Zusatzfuttermittel für Pferde | EIN HERZ FÜR TIERE Magazin

Zusatzfuttermittel für Pferde

Unzählige Pülverchen, Fläschchen und Mittelchen finden sich in den Futterkammern der Reitställe. Zusatzfuttermittel sind in. Schauen Sie genau hin: Welche sind wirklich sinnvoll?
 
Viele Kraftfuttermischungen sind bereits vitaminisiert und mineralisiert. Oft ist die Versorgung des Pferdes mit den wichtigsten Vitaminen und Mineralstoffen bereits durch die normale Kraftfutterration gewährleistet. Anders sieht das beim Weidegang aus. Auf großen Flächen, die mit vielen verschiedenen Pflanzen, Kräutern und Büschen bewachsen sind, können Pferde – wie von der Natur vorgesehen – ihren Bedarf weitgehend selbst decken. Solche Flächen gibt es bei uns jedoch kaum. Auf der Weide können Pferde im Normalfall ausreichend Energie aufnehmen, sofern sie nicht großen Belastungen in Sport und Zucht ausgesetzt sind. Um jedoch eine ausreichende Versorgung mit allen notwendigen Stoffen zu gewährleisten, gibt es entsprechend aufbereitete Mineralfutter, die extra für diese Zufütterung zur Weide konzipiert sind. Oft kommen diese Futtermittel in Form von Briketts oder auch kleinen Würfeln, die wie ein Leckerli gereicht werden können. Bei leichtfuttrigen Pferden oder Ponys kann ein solches Mineralfutter auch im Winter die Heuration ergänzen, falls auf Kraftfutter weitgehend verzichtet wird.

Individueller Bedarf

Der Bedarf an einem zusätzlichen Mineralfutter hängt, wie bereits beschrieben, vom Gehalt der übrigen Futterration ab. Gehaltvolles Heu und Kraftfutter deckt einen größeren Teil des Bedarfs als altes oder verregnetes Heu, einseitige Gräser auf der Weide oder eine reine Haferfütterung. Darüber hinaus spielen auch hier wieder Faktoren wie Leistung, Alter, Haltung usw. eine große Rolle. Sowohl Pferde im Wachstum als auch alte Pferde haben einen höheren Bedarf, ebenso wie Sport- und Zuchtpferde. Immer wieder gilt es, die Fütterung ganz individuell auf jedes einzelne Pferd abzustimmen.

Calcium und Phosphor

Calcium und Phosphor sind wichtige Bestandteile des Pferdefutters. Bei diesen beiden Stoffen geht es nicht nur um die absolute Menge, in der sie verabreicht werden: Entscheidend für die Gesunderhaltung des Pferdes ist hier auch das Verhältnis, in dem die beiden Mineralstoffe zueinander stehen. Keinesfalls darf das Phosphor überwiegen, angestrebt wird ein Verhältnis von Calcium – Phosphor = 2:1. Dies sollte immer im Hinblick auf die gesamte Futterration betrachtet werden.

Lecksteine

Im Handel erhältlich sind reine Salz- oder auch Minerallecksteine. Während ein Salzleckstein unverzichtbar ist und in jeden Stall gehört, sind Minerallecksteine kritisch zu betrachten. Hier nehmen die Pferde unkontrolliert Mineralien auf: Es kann weder gewährleistet werden, dass eine ausreichende Menge aufgenommen wird, noch verhindert werden, dass die Pferde überdosieren. Falls ein Mineralleckstein angeboten wird, kann er den reinen Salzleckstein nicht ersetzen.

Kritisch hingeschaut

Vitamin E und Selen, Biotin, verschiedene Öle, Magnesium – die Auswahl an Zusatzfuttermitteln ist groß. Wenn es jedoch um eine gezielte Zufütterung einzelner Stoffe geht, sollte dies nur in Abstimmung mit einem Experten wie z.B. dem Tierarzt geschehen. In manchen Fällen kann eine Überdosierung ebenso schädlich sein wie eine Unterversorgung. Ehe Sie also zum kleinen Mittelchen greifen, sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt und lassen Sie sich kompetent beraten (siehe auch Gesundheit).
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren