang zu Parkanlagen, Blumenbeeten und sonstigen Zierpflanzen haben. Hier ist auf genügend Abstand zu achten. Ein zweiter Zaun schafft eine Pufferzone zwischen Pferde- und Gartenbereich.

Vorsicht, Gift!

Gemüse ist grundsätzlich mit Vorsicht zu genießen. So dürfen beispielsweise Kohl, Zwiebeln und Bohnen, aber auch Tomaten keinesfalls verfüttert werden. Doch auch Gras kann unter bestimmten Umständen schädlich sein: Rasenmäher-Abfälle können schwere Koliken verursachen. Eine weit verbreitete Giftpflanze ist der Hahnenfuß, der allerdings nur schwach giftig wirkt und erst in großen Mengen aufgenommen Probleme verursacht.
Hochgiftig hingegen sind Rittersporn, Seidelbast, Goldregen, Robinie, Eibe, Eisenhut, Herbstzeitlose, Maiglöckchen, Jakobs-Kreuzkraut, Fingerhut und viele mehr. Fachbücher helfen dabei, Giftpflanzen zu erkennen und zu bestimmen.
Darüber hinaus lauert Gift möglicherweise auch in Baumaterialien. Holzimprägniermittel beispielsweise sind nicht immer leicht verdaulich. Schon beim Stallbau und auch bei späteren Renovierungsmaßnahmen wie etwa einem neuen Anstrich ist darauf zu achten, dass ungiftige Materialien verwendet werden.

Was tun?

Sobald der Verdacht auf eine Vergiftung besteht, ist es wichtig, die Ursache benennen zu können. Verdächtige Pflanzen oder auch Pflanzenteile sollten daher unbedingt aufbewahrt werden, um sie entweder ursächlich zuordnen oder aber auch ausschließen zu können. Selbstverständlich wird umgehend der Tierarzt gerufen. Sicherheitshalber wird das Pferd nicht gefüttert. Die Symptome werden genauestens beobachtet und protokolliert, um dem Tierarzt alle nötigen Informationen geben zu können. (Britta Schön)
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