Raufutter für Pferde | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Raufutter für Pferde

Raufutter ist die Grundlage der Pferdefütterung. Gutes Raufutter ist daher sehr wichtig für die Gesunderhaltung des Pferdes. Heute hat der Pferdehalter eine größere Auswahl als je zuvor.
 
Heu, Heu- oder Grascobs, Heulage (Grassilage) und Futterstroh: Diese Futtermittel werden unter dem Begriff „Raufutter“ zusammengefasst. Heu und Stroh sind seit jeher in der Pferdefütterung bekannt. Heulage und Heucobs hingegen sind erst im Laufe der letzten Jahrzehnte in größerem Umfang an Pferde verfüttert worden.

Ursache für diese Entwicklung war vor allem das vermehrte Auftreten von Chronisch obstruktiver Bronchitis (COB), umgangssprachlich als Stauballergie bezeichnet. Die betroffenen Pferde husten und leiden an Atemnot bis hin zu der ehemals als Gewährsmangel (siehe auch Kaufrecht) bekannten Dämpfigkeit. In diesem Stadium ist die Krankheit unheilbar.

Der Begriff „Stauballergie“ ist sehr ungenau. Verschiedene Verursacher können eine allergische Reaktion auslösen. So reagieren manche Pferde auf Milben, andere auf Grasblüten, wieder andere auf Sporen. Ein Allergietest kann hier Klarheit bringen.

Stroh

Stroh wird hauptsächlich als Einstreu verwendet. Gutes Futterstroh kann jedoch durchaus in die Gesamtration des Pferdes einbezogen werden. Gersten-, Weizen- und in Ausnahmefällen auch Haferstroh kommen für Pferde in Frage. Eine Hauptfunktion des Strohs ist tatsächlich die Beschäftigung des Pferdes, das hier lange kauen kann, ohne zu viel Energie aufzunehmen (Vorsicht bei Haferstroh!). Zu viel Stroh kann jedoch zu Verstopfungen führen. Stroh muss trocken eingebracht und trocken und sauber gelagert werden.

Heu

Auch bei der Heuwerbung kommt es darauf an, das Heu sorgfältig zu trocknen, häufig zu wenden und entsprechend sorgfältig zu lagern. Das Heu sollte nicht zu dicht über dem Boden geschnitten werden, da sonst viel Staub und Schmutz mit eingepresst wird. Verregnetes Heu ist als Pferdefutter weniger gut geeignet. Gemäht wird nach der Grasblüte, d.h. frühestens Ende Juni. Nach dem Einbringen des Heus dauert es noch circa zwei bis drei Monate, bis das Heu verfüttert werden kann – so lange „schwitzt“ es noch.

Grundsätzlich wird nur der erste Schnitt als Pferdefutter verwendet. Wird später im Jahr noch einmal gemäht, so eignet sich dieses Futter doch nicht für Pferde, da es deutlich strukturärmer ist.

Heucobs und Heulage

Speziell für Allergiker eignet sich die Fütterung mit Heulage bzw. Heucobs. Heulage wird nach dem Schnitt ebenfalls angetrocknet, dann jedoch früher als Heu eingepresst und in eine luftdichte Folie gewickelt, so dass eine gewisse Restfeuchte erhalten bleibt. Beim Silieren gärt das Futter. Dieser Vorgang dauert circa eineinhalb Monate. Entscheidend ist, dass die Folie unverletzt bleibt, sodass keine Luft eindringen kann. Schimmelige, stinkende Heulage darf nicht verfüttert werden.

Gras- und Heucobs werden industriell hergestellt. Sie sind geeignet für Heuallergiker oder auch für alte Pferde, die nicht mehr in der Lage sind, das Heu mit ihren Zähnen ausreichend zu zerkleinern. Hier ist unbedingt darauf zu achten, ob die Cobs vor dem Füttern eingeweicht werden müssen, um Schlundverstopfungen zu vermeiden.

Nachteilig bei Heucobs ist vor allem die kurze Fresszeit mit relativ geringem Kauaufwand. (Britta Schön)
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